Georg Sporschill

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Georg Sporschill (2008)

Georg Sporschill SJ (* 26. Juli 1946 in Feldkirch, Vorarlberg) ist ein österreichischer Jesuit und Sozialseelsorger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Sporschill wurde als fünftes von neun Geschwistern in Feldkirch geboren. Der Vater war als Bauingenieur viel unterwegs, die Mutter sorgte für die Erziehung der neun Kinder.

Nach der Matura am humanistischen Gymnasium Feldkirch studierte Georg Sporschill an den Universitäten in Innsbruck und Paris Theologie, Pädagogik und Psychologie. Anschließend war er als Assistent von Ernst Tewes, Bischofsvikar für die Region München in der Erzdiözese München und Freising, tätig, dann als Referent für Erwachsenenbildung im Amt der Vorarlberger Landesregierung. 1976 trat er mit 30 Jahren in den Jesuitenorden ein und empfing zwei Jahre später in Wien die Priesterweihe.

Statt Erwachsenenbildung stand nun Jugend- und Sozialarbeit auf seinem Programm. Als junger Kaplan in der Pfarre Wien-Lainz, die mit dem Kardinal König Haus verbunden ist, gründete und begleitete er viele Jugendgruppen.[1] Daneben leitete er in dieser Zeit die Redaktion der Zeitschrift Entschluß. Ab 1980 galt sein Engagement strafentlassenen, drogensüchtigen und obdachlosen Jugendlichen in Wien. Er wohnte mit ihnen unter einem Dach. Pater Georg Sporschill baute für die Caritas Jugend- und Obdachlosenhäuser auf, er schickte den „Canisibus“ mit Suppe für die Menschen auf der Straße an die Bahnhöfe und gründete das Wiener Innenstadtlokal „Inigo“, das Langzeitarbeitslosen Arbeit und Selbstbewusstsein verschafft.

Im Auftrag des Jesuitenordens ging Pater Sporschill SJ nach Bukarest, um dort Hilfe für Straßenkinder zu leisten. Zusammen mit Ruth Zenkert gründete er in Rumänien den Verein Concordia, holte Kinder von der Straße und aus den Kanälen Bukarests. Kinderhäuser, Sozialzentren, Lehrwerkstätten, Musikschulen und soziale Wohngemeinschaften wurden gegründet. Daraus entstand das Lebenswerk von Pater Sporschill SJ, das seit mehr als 20 Jahren tausende Kinder gerettet hat. Viele dieser Kinder führen heute ein selbständiges Leben mit Familie und Zukunft. Viele junge Erwachsene sind bis heute mit Pater Sporschill SJ in Kontakt. In der Republik Moldau und in Bulgarien entstanden soziale Werke: Suppenküchen für tausende alte Menschen, Sozialzentren und ein Zuhause für verlassene Kinder im Armenhaus Europas.

„Wir gehen dorthin, wo die Not am größten ist.“ Dieses Wort des Heiligen Ignatius hat Pater Sporschill SJ zu Romafamilien in den drei siebenbürgischen Orten Hosman, Nou und Ziegental in der Nähe von Hermannstadt geführt. 2012 hat er den Verein Elijah gegründet, um Romafamilien zu helfen, die dort in unvorstellbarer Armut leben. Wie der Prophet Elijah treten Pater Sporschill SJ und Ruth Zenkert für die Armen ein. Sie wollen den Hunger stillen, die Kinder zum Leben erwecken, armen und ausgestoßenen Menschen zu ihrem Recht verhelfen. Durch die Musik gewinnen sie die Herzen der Kinder. Eine Musikschule wurde aufgebaut, Sozialzentren bieten Platz zum Lernen. Werkstätten schaffen Arbeitsplätze.[2] Der ganze Einsatz von Pater Sporschill SJ gilt nun dem neuen sozialen Werk Elijah.

