Fronteira (Portugal)

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Fronteira
Wappen Karte
Wappen von Fronteira
Fronteira (Portugal)
Basisdaten
Region: Alentejo
Unterregion: Alto Alentejo
Distrikt: Portalegre
Concelho: Fronteira
Koordinaten: 39° 3′ N, 7° 39′ WKoordinaten: 39° 3′ N, 7° 39′ W
Einwohner: 2069 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 141,39 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner pro km²
Kreis Fronteira
Flagge Karte
Flagge von Fronteira Position des Kreises Fronteira
Einwohner: 3410 (Stand: 30. Juni 2011)[3]
Fläche: 248,59 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 3
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Fronteira
Praça do Município
7460-110 Fronteira
Präsident der Câmara Municipal: Pedro Namorado Lancha (PSD)
Website: www.cm-fronteira.pt

Fronteira (portugiesisch für: Grenze) ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) im portugiesischen Alentejo mit 2069 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011).[1]

Die Hauptkirche Igreja Matriz de Fronteira

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hiesige Anwesenheit des Menschen seit etwa 10.000 Jahren ist belegt. Vermutlich unterhielten die Römer hier einen befestigten Ort. Nach der Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Mauren im frühen 8. Jahrhundert n. Chr. wurde der Ort vermutlich aufgegeben.

Im Verlauf der Reconquista gründete Fernão Rodrigues Monteiro († 1237), ein Großmeister des Ritterordens von Avis, den Ort für König Dinis neu und besiedelte ihn.

In der Portugiesischen Revolution von 1383 war Fronteira Schauplatz von Kampfhandlungen. Zu nennen ist insbesondere die Schlacht von Atoleiros vom 6. April 1384, in der die portugiesischen Kräfte unter Nuno Álvares Pereira die zahlenmäßig überlegene Armee des Königreichs Kastilien schlugen. König Johann I. verlieh Fronteira danach eine Reihe Privilegien, doch erst König Manuel I. gab dem Ort volle Stadtrechte (Foral), im Jahr 1512.[4][5][6][7]

Nachdem der Kreis Fronteira mehrere Jahrhunderte aus zwei Gemeinden bestanden hatte, nämlich Nossa Senhora da Atalaia de Fronteira und São Saturnino, erfuhr er zahlreiche Veränderungen im Zuge der verschiedenen Verwaltungsreformen nach der Liberalen Revolution von 1822. So wurde dabei 1867 der Kreis Fronteira selbst aufgelöst und Alter do Chão angegliedert, jedoch 1868 wieder eigenständig. Nachdem mehrere Gemeinden neu angegliedert oder an die Kreise Monforte und Sousel ausgegliedert wurden, besteht der heutige Kreis Fronteira mit seinen drei Gemeinden seit der letzten Veränderung 1932, als die Gemeinde Santo Amaro an den Kreis Sousel ausgegliedert wurde.[8]

Historische Häuserfront in Fronteira (ehem. Kirche und Krankenhaus, 16. Jh.)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Ortskern steht als Ganzes unter Denkmalschutz.[9] Eine Reihe historischer öffentlicher Gebäude, Befestigungsreste, Steinbrunnen, eine Wassermühle, der Bahnhof, und verschiedene Sakralbauten zählen zu den Baudenkmälern Fronteiras, darunter die manieristisch-barocke Hauptkirche Igreja Paroquial de Fronteira (auch Igreja de Nossa Senhora da Atalaia) aus dem 16. Jahrhundert.[10] Das Denkmal Monumento comemorativo da Batalha de Atoleiros (auch Terreiro da Batalha dos Atoleiros) gedenkt der Schlacht vom 6. April 1384 und ist ebenso denkmalgeschützt.[11] 2012 richtete die Gemeinde ein Museum „Centro de Interpretação da Batalha de Atoleiros“ zum Gedenken an die Schlacht ein.

Die astronomische Beobachtungsstation von Ribeira Grande ist eine weitere Attraktion.[12] Auch das Naturgebiet Espaço eco-turístico da Ribeira Grande mit seinen Wanderwegen und Lehrpfaden rund um den Wasserlauf Ribeira Grande ist sehenswert.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Kreises Fronteira

Kreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fronteira ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Alter do Chão, Monforte, Estremoz, Sousel sowie Avis.

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Fronteira:

Kreis Fronteira
Gemeinde Einwohner
(2011)
Fläche
km²
Dichte
Einw./km²
LAU-
Code
Cabeço de Vide 1.063 65,81 16 120801
Fronteira 2.069 141,39 15 120802
São Saturnino 278 41,39 7 120803
Kreis Fronteira 3.410 248,59 14 1208

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Fronteira (1801–2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2004 2006 2007 2008 2011
2182 2366 3385 4774 7063 4452 4122 3732 3422 3286 3240 3200 3410

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 6. April

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft und die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte sind die wesentlichsten Wirtschaftsfaktoren im Kreis. Zu nennen sind Olivenöl und Kork, vor allem aber der Anbau von Getreide und etwa Gemüse. Auch Viehzucht hat hier einige Bedeutung.[13]

Der Fremdenverkehr hat etwas an Gewicht gewonnen im Kreis und wird zumeist als Turismo rural betrieben, etwa im denkmalgeschützten Landgut Herdade dos Aroeirais[14] und anderen zumeist barocken Herrenhäusern. Die größte Bedeutung für den Fremdenverkehr haben jedoch die Thermalbäder in der Gemeinde Cabeço de Vide.[15]

Kunsthandwerke, insbesondere die Stickereien, sind ein weiterer Erwerbszweig im Ort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war ein Haltepunkt der Bahnlinie Ramal de Portalegre. Seit dessen Schließung 1990 hat Fronteira keinen Anschluss mehr an das portugiesische Eisenbahnnetz.

Die Nationalstraße N245 verbindet Fronteira mit dem etwa 30 km südlich gelegenen Estremoz und dessen Anschluss an die Autobahn A6.

Fronteira ist in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fronteira (Portugal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  4. João Fonseca: Dicionário do Nome das Terras. 2. Auflage, Casa das Letras, Cruz Quebrada 2007, S. 120 (ISBN 978-9724617305)
  5. www.verportugal.net, abgerufen am 13. Juli 2013
  6. Geschichte auf der Website des Kreises (Memento des Originals vom 30. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cm-fronteira.pt, abgerufen am 13. Juli 2013
  7. Eintrag des Ortes in der Infopédia, abgerufen am 13. Juli 2013
  8. dito (Memento des Originals vom 30. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cm-fronteira.pt
  9. dito
  10. www.monumentos.pt, abgerufen am 13. Juli 2013
  11. dito
  12. Webseite des Kreises (Memento des Originals vom 31. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cm-fronteira.pt (unter Observatório), abgerufen am 13. Juli 2013
  13. Eintrag in der Infopédia, der Online-Enzyklopädie der Porto Editora, abgerufen am 13. Juli 2013
  14. www.monumentos.pt, abgerufen am 13. Juli 2013
  15. Die Thermen auf der Website der Gemeinde (Memento des Originals vom 7. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jf-cabecodevide.pt, abgerufen am 13. Juli 2013