Trittsiegel

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Ein Trittsiegel ist der Abdruck der Extremität eines Wirbeltieres in weichem Untergrund. Es kann sich, je nach Anatomie der Extremität, um den Abdruck eines kompletten Fußes (bei Sohlengängern) oder nur des vorder(st)en Teils des Fußes (bei Zehen- und Spitzengängern) handeln. In der Jägersprache ist Trittsiegel der Fachausdruck für einen Abdruck der Extremitäten (Läufe) verschiedener Arten von Wild, insbesondere der des Schalenwildes.[1] Mehrere Trittsiegel hintereinander ergeben eine Fährte, wobei auch dieser Ausdruck in der Jägersprache vor allem für das Schalenwild gilt (bei anderen Wildarten entsprechend Spur oder Geläuf). Allgemeinsprachlich wird ein Trittsiegel auch Fußabdruck genannt, speziell dann, wenn es sich um den Abdruck eines menschlichen Fußes handelt. Als Fußspur werden allgemeinsprachlich sowohl einzelne Trittsiegel als auch Fährten bezeichnet.

Unterscheidungsmerkmale[Bearbeiten]

Das Trittsiegel eines Hundes (1) ist im Verhältnis zu seiner Breite kürzer als das eines Rotfuchses (2), sodass die hinteren Enden der Abdrücke der mittleren Zehen beim Fuchs weiter vorn liegen, als die vorderen Enden der Abdrücke der beiden äußeren Zehen (gestrichelte Linie).

Trittsiegel geben die Anatomie des Fußes ihrer Erzeuger im belasteten Zustand wieder. So lässt sich jede Spur einer bestimmten Tierart zuordnen. Beispielsweise unterscheiden sich Trittsiegel von Huftieren deutlich von z. B. denen der Raubsäuger, indem die meisten Huftiere zu den Spitzengängern gehören und nur eine oder zwei dominante Zehen­abdrücke hinterlassen, während es bei Raubsäugern, von denen die meisten Zehengänger sind, in der Regel vier Zehen- sowie ein Ballen­abdruck sind. Innerhalb der Raubsäuger kann weiter danach unterschieden werden, ob Krallen vorhanden sind sowie nach Stellung der Zehen zueinander und zum Ballen.

Der Abdruck entsteht aus dem Zusammenwirken von Gewichtskraft pro Fläche und der Art des Untergrundes (auch Substrat genannt, z. B. Erde, reiner Sand, Schnee). Je weicher das Substrat, desto tiefer ist der Abdruck, je feinkörniger das Substrat, desto deutlicher und scharf umrissen ist der Abdruck. Je nach Umweltbedingungen (z. B. Niederschläge und Temperatur) verändert sich ein Abdruck. Nur unter günstigen Bedingungen bleiben Trittsiegel über längere Zeit erhalten.

Mit einem Gipsabdruck kann ein Trittsiegel dreidimensional abgebildet und konserviert werden.

Siehe auch: Neoichnologie

Bilder von Trittsiegeln[Bearbeiten]

Tier schematisch in natura
Katze (Raubsäuger) Cat track.svg
Domestic cat footprints.jpg
in grobem, trockenem Sand
Hund (Raubsäuger) Canis lupis track.svg
Pfotenabdruck eines Labrador2.JPG
in feinem, feuchtem Sand
Fuchs (Raubsäuger) Foxprint.svg
Wolf (Raubsäuger) Canis lupis track.svg
Reh (Paarhufer) Whitetail track.svg
Roe deer track03.jpg
in Schnee

Versteinerte Trittsiegel[Bearbeiten]

Auf Schichtflächen von auf dem Festland abgelagerten Sedimenten oder vielmehr den daraus hervorgegangenen Sedimentgesteinen können Trittsiegel aus vergangenen erdgeschichtlichen Zeitaltern überliefert sein, die von ausgestorbenen Tieren (z. B. Dinosauriern) stammen. Solche fossilen Trittsiegel fallen unter den Oberbegriff Spurenfossilien (siehe dazu auch → Fährtensandstein).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trittsiegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ilse Haseder, S. 796