Gaya

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Dieser Artikel beschreibt das historische Gebiet Gaya auf der Koreanischen Halbinsel, zu anderen Bedeutungen siehe Gaya (Begriffsklärung)
Ungefähre Ausdehnung Gayas
Geschichte Koreas
bis 10. Jahrhundert
Prähistorisches Korea
Antike
Proto-Drei-Reiche
Zeit der Drei Reiche
  • Goguryeo (37 v. Chr. – 668 n. Chr.)
  • Baekje (18 v. Chr. – 660 n. Chr.)
  • Silla (57 v. Chr. – 935 n. Chr.)
  • Gaya (42/370 – 562 n. Chr.)
Nord- und Südstaaten
Spätere Drei Reiche

Gaya (kor. 가야, Hanja , rev. Gaya, Aussprache ɡ~ɣaja) war von 42 n. Chr. bis 562 n. Chr. eine Konföderation aus Stämmen im mittleren Süden der Koreanischen Halbinsel. Traditionell beziffern Historiker den Zeitraum Gayas von 42 n. Chr. bis 532 n. Chr. (Geumgwan Gaya). Nach archäologischen Ausgrabungen entwickelten allerdings sich im dritten und vierten Jahrhundert vielschichtige Stammestümer Byeonhans in die Konföderation Gaya.[1]:S. 179–200 Diese wurde später von Silla erobert.[1]:S. 179–200

Geschichte Gayas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung der Konföderation aus Stämmen lässt sich auf die Samhan-Konföderationen zurückverfolgen. Gaya gehörte dabei dem Stammesverband der Byeonhan an. Dieser, und damit auch Gaya, bestand am Unterlauf des Nakdong im mittleren Süden der Koreanischen Halbinsel und zwischen den Königreichen Baekje und Silla gelegen.

Die Gaya-Konföderation war zunächst angeführt von Stamm Geumgwan Gaya in Gimhae und später vom Stamm Dae Gaya in Goryeong. Da es bald von Silla eingenommen wurde, rechnet man es üblicherweise dem Korea der drei Reiche, Goguryeo, Baekje und Silla, zu. Durch die rasch wechselnde politische Konstellation auf der Koreanischen Halbinsel scheinen die Gaya-Staaten, eingezwängt zwischen Baekje und Silla, die sich bald bekämpften, bald verbündeten, keine Chance gehabt zu haben sich zu einem lebensfähigen Königreich entwickeln zu können.[2]

Gründungsstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründerstaaten der Konföderation Gaya waren Geumgwan Gaya, Ara Gaya, So Gaya und Dae Gaya. Diese Staaten selbst waren Nachfolger anderer Kleinstaaten:

  • Geumgwan Gaya entstand aus Guya, einem Kleinstaat im heutigen Gimhae und Busan.
  • Ara Gaya entstand aus Anya, einem Kleinstaat der Byeonhan-Konföderation. Sein Zentrum ist im heutigen Haman zu finden.
  • So Gaya, auch bekannt als Gojaguk, entwickelte sich in der Gegend des heutigen Goseong, Jinju und Sacheon an der Südküste der Koreanischen Halbinsel.
  • Dae Gaya entstand aus dem Kleinstaat Ballo im heutigen Landkreis Goryeong.

Bedeutung Gayas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tongefäß aus Gaya, 5. oder 6. Jahrhundert
eine Krone aus Gaya ausgestellt im Nationalmuseum von Korea

Gaya war aufgrund seiner reichen Eisenvorkommen am mittleren und unteren Flusslauf des Nakdong ein Zentrum internationalen Handels; Es lieferte Eisen und andere Ware über das Meer zum Beispiel in die chinesische Lelang-Kommandantur oder nach Japan.[2]

Gayas politischer Einfluss auf die anderen drei Reiche der Koreanischen Halbinsel Goguryeo, Baekje und Silla war begrenzt, auch aufgrund der frühen Vernichtung. Dennoch war trotz seiner Kurzlebigkeit sein kultureller Einfluss auf Silla bedeutend. Aus seiner Oberschicht, die der Aristokratie Sillas angegliedert wurde, gingen Persönlichkeiten hervor, die sich um die Vereinigung der Halbinsel unter Sillas Führung große Verdienste erwarben.[2]

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaya begann vermehrt Eisen statt Bronze für die Produktion von Alltagsgegenständen zu verwenden.

Waffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Kennzeichen der Waffen Gayas gehören Schwerter mit Phönix- oder Drachendekor am Knauf und Schwertknäufe mit Kleeblatt-Verzierung. Sie müssen als soziale Statussymbole innerhalb der Konföderation gedient haben.

Pferdegeschirr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gayas Pferdeausrüstung war ursprünglich mehr praktisch als von erlesener Verarbeitung wie das Pferdegeschirr Sillas. Aber es wurden auch fein verzierte Stücke mit Silla- und Baekje-Einfluss gefunden.

Töpferwaren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Realitätsgetreue Tonfiguren von Menschen und Tieren wurden oft Verstorbenen als Gefährten ins Grab beigegeben. Einige Tierfiguren dienten auch Schüsseln und anderen Gefäßen als Dekoration.

Schmuck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schmuck Gayas und Mimanas beinhaltet Bronze-vergoldete Kronen mit Blumenmuster, Ohrringe, Armreife, Ringe und verschiedene Ketten aus Glas.

Mimana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mimana

Der Staat Gaya ist ein kontroverses Thema in japanisch-koreanischen Geschichtsauseinandersetzungen. Mohan (2016) beschreibt die Theorie einer japanischen Kolonie in der Gaya-Region als „beständigste und einflussreichste Schilderung Japans kultureller und politischer Hegemonie“.[3]:S. 107 Die traditionelle japanische Geschichtsschreibung, Gaya sei eine Kolonie des antiken Japan gewesen, baut auf dem Nihonshoki auf. Gleichzeitig gibt es Theorien, es hätte koreanische Kolonien auf dem japanischen Archipel gegeben.[3]:S. 108 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gina Lee Barnes: State Formation in Korea: Historical and Archaeological Perspectives. Psychology Press, 2001, ISBN 978-0-7007-1323-3, Introducing Kaya History and Archaeology.
  2. a b c Der Brockhaus in Text und Bild 2003 [SW], elektronische Ausgabe für Office-Bibliothek, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, 2003; Artikel: „Korea bis 668 n. Chr.: Staatenbildung im Land der Morgenstille“
  3. a b Pankaj Mohan: The Controversy over the Ancient Korean State of Gaya: A Fresh Look at the Korea–Japan History War. In: Michael Lewis (Hrsg.): 'History Wars' and Reconciliation in Japan and Korea. The Roles of Historians, Artists and Activists. Palgrave Macmillan US, 2016, ISBN 978-1-137-54102-4, S. 107–124, doi:10.1057/978-1-137-54103-1_6 (Google Books [abgerufen am 19. Januar 2017]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gaya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 35° N, 128° O