Günter Senkel

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Günter Senkel (2013)

Günter Senkel (* 1958 in Neumünster) ist ein Kieler Autor, der gemeinsam mit Feridun Zaimoglu eine Anzahl Drehbücher, Theaterstücke und Dramenbearbeitungen verfasst hat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der Siebziger war Senkel laut Rowohlt Theater Verlag „abwechselnd als Wehrkraftzersetzer bei der Bundeswehr und auf dem Bauplatz in Brokdorf“ tätig gewesen, hiernach arbeitete er unter anderem als Plakatierer, Speditionskraftfahrer und Sortierer von Getränkeflaschen. Auch Studium der Physik, das er jedoch um eine Buchhandlung in Kiel zu betreiben aufgab. Um 1997 beginnt er seine Tätigkeit als freier Autor.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ein Jahr später wird ein zusammen mit Feridun Zaimoglu verfasstes Drehbuch Senkels Brandmal mit dem Drehbuchpreis der Medienstiftung Schleswig-Holstein, einem Vorläufer des Schleswig-Holstein Filmpreises und des Norddeutschen Filmpreises, ausgezeichnet. Dieses war von Ereignissen um den Lübecker Brandanschlag inspiriert. Die fiktionale Geschichte beginnt mit einem bewaffneten Raub, für den der Türke Irfan zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wird, nachdem der Mittäter Husni, ein Ägypter, ihn belastet und dafür von der Staatsanwaltschaft Straferleichterung erhalten hat. Voller Rachegedanken bemüht sich Irfan fortan um gute Führung und erreicht schließlich die vorzeitige Entlassung. Wenig später geht das Mehrfamilienhaus, in dem Husni lebt, in Flammen auf. Husni, dem der Anschlag möglicherweise gegolten hat, überlebt als einziger. Als Husni kurz darauf der Staatsanwalt überraschenderweise die Brandstiftung gesteht, scheint der Fall gelöst. Allein eine Reporterin, die am Anfang ihrer Laufbahn steht, traut dem Geständnis nicht und beginnt eigene Recherchen. Als Husni bald darauf bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wird, deckt sich ihr auf, dass der Ägypter gar nicht in Notwehr beschossen worden sein kann, sondern regelrecht hingerichtet wurde. Während der Bundesgrenzschutz sich längst um Vertuschung bemüht, gerät die junge Reporterin, die Geheimnis um Geheimnis nachspürt, mehr und mehr auch selbst in lebensgefährliche Situationen. Das Drehbuch wurde zwar nicht verfilmt, aber 2000 von u. a. Mavie Hörbiger, Götz Otto, Thorsten Nindel innerhalb der Veranstaltungsreihe Readings öffentlich aufgeführt. Eine weitere Lesung fand im selben Jahr am deutschen Schauspielhaus Hamburg statt. Hier lasen u. a. Julia Jäger, Andreas Brucker und Michael Schönborn.

Dramenbearbeitungen und Bühnentexte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dieser frühen Würdigung folgte nach weiteren Drehbüchern sowie Dramenbearbeitungen das erste aufgeführte Bühnenstück nach einem eigenen Stoff, Casino Leger, eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Frankfurt. Drastische Textfassungen von Theaterklassikern entstanden insbesondere für Aufführungen Luk Percevals: für die Münchner Kammerspiele entstand William Shakespeares Othello sowie Molière. Eine Passion, das 2007 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. Beide Adaptionen sorgten für einiges Aufsehen. Für das Theater Kiel schrieben Senkel/Zaimoglu Romeo und Julia neu. Auch entstand mit Nathan Messias (2006) ein von Lessings Nathan der Weise inspiriertes Stück.

Bis heute war von den Stücken nach eigenen Stoffen Schwarze Jungfrauen besonders erfolgreich, mit dem Senkel und Zaimoglu 2007 u. a. zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen wurden, das am Wiener Burgtheater gespielt wurde und 2008 als Hörspiel bearbeitet wurde. Neuübersetzungen und Theaterstücke Senkels/Zaimoglus erschienen auch im Druck.

Aufgeführte Theatertexte (zusammen mit Feridun Zaimoglu)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Casino Leger, UA Schauspiel Frankfurt 2003
  • Ja. Tu es. Jetzt., UA Junges Theater Bremen, 2003
  • Halb so wild, UA Theater Kiel, 2004
  • Othello, nach Shakespeare, UA Kammerspiele München, 2003
  • Lulu Live, nach Wedekind, UA Kammerspiele München, 2006
  • Nathan Messias, UA Schauspiel Düsseldorf, 2006
  • Schwarze Jungfrauen, Theater Hebbel am Ufer, 2006
  • Molière, UA Salzburger Festspiele, Schaubühne am Lehniner Platz, 2007
  • Romeo und Julia, nach Shakespeare, UA Theater Kiel, 2006
  • Schattenstimmen, UA Schauspiel Köln, 2008
  • Siegfrieds Erben, UA Nibelungenfestspiele Worms, 20. Juli 2018