Yokohama

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Yokohama. Für weitere Bedeutungen siehe Yokohama (Begriffsklärung).
Yokohama-shi
横浜市
Yokohama
Geographische Lage in Japan
Yokohama (Japan)
Red pog.svg
Region: Kantō
Präfektur: Kanagawa
Koordinaten: 35° 27′ N, 139° 38′ OKoordinaten: 35° 26′ 37″ N, 139° 38′ 17″ O
Höhe: 24,39 m
Basisdaten
Fläche: 434,98 km²
Einwohner: 3.718.913
(1. Mai 2015)
Bevölkerungsdichte: 8550 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 14100-3
Postleitzahlbereich: 221-0001 - 221-0866
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Yokohama
Baum: Camellia japonica, Camellia sasanqua, Ginkgo, Japanische Zelkove, Shii-Castanopsis, Viburnum awabuki
Blume: Rose
Rathaus
Adresse: Yokohama City Hall
1-1, Minato-chō
Naka-ku, Yokohama-shi
Kanagawa 231-0017
Webadresse: http://www.city.yokohama.jp
Lage Yokohamas in der Präfektur Kanagawa
Lage Yokohamas in der Präfektur

Yokohama (jap. 横浜市, -shi) ist eine designierte Großstadt und Verwaltungssitz der japanischen Präfektur Kanagawa sowie eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt. Yokohama ist Teil des Ballungsgebiets von Tokio. Sie ist – nach Tokio – die zweitgrößte Stadt Japans und somit die größte Gemeinde des Landes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yokohama liegt auf der westlichen Seite der Bucht von Tokio und besitzt einen bedeutenden Handelshafen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Eröffnung des Seehafens 1859 war an diesem Platz ein Fischerdorf. Als 1853 der US-Commodore Matthew Perry mit seiner Flotte von neun Dampfschiffen in der Bucht von Edo (heute: Bucht von Tokio; vor dem späteren Yokohama) landete, zwang er damit das bis dahin nahezu vollständig isolierte Japan zur Öffnung. Dadurch wurde der Ort zu einem zentralen Umschlagplatz für den internationalen Handel.

Die geografische Lage (etwa 30 km südlich von Tokio) ließ es dem Shōgun als idealen Ort für eine Ausländersiedlung erscheinen. Auf einer Insel entstand eine erste abgeschottete Siedlung für Ausländer, The Bluff genannt. Zugleich entstanden britische, amerikanische und niederländische Garnisonen. Zu Beginn wurden einzelne ausländische Konsulate in Tempeln untergebracht.

In der Folgezeit entstanden hier Gebäude für die Niederlassungen ausländischer Firmen, die noch heute im Hafengebiet das Stadtbild prägen. In der Meiji-Zeit war der Handel und die Produktion von Seide ein wichtiger Wirtschaftszweig. 1872 fuhr zwischen Tokio und Yokohama die erste Eisenbahn Japans. Am 1. April 1889 erhielt Yokohama bei der Einführung moderner Gebietskörperschaften den Status einer Großstadt (shi).

1923 wurde die Stadt wie das benachbarte Tokio vom Großen Kanto-Erdbeben stark zerstört. 1942 überstieg die Einwohnerzahl die Millionengrenze.

Im Rahmen des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt im April 1945 und Mai 1945 zweimal durch die United States Army Air Forces (USAAF) mit Napalmbomben bombardiert. Die Angriffe zerstörten rund 57 % des Stadtgebietes und forderten 4.832 Tote und 17.967 Verletzte. Durch die Angriffe wurden 22 km2 der Stadt niedergebrannt. (siehe Luftangriffe auf Tokio)

Im Jahr 2002 war Yokohama Austragungsort des Finales der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Deutschland.

