Georg Wolf (Bildhauer)

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Julie Wolfthorn: Porträt Georg Wolf
Georg Wolf: Der Flößer. Plastik im heute polnischen Toruń
Georg Wolf: Angelnder Knabe

Georg Wolf (geboren 3. Januar 1858 in San Francisco; gestorben 30. September 1930 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Gymnasium in Brieg (Schlesien) studierte er zunächst Architektur an den Kunsthochschulen in Wien und München. Einer starken Neigung folgend, wechselte er jedoch zur Bildhauerei und besuchte 1888–1890 die Berliner Kunstakademie (unter Fritz Schaper). Ab 1890 unterhielt er in Charlottenburg in der Spreestraße ein eigenes Atelier.[1] Mehrfach war er dann mit seinen Werken auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten.

Seine letzte Ruhestätte fand Georg Wolf auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolf entstammte einer jüdischen Familie. Nach dem frühen Tod der Eltern übernahmen die mütterlichen Großeltern die Betreuung der fünf Kinder. Seine Schwestern, Luise Wolf (1860–1942), Übersetzerin, und Julie Wolfthorn, Malerin und Graphikerin, wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert. Letztere fertigte auch ein Porträt ihres Bruders an mit einem gerade fertiggestellten Werk im Hintergrund.[2]

Georg Wolf ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Elsässer Tiermaler (1882–1962).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1914: Brunnen mit Flößerplastik; ein Geige spielender Flößer aus Bronze auf einem Sandsteinsockel, Thorn[3]
  • Angelnder Knabe, 43 cm große Bronzefigur auf Marmorplinthe, gegossen bei Gladenbeck[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Schulz: Deutsche Sculpturen der Neuzeit: eine Sammlung hervorragender Werke der Bildhauerkunst, ausgeführt von zeitgenössischen Künstlern. Bd. 1. Berlin / New York 1900, S. 34
  • E. M. Hughes: Artists in California 1786-1940, San Francisco 1986
  • Wolf, Georg. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 36: Wilhelmy–Zyzywi. E. A. Seemann, Leipzig 1947, S. 198.
  • Heike Carstensen: Leben und Werk der Malerin und Graphikerin Julie Wolfthorn (1864–1944). Rekonstruktion eines Künstlerinnenlebens, Marburg 2011 (S. 26–35 zur Familie und zu Georg Wolf)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Georg Wolf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolf, Georg. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1900, Teil 1, S. 1741. „Bildhauer, Charlottenburg, Spreestraße 15“. Spreestraße 23. In: Berliner Adreßbuch, 1910, Teil 5, Charlottenburg, S. 132. „Wolf, G.; Bildhauer“.
  2. Georg Hermann: Julie Wolfthorn. Künstlerbild. In: Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum, H. 12 (1. Dezember 1911), Sp. 1091–1100 (Porträt G. Wolf Sp. 1092)
  3. Abbildung und Kurztext zum Flößerbrunnen (Memento des Originals vom 4. Juni 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.torun.pl auf der Stadthomepage Toruń (deutsch)
  4. Abbildung auf Bronzegiesserei-herweg.de, abgerufen am 17. November 2014