Hans Vollmer (Kunsthistoriker)

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Hans Vollmer (* 16. November 1878 in Charlottenburg; † 15. Februar 1969 in Leipzig) war ein deutscher Kunsthistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war der Architekt Johannes Vollmer (1845–1920), sein Großvater der Hamburger Marinemaler und Grafiker Adolph Friedrich Vollmer (1806–1875). Er war der ältere Bruder des Malers und Plastikers Erwin Vollmer (1884–1973). Hans Vollmer studierte in Berlin und München Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie. 1906 wurde er mit einer Arbeit über Schwäbische Monumentalbrunnen von der Gotik bis zum Klassizismus promoviert.

Hans Vollmer übernahm 1923 die Redaktionsleitung des Thieme-Becker-Lexikons beim Verlag E. A. Seemann in Leipzig. Er arbeitete fast im Alleingang an dem Lexikon bis zum Abschluss des 37-bändigen Werks im Jahre 1950. Danach begann er mit den Ergänzungen für das 20. Jahrhundert, dem Allgemeinen Lexikon der Bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, das in sechs Bänden 1953 bis 1962 erschien. Eine Studienausgabe davon wurde noch einmal nach seinem Tod nachgedruckt.[1] Er diktierte auf Grundlage von Notizen, die er in der Nationalbibliothek in Leipzig exzerpierte, insgesamt 47.229 Künstlerbiographien, wobei täglich 15 bis 20 Schreibmaschinenseiten entstanden. In Anerkennung dieser Arbeitsleistung erhielt Hans Vollmer bereits 1957 den Vaterländischen Verdienstorden der Deutschen Demokratischen Republik.[2]

Anfang 1964 ging er in den Ruhestand.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magdalena George (Hrsg.): Festschrift Hans Vollmer. Aus Anlass seiner fünfzigjährigen Tätigkeit als Mitarbeiter und Herausgeber des Thieme-Becker. VEB E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1957

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Studienausgabe in sechs Bänden, E.A.Seemann Verlag, Leipzig 1999, ISBN 3-363-00730-2.
  2. s. Nachwort im sechsten Band des Allgemeinen Lexikons der Bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Verlagsleitung VEB E. A. Seemann, Leipzig, im August 1962

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]