Pater Georg Sporschill SJ ist Gründer einer Bibelschule, wöchentlich erscheint das Bimail, ein Bibelwort für unsere Zeit.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Hrsg.), mit Gilbert Niggl (Mitarbeit): Wie heute beten. Ein Arbeitsbuch für die Erwachsenenbildung. (= Reihe Information und Bildung), Stuttgart 1973, ISBN 3-460-20021-9.
  • (Mitarbeit), Rupert Feneberg (Einleitung), Marianne Fichten (Beitrag), Fritz Fischer (Beitrag): Glückliche Kinder? Gemeindeseminar zu Fragen der Kindererziehung. (= Modelle und Materialien für die Erwachsenenbildung in der Gemeinde, Band 2) Freiburg i. Br. 1973, ISBN 3-419-53861-8.
  • (Hrsg.), Rupert Feneberg (Mitarbeit): Wie heute beichten. Konkrete Schritte zu einer neuen, sinnvollen Praxis. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1974, 3. Auflage 1974, 4. Auflage 1976, 5. Auflage 1977, ISBN 3-451-17071-X.
  • mit Wolfgang Feneberg: Religiöse Jugendarbeit. Werkbuch für Gruppenleiter. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1983, ISBN 3-451-19666-2.
  • (Hrsg.), Karl Rahner (Autor): Bekenntnisse. Rückblick auf 80 Jahre, Wien, München 1984, ISBN 3-7008-0258-7.
  • (Hrsg.), Karl Rahner (Autor): Karl Rahner - Horizonte der Religiosität. Kleine Aufsätze. (= Edition Entschluss, Band 2), Wien, München 1984, ISBN 978-3-7008-0276-1.
  • (Hrsg.): Der verbrannte Dornbusch. Lebensveränderung und neue Gotteserfahrung (= Edition Entschluss, Band 2), Wien, München 1984, ISBN 3-7008-0275-7.
  • Schauen, hören, riechen, kosten, tasten. Die Höllenbetrachtung in den Exerzitien, in: Entschluß, Jahrgang 39, 1984, Heft 2, Seite 30–33.
  • (Hrsg.), Der Weg des Paulus. Apostel der Heiden (= Edition Entschluss, Band 3), Wien, München 1985, ISBN 3-7008-0291-9.
  • (Hrsg.), Rupert Feneberg (Mitarbeit), Karl Rahner (Beitrag), Wie heute beichten, 6. Auflage, Neuausgabe, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1986, ISBN 3-451-20828-8.
  • (Hrsg.), Verstehst Du mein Problem? Pater Georg Sporschill antwortet jungen Menschen (= Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Präventiv- und Rhabilitationspsychologie im Jugendalter, Wien), Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1988, ISBN 3-451-21095-9.
  • Die zweite Meile. Ein Leben mit Hoffnungskindern, Wien 2006, ISBN 3-8000-7211-4 und ISBN 978-3-8000-7211-8.
  • mit Wolfgang Feneberg (Autor), Peter Mitterbauer (Vorwort), Nora Schoeller (Photographien): Wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert. Wege zum spirituellen Training. Wien 2006, ISBN 978-3-8000-7275-0.
  • mit Wolfgang Feneberg: Du führst mich hinaus ins Weite. Wege zum spirituellen Training. Ueberreuter, Wien 2008, ISBN 978-3-8000-7362-7.
  • mit Carlo Maria Martini, Jerusalemer Nachtgespräche. Über das Risiko des Glaubens, Freiburg im Breisgau, Herder 2008, ISBN 978-3-451-05979-7.
  • mit Carlo Maria Martini (Autor), Kató Eszter (Übersetzung): A hit kockázata. Èjszakai beszélgetések Jeruzsálemben, Budapest 2009, (Jerusalemer Nachtgespräche <ungar.>), ISBN 978-963-662-182-7.
  • (Hrsg.), Gudrun Biffl (Autorin): Kinderarmut und Ausgrenzung in Europa - Beispiel Österreich und Donauraum. (= Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) (Hrsg.), Der Donauraum, Band 2), Wien 2010.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pater Georg Sporschill (Memento des Originals vom 4. September 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stift-klosterneuburg.at auf der Seite des Stift Klosterneuburg abgerufen am 15. November 2010
  2. Projekte - Elijah. In: www.elijah.ro. Abgerufen am 18. Mai 2016.
  3. Bimail « Meinung « DiePresse.com. In: DiePresse.com. Abgerufen am 18. Mai 2016.
  4. Józef Niewiadomski: Pater Georg Sporschill SJ - Ehrendoktor unserer Universität. Universität Innsbruck, 30. Mai 2005
  5. Friedensrose: Preis für St. Georgener, in: Bezirksrundschau Perg, Nr. 24, 13./14. Juni 2013, Seite 12
  6. Klartext vor dem Tod. Christ & Welt, Ausgabe 37, 2012