Medienkorrespondenz

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Medienkorrespondenz
Logo der Medienkorrespondenz.jpg
Beschreibung Deutsche Zeitschrift für Medienpolitik, Hörfunk und Fernsehen
Sprache deutsch
Verlag dreipunktdrei mediengesellschaft mbH, Bonn (Deutschland)
Erstausgabe 2. Dezember 1953
Erscheinungsweise 14-täglich freitags
Verkaufte Auflage
(Mediadaten für 2016[1])
800 Exemplare
Chefredakteur Dieter Anschlag
Weblink www.medienkorrespondenz.de
ZDB 525657-4

Die Medienkorrespondenz (MK; früher: Funkkorrespondenz) ist eine deutsche Medienfachzeitschrift, die seit 1953 herausgegeben wird. Sie erschien bis Ende 2014 unter dem Namen Funkkorrespondenz wöchentlich. Anfang Januar 2015 wurde sie in Medienkorrespondenz umbenannt; seither erscheint die Zeitschrift 14-täglich. In der Medienkorrespondenz enthalten sind Artikel und Meldungen über Medienpolitik und Rundfunkanstalten, Kritiken und Nachrichten über Hörfunk- und Fernsehsendungen. Die Zeitschrift richtet sich nach eigenen Angaben an Intendanten, Programmdirektoren, Produzenten in Fernsehen und Hörfunk, an Medienjournalisten, Medien- und Kommunikationswissenschaftler, an Studenten aus diesem Bereich und an allgemein Medieninteressierte.

Die Zeitschrift ist ausschließlich per Abonnement erhältlich. Ausgewählte Artikel der Medienkorrespondenz werden auch auf ihrer Internetpräsenz veröffentlicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift hat mehrere Verlagswechsel hinter sich. Ende 2002 wurde die Einstellung der damals noch Funkkorrespondenz heißenden Publikation aus finanziellen Gründen erwogen, was von dem Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) kritisiert wurde.[2] Daraufhin wurde die Zeitschrift 2003 der Verlagsgruppe des Rheinischen Merkurs angegliedert, welche 2010 in die dreipunktdrei mediengesellschaft mbH (einer 100-prozentigen Tochter der Katholischen Nachrichten-Agentur[3]/KNA) überging.[4] Die dreipunktdrei mediengesellschaft gibt auch die Fachzeitschrift film-dienst heraus.

Im Februar 2013 gab es Medienberichte, wonach die Einstellung der Fachzeitschrift erneut in Betracht gezogen werde. Der Kölner Stadt-Anzeiger berief sich dabei auf ein Schreiben, in dem der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz für den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) den dreipunktdrei-Geschäftsführer fragt, welche zusätzlichen Mittel zur „Liquidation der 'Funkkorrespondenz' zum 30. Juni 2013“ erforderlich seien. Eine Entscheidung darüber sollte Mitte Juni 2013 gefällt werden.[5] Den finanziellen „Spareffekt“ bei einer Einstellung des Blattes bezeichnete der Geschäftsführer als gering.[4]

Das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) in Berlin veröffentlichte am 11. März 2013 auf seiner Website einen Appell, in dem Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Medienbranche die Deutsche Bischofskonferenz „eindringlich“ bitten, „das weitere publizistische Wirken der 'Funkkorrespondenz' substantiell sicherzustellen“. Zu den rund 40 Unterzeichnern des Appells gehören Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, der frühere Ministerpräsident Bernhard Vogel, Grünen-Chef Cem Özdemir, ARD-Programmdirektor Volker Herres, RBB-Intendantin Dagmar Reim, der vormalige ZDF-Intendant Dieter Stolte, der Fernsehmoderator Gert Scobel und der Präsident von Turner Broadcasting System International, Gerhard Zeiler (ehemaliger RTL-Geschäftsführer).[6]

Am 22. April 2013 entschied der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz auf seiner Sitzung in Würzburg, dass die Funkkorrespondenz weiterbetrieben wird. Das sagte ein Sprecher der Bischofskonferenz am 23. April gegenüber der KNA. Damit sind die Überlegungen vom Tisch, den Fachdienst einzustellen. Der Ständige Rat habe insbesondere das medienethische, medienpädagogische und medienpolitische Engagement der Funkkorrespondenz gewürdigt, erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz.[7] RBB-Intendantin Dagmar Reim begrüßte die Entscheidung für die Fortführung der Funkkorrespondenz. In einer Mitteilung des Senders vom 23. April 2013 wurde Reim dazu mit den Worten zitiert: „Ein wichtiges Medium für die kritische Begleitung unserer Zunft bleibt bestehen. Das ist eine gute Nachricht für alle Medienschaffenden, die aus ihrer Branche zuletzt oft Hiobsbotschaften hören mussten. Beharrlichkeit, sachliche Recherche und journalistische Neugier zeichnen die ’Funkkorrespondenz’ aus, es ist gut, ihre Existenz gesichert zu wissen.“[8]

Zum 1. Januar 2015 wurde die Funkkorrespondenz in Medienkorrespondenz umbenannt.[9] Derzeit arbeiten zwei Redakteure für die Medienkorrespondenz. Im Jahr 2002 wurden Chefredakteur Dieter Anschlag und Autor Dietrich Leder für ihre Arbeit bei der (damaligen) Funkkorrespondenz mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mediadaten für 2016. Medienkorrespondenz, abgerufen am 5. September 2016 (PDF; 0,8 MB, Seite 3).
  2. "Der Schaden für die Kirche wäre gewaltig" - LfM-Direktor Norbert Schneider kritisiert mögliche Einstellung der "Funk-Korrespondenz". Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, 4. Dezember 2002, abgerufen am 27. Februar 2013.
  3. Verlag, Redaktion, Agentur. dreipunktdrei mediengesellschaft mbH, abgerufen am 27. Februar 2013.
  4. a b Bischöfe prüfen Zukunft der katholischen "Funkkorrespondenz". Evangelischer Pressedienst, 27. Februar 2013, abgerufen am 27. Februar 2013.
  5. Kölner Stadt-Anzeiger: Katholische Bischöfe erwägen die Einstellung des Mediendienstes "Funkkorrespondenz". In: news aktuell Presseportal. Kölner Stadt-Anzeiger, 27. Februar 2013, abgerufen am 27. Februar 2013.
  6. Institut für Medienpolitik: Betr.: Funkkorrespondenz. Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, 11. März 2013, abgerufen am 14. März 2013.
  7. "Funkkorrespondenz" bleibt erhalten. Katholische Nachrichten-Agentur, 23. April 2013, abgerufen am 13. Mai 2013.
  8. Dagmar Reim: Fortbestand der "Funkkorrespondenz" gute Nachricht. Rundfunk Berlin-Brandenburg via News aktuell Presseportal, 23. April 2013, abgerufen am 13. Mai 2013.
  9. epd: Fachdienst "Funkkorrespondenz" erscheint nur noch alle zwei Wochen. 15. Dezember 2014, abgerufen am 5. Januar 2015.