Geh doch nach drüben

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„Geh doch nach drüben!“, „geht doch rüber!“ oder „geh doch nach drüben, wenn’s dir hier nicht passt!“ sind umgangssprachliche Redewendungen aus der Zeit, in der Deutschland durch die innerdeutsche Grenze in die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland geteilt war.

In Westdeutschland wurde die Aufforderung als stereotype Antwort auf kritische Anfragen an die Verhältnisse im eigenen Land geäußert, um einer Diskussion auszuweichen und um Kritikern Sympathien mit den DDR-Verhältnissen zu unterstellen. Mit drüben war die Ostzone oder das Gebiet der DDR gemeint. In der DDR wurde mit diesen Sätzen mitunter versucht, Kritiker mundtot zu machen.[1] Nach der deutschen Wiedervereinigung verloren diese Redewendungen an Bedeutung.

Verwendung der Redewendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Radio-Comedy-Sendung Gerd Show veröffentlichte ein Lied, das sich auf die Redewendung bezog.[2]

Das ZDF betitelte 2015 eine zweiteilige Dokumentation über den Vergleich von ost- und westdeutschem Lebensstil mit dieser Aufforderung.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Korte: Geh doch rüber. Feinste Beobachtungen aus Ost und West. In: Neues Deutschland. Berlin 2013, ISBN 978-3-939440-10-9.
  • Martin Schaad: „Dann geh doch rüber“: über die Mauer in den Osten. Ch. Links, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-516-4.[4]
  • Frank Blohm (Hrsg).: Geh doch rüber! Begegnungen von Menschen aus Ost und West. Darmstadt/Neuwied 1986, ISBN 3-472-61631-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Spülbeck: Ordnung und Angst: Russische Juden aus der Sicht eines ostdeutschen Dorfes nach der Wende. Eine ethnologische Studie. Campus Verlag, 2013. S. 74.
  2. Geht doch nach Drüben; Songtext, veröffentlicht bei Golyr.de, abgerufen am 10. April 2016.
  3. Geh doch nach drüben! (1/2) bei zdf.de, abgerufen am 7. April 2016.
  4. Autorenporträt: Dr. Martin Schaad, Abstract
  5. Frank Blohm (Hrsg.): Geh doch Rüber! Revisited. Ein Ost-West-Lesebuch und seine Geschichte, Berlin 2019 (Rezension von Herbert Ammon). Abgerufen am 13. September 2019.