Geräusche auf der Voyager Golden Record

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Die Geräusche auf der Voyager Golden Record (auch: Die Geräusche der Erde) bildet den dritten Abschnitt auf der interstellaren Datenplatte. Es handelt sich hierbei um 19 verschiedene Sequenzen mit über 50 verschiedenen Geräuschen. Die Gesamtlaufzeit beträgt 12 Minuten.[1]

Geräusche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend die Beschreibung der einzelnen Geräusche in der Reihenfolge der Aufzeichnung.[2]

# Geräusch Beschreibung Länge
01 Sphärenmusik Die Reihe beginnt mit einem schwindelerregenden Wirbel von Tönen, der die Bewegungen der Planeten auf ihren Umlaufbahnen wiedergibt – eine musikalische Auslese von Johannes KeplersHarmonices mundi“, jenes mathematischen Traktats, dessen Echo sich noch in den Formeln findet, welche die Voyager möglich machten. Keplers Konzept wurde von der Komponistin Laurie Spiegel in Zusammenarbeit mit Jon Rogers und Willie Ruff von der Yale University auf einem Computer in den Bell Telephone Laboratories realisiert. Jede Frequenz stellt einen Planeten dar; der höchste Ton verkörpert die Bewegung des Merkur um die Sonne, gesehen von der Erde aus, die niedrigste Frequenz gibt die Orbitalbewegung des Jupiters wieder. Innere Planeten umkreisen die Sonne schneller als äußere Planeten. Jener Abschnitt, der auf der Platte erklingt, entspricht ganz grob einem Jahrhundert planetarischer Bewegung.[3] 00:43
(bis 00:43)
02 Vulkane, Erdbeben und Donner Eine Reihe von polternden Geräuschen um die dramatischen Umbrüche in der Frühgeschichte des Planeten darzustellen, darunter die seltene Tonbandaufnahme eines 1971 in Australien erfolgten Erdbebens. 00:32
(bis 01:15)
03 Schlammblasen Gurgelnde Geräusche ähnlich dem Blubbern eines Schokoladenpuddings auf dem Herd. 00:13
(bis 01:28)
04 Wind, Regen und Brandung 01:16
(bis 02:44)
05 Grillen und Frösche In der Absicht, den Beginn des von lauten Stimmen begleiteten Lebens auf der Erde anzudeuten, wurden die meisten dieser Geräusche dem Archiv von CBS entnommen, die Ausnahme der Stimme einer erwachsenen männlichen Grille (Teleogryllus oceanicus), die den Weibchen eine Soloserenade darbringt. mm:ss
06 Vögel, Hyäne und Elefant Ein Chor von Tieren, der die sich entwickelnden Arten der Fauna andeuten soll, wird lebendig. mm:ss
07 Schimpanse Die Stimme eines einzelnen Primaten erhebt sich über die anderen und scheint wütend und kreischend ein neues Bewusstsein anzukündigen. mm:ss
08 Wilder Hund bellt mm:ss
09 Schritte, Herzklopfen und Lachen Das erste Auftauchen eines Menschen, der aufrecht, mit freien Händen geht. mm:ss
10 Feuer und Sprache Professor Richard Borshay Lee[4] von der Universität Toronto grüßt in der Kung Sprache, der Sprache der Buschmänner von Bild 62 mm:ss
11 Die ersten Werkzeuge Typischer Klang des Zerbrechens und Zersplitterns von Feuerstein, wenn er mit einem anderen Stein heftig geschlagen wird. mm:ss
12 Zahmer Hund bellt Ein zahmer Hund bellt friedlich mm:ss
13 Zusammentreiben von Schafen, Schmiede (Werkstatt), Sägen, Traktor und Nietpresse eine Reihe von Landwirtschafts- und Baugeräuschen mm:ss
14 Morsecode per aspera ad astra (Über rauhe Pfade zu den Sternen) mm:ss
15 Schiffe, Pferd und Karren, Eisenbahnzug, Lastwagen, Traktor, Bus, Autos, Überschallflugzeuge, Saturn-V-Start Bei dieser Transportsequenz werden sehr viele Kilometer zurückgelegt. Pferd und Karren beginnen auf einer Sandstraße und enden auf einer gepflasterten. Von da an erfolgend die Übergangsarten sehr schnell. Sie geben das erstaunliche Tempo des Fortschritts bei der Entwicklung des Transports im 19. und 20. Jahrhundert wieder. Der Zug und das Überschallflugzeug vermitteln in Stereo ein zufriedenstellendes Gefühl von Bewegung. Die Sequenz stellt eine grobe Parallele zu den Bildern 102, 105 und 113 dar. mm:ss
16 Kuss Die NASA erteilte den strengen Auftrag, den Kuss absolut heterosexuell zu gestalten. Es wurden verschiedene Varianten ausprobiert, um einen glaubwürdigen Kuss zu produzieren. Am Ende wurde ein sanfter Wangenkuss ausgewählt. mm:ss
17 Mutter und Kind Die allerersten Schreie eines Kindes und das Beruhigen eines schreienden, sechs Monate alten Kindes durch seine Mutter. mm:ss
18 Lebenszeichen Von Ann Druyan wurden die Vitalfunktionen (Gehirn, Herz, Augen, Muskeln) eine Stunde lang von einem medizinischen Data-Recorder aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung wurde anschließend zu einer Minute komprimiert. 01:00
19 Pulsar Die letzte Aufzeichnung klingt wie das Kratzen eