geogen

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Das Adjektiv geogen (altgriechisch γῆ gē̂ „Erde“ mit dem Verbalstamm gen- „entstehen“) ist ein Fachbegriff für die Beschreibung von Stoff- oder Elementkonzentrationen im Boden, Luft und Wasser, die auf natürliche Prozesse zurückzuführen sind. In der Geologie, Geochemie oder in den Umweltwissenschaften wird häufig die geogene Hintergrundkonzentation eines Stoffes oder chemischen Verbindung als Basis- oder Bezugswert angegeben, um den anthropogen Einfluss auf ein Stoffsystem abzugrenzen.

Ausgewählte Fallbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eau Rouge: Geogene Verockerung an einem Quellaustritt im Hohen Venn

Geogene Grundbelastungen sind in erster Linie von den geologischen Verhältnissen im Untergrund abhängig. So können beispielsweise anthropogen völlig unbelastete Gewässer oder Böden nicht zur Trinkwassergewinnung oder landwirtschaftlich genutzt werden, wenn sie z. B. im Bereich von Erzlagerstätten durch erhöhte Schwermetallgehalte gekennzeichnet sind.

In bestimmten Gesteinsformationen können durch Aufstieg von Tiefenwässern die oberflächennahen Wässer oder Gesteine geogen stark erhöhte Gehalte von Schwermetallen oder radioaktiven Elementen aufweisen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt überwacht beispielsweise großflächig die erhöhten Arsen-Gehalte in bayerischen Molassesedimenten.[1]

Auch durch Felsstürze können durch die Zerrüttung des Gesteins verstärkt lokal gasförmige Stoffe freigesetzt werden. Ein bekanntes Beispiel ist die geogene Anreicherung mit radioaktivem Radon nach einem Felssturz in Umhausen in Tirol.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Bayer: Natürliche Arsenanreicherungen in der Oberen Süßwassermolasse Bayerns. Veröffentlichungen des Grundbauinstitutes der Landesgewerbeanstalt Bayern, Band 77, Nürnberg 1995, 250 S.
  2. Fridolin Purtscheller, Volkmar Stingl, Richard Tessadri, Volkmar Mair, Thomas Pirchl, Gertraut Sieder, Peter Brunner, Peter Schneider, Oswald Ennemoser: Geologisch-petrographische Ursachen der Radonanomalie in Umhausen (Tirol). Mitteilungen der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, Band 88, Wien 1997, S. 7–13.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sylke Hilberg: Umweltgeologie – Eine Einführung in Grundlagen und Praxis. Springer, 2015, ISBN 978-3-6624-6948-4, 245 S.
  • Autorenkollektiv (Hrsg.): Lexikon der Geowissenschaften, Band II, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2000, ISBN 3-8274-0421-5, S, 267.