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionen im Rat der Stadt Yokohama
(Stand: 30. April 2015)[1]
       
Von 86 Sitzen entfallen auf:

Als seirei shitei toshi („Großstadt per Regierungserlass“) ist Yokohama in Stadtbezirke (ku) unterteilt. Diese sind seit 1994:

Bürgermeisterin von Yokohama ist seit 2009 die ehemalige Managerin Fumiko Hayashi, die 2013 mit Unterstützung der drei größten Parteien bei historisch niedriger Wahlbeteiligung von 29 % gegen zwei Herausforderer für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wurde.[2]

Der Rat der Stadt Yokohama (Yokohama-shikai, 横浜市会, wie im Kaiserreich) hat regulär 86 Mitglieder, die durch nicht übertragbare Einzelstimmgebung auf vier Jahre gewählt werden – wie in allen japanischen Gemeinden. Als Wahlkreise dienen die 18 Bezirke. Aus der letzten Wahl im April 2015 ging die Liberaldemokratische Partei (LDP) als stärkste Partei hervor.

Ins Parlament der Präfektur Kanagawa wählen die als Wahlkreise fungierenden 18 Bezirke der Stadt Yokohama zusammen 41 der insgesamt 105 Abgeordneten. Darunter sind nach der Wahl 2015 19 Mitglieder der LDP-Fraktion und zwölf der DPJ-Fraktion (Stand: Juli 2015).[3]

Ins Unterhaus des nationalen Parlaments wählt die Stadt in den Wahlkreisen Kanagawa 1 bis 8 acht Abgeordnete direkt, wobei der Wahlkreis 4 sich auch auf südwestliche Vororte von Yokohama erstreckt. Bei der Unterhauswahl 2014 gingen sechs Sitze an die Regierungskoalition aus Liberaldemokraten und Kōmeitō, darunter im Wahlkreis Kanagawa 2 Kabinettssekretariatschef Yoshihide Suga, Kanagawa 4 an den parteilosen Keiichirō Asao (bis zur Auflösung kurz vor der Wahl Vorsitzender der Minna no Tō) und der Wahlkreis 8 an Kenji Eda, damals Kovorsitzender der Ishin no Tō.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Yokohama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Shin-Yokohama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Bahnlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yokohama in den 1880er Jahren
Sankei-en-Park
Chinatown
Yokohama Landmark Tower

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seidenmuseum: Herstellung und Verarbeitung von Seide; mit vielen Kleidern.
  • Yokohama Archives of History: Zur Entwicklung von Hafen und Stadt, speziell auch der Ankunft Perrys.
  • Ramen-Museum: Hier wurde auf mehreren Etagen ein Ausschnitt aus dem Yokohama von vor 50 Jahren nachgebaut, darin sind die berühmtesten Ramen-Nudel-Geschäfte Japans nachgebildet und man kann die verschiedenen Nudelsorten probieren. Das Museum befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Shin-Yokohama.
  • Matsuri-Museum: Dieses Museum ist den in Yokohama stattfindenden Schreinfesten (jap. Matsuri) gewidmet.

Ausflugsziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kodomo no kuni: Bedeutet "Kinderland". Ein schönes Ausflugsziel, um mit der Familie einen ereignisreichen Tag zu verbringen. Viel Platz zum Spazieren und Spielen. Ein Streichelzoo ist auch vorhanden.
  • Nogeyama-Zoo: Einer der wenigen Zoos, die keinen Eintritt erheben. Er bietet eine große Anzahl von Tieren sowie einen Streichelzoo, in dem Kinder mit Kleintieren spielen können.
  • Zoorasia: Schöner Zoo mit vielen Spielmöglichkeiten für Kinder. Dieser Zoo kostet allerdings Eintritt.
  • Yokohama Hakkeijima Sea Paradise: Ein großer Ausflugspark mit einem Aquarium. Ansonsten Fahrattraktionen, Geschäfte, Restaurants etc.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Yokohama, Rat: Abgeordnete nach Fraktion
  2. 横浜市長選、林文子氏が再選 投票率過去最低29%. In: Asahi Shimbun Digital. 25. August 2013, abgerufen am 28. September 2013 (japanisch).
  3. Parlament der Präfektur Kanagawa: Abgeordnete nach Wahlkreis
  4. Claus-Jürgen Göpfert: Frankfurts neue Partnerschaft: Liaison mit Japans zweitgrößter Stadt. In: fr-online.de. 8. März 2011, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  5. Webseite des Kulturzentrums

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yokohama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien