Schloss Buderose

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Koordinaten: 51° 59′ 55″ N, 14° 43′ 25″ O

Karte: Polen
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Schloss Buderose
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Polen

Schloss Buderose war das Hauptgebäude eines Rittergutes am südlichen Ortsrand des Dorfes Buderose, heute Budoradz in Polen in der Landgemeinde Gubin, im Kirchspiel Groß Breesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Buderose bei Guben wurde im Jahr 1637 auf dem seit 1527 als böhmisches Lehen bestehenden Rittergut des Friedrich von Pilgram auf Wallwitz am rechten Ufer der Neiße errichtet. Im Jahre 1786 kaufte der Rittmeister Franz August von Blücher das Anwesen, das bis 1878 im Besitz der Familie Blücher blieb. Durch Heirat gehörte es dann der Familie Studnitz, bis Paul von Studnitz es Anfang des 20. Jahrhunderts (1903) an seinen Schwager, den Afrika-Reisenden Emil Kräusel verkaufte. Im Jahr 1924 ging das Schloss auf die Stadt Guben über, die es im Zuge einer Stiftung der „Kameradschaft der Frontdichter in der NSDAP“ überließ. Auf diesem Wege gab es Mittel zur Unterhaltung des Anwesens durch die preußische Provinzialverwaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Gebäude verfallen und bis auf den Keller abgetragen. Bestehen blieben ein Wirtschaftsgebäude sowie die Pfeiler der Toreinfahrt.

Nutzung während der Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buderose wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zum „Haus der deutschen Frontdichter“ unter der Leitung von Jürgen Hahn-Butry. Am 13. und 14. Juni 1938 fand das erste Reichs-Frontdichter-Treffen der „Mannschaft“ in Guben und dem Dorf Buderose unter Anwesenheit des Reichsleiters der NSDAP, Alfred Rosenberg, statt. Zu den zahlreichen anwesenden Schriftstellern zählte u. a. Edwin Erich Dwinger, Mario Heil de Brentani, Max Barthel, Rudolf G. Binding und Hans Friedrich Blunck.

Im März 1939 fand unter Leitung von Alfred Rosenberg und Alfred Baeumler die erste philosophische Arbeitstagung des Amtes Rosenberg statt. Ziel war es nach einem Bericht des Völkischen Beobachters, festzustellen „wie weit bei dem wissenschaftlichen Nachwuchs, der aus dem unmittelbaren Erleben des Nationalsozialismus kommt, schon selbständige Ansätze zu einem Philosophieren aus nationalsozialistischer Haltung heraus zu bemerken sind.“[1] Teilnehmer des Seminars waren u.a. Joachim Ritter, Eduard Baumgarten, Johannes Hoffmeister, Bruno Liebrucks, Erwin Metzke, Karl Schlechta, Heinrich Springmeyer.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Plath: „Haus der deutschen Frontdichter“ in Buderose bei Guben. In: Peter Walther (Hrsg.): Die Dritte Front. Literatur in Brandenburg 1930–1950. Lukas, Berlin 2004, ISBN 3-936872-25-2, S. 33–44.
  • Bundesarchiv, Findbuch: Kanzelei Rosenberg, NS 8/151, H-K (Stiftung "Haus der deutschen Frontdichter", Schloß Buderose bei Guben (unter H abgelegt), 1938).
  • Bundesarchiv, Findbuch: Der Beauftragte des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, NS 15/312 (Durchführung einer philosophischen Arbeitstagung auf Schloß Buderose bei Guben, Vorbereitung einer weiteren Tagung auf der Gauschulungsburg Vomperberg bei Innsbruck).
  • Erstes Reichs-Frontdichter-Treffen der „Mannschaft“. Herausgegeben von der „Mannschaft“, Kameradschaft der Frontdichter in der NSDAP, Berlin o.J. (1938) (Broschüre in der Akten des brandenburgischen Provinzialverbandes, Abt. XI, Kulturabteilung, Schrifttumsarchiv im LHA Potsdam)[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. zitiert nach George Leaman: Deutsche Philosophen und das „Amt Rosenberg“. In: Ilse Korotin (Hrsg.): „Die besten Geister der Nation“. Philosophie und Nationalsozialismus. Picus-Verlag, Wien 1994, ISBN 3-85452-257-6, S. 41–65.
  2. Hans Jörg Sandkühler: „Eine lange Odyssee“ – Joachim Ritter, Ernst Cassirer und die Philosophie im ‚Dritten Reich‘ (Memento vom 19. September 2011 im Internet Archive) (PDF; 268 kB), 30
  3. Angabe gem. Musen und Grazien in der Mark. 750 Jahre Literatur in Brandenburg. Band 2: Peter Walther: Ein historisches Schriftstellerlexikon. Lukas, Berlin 2002, ISBN 3-931836-69-X, S. 55.