Geier (Vogel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Indiengeier (Vertreter der Altweltgeier) im Nest (Orchha, Madhya Pradesh, Indien)
Ein Truthahngeier (Vertreter der Neuweltgeier) beim Sonnenbad (Bluff, Utah, USA)

Geier ist die Trivialbezeichnung für eine Reihe meist großer bis sehr großer Arten der Greifvögel (Accipitriformes), die meist überwiegend oder ausschließlich Aas fressen. In den Anfängen der zoologischen Systematik waren die damals bekannten bzw. wahrgenommenen Arten der Geier zusammen mit der Harpye noch in der Gattung Vultur (lat. ‚Geier‘) vereint.[1] Heute verteilen sie sich auf mehrere Gattungen in mehreren Familien und Unterfamilien, die, nachgewiesen durch Vergleiche von Gensequenzen, jeweils nicht unmittelbar miteinander verwandt sind.[2] Die „Geier“ bilden folglich kein Monophylum und ihre ähnliche Lebensweise und das teilweise ähnliche Äußere sind auf konvergente Evolution zurückzuführen.

Als „Geier“ werden bezeichnet:

  • aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae)
    • die Arten der Unterfamilie der Altweltgeier (Aegypiinae), vorkommend in Südeuropa, Afrika und Asien
    • drei von vier Arten der Unterfamilie Gypaetinae, zu der unter anderem der Bartgeier gehört.
  • die Arten der Familie der Neuweltgeier (Cathartidae), vorkommend in Nord- und Südamerika

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • T. Mebs und D. Schmidt: Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2006, ISBN 3-440-09585-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carolus Linnæus: Systema Naturæ. 10. Auflage. Band 1. Stockholm 1758, S. 86 f. (BHL).
  2. H. R. L. Lerner, D. P. Mindell: Phylogeny of eagles, Old World vultures and other Accipitridae based on nuclear and mitochondrial DNA. In: Molecular Phylogenetics and Evolution Bd. 37, 2005, S. 327-346.