Fuge aus der Geographie

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Die Fuge aus der Geographie für sprechenden Chor ist ein Sprechgesang von Ernst Toch aus dem Jahr 1930. Das Stück ist der letzte Satz einer Suite mit dem Titel „Gesprochene Musik“. Sie versucht unter Heranziehung verschiedener Mittel, musikalische Effekte durch die Sprache zu erzielen; insbesondere wird hier die musikalische Form der Fuge vom melodischen Aspekt auf den Sprechgesang übertragen.

Die Suite wurde 1930 während der Berliner Festtage für zeitgenössische Musik uraufgeführt und auf Schallplatte aufgenommen. Diese Aufnahme ging jedoch verloren, wie auch die Originalnoten. Das Manuskript blieb erhalten. John Cage erstellte die Partitur für eine Veröffentlichung in Henry Cowell Journal New Music 1935. Ursprünglich war das Stück genuin für die Wiedergabe mit erhöhter Geschwindigkeit durch Grammophon konzipiert, also ein echtes Stück neusachliche „Maschinenmusik“[1].

Toch verwendet im Thema der Fuge verschiedene geographische Begriffe und übernimmt oder verfremdet deren Rhythmus. Da ein Sprechgesang keine eigentliche Melodie aufweist, beruht die musikalische Wirkung des Stücks nur auf rhythmischen Gegensätzen und dem kontrastierenden Klang der Sprechlaute.

Wie jede Fuge beginnt auch diese mit ihrem Thema:

Ratibor! Und der Fluss Mississippi und die Stadt Honolulu und der See Titicaca; der Popocatépetl liegt nicht in Kanada, sondern in Mexiko, Mexiko, Mexiko.

Dieses Fugenthema wird von Tenor, Alt, Sopran und zuletzt Bass vorgetragen. Im weiteren Text werden auch noch die Städtenamen Málaga, Rimini, Brindisi, Athen, Nagasaki und Yokohama verarbeitet.

Das Chorstück liegt auch in einer englischsprachigen Version vor.

Die Rechte im deutschsprachigen Raum liegen beim Mills Musikverlag in Berlin.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Camel Raz: From Trinidad to Cyberspace: Reconsidering Ernst Toch’s “Geographical Fugue” in: Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 9/2 (2012) – ISSN 1862-6742 (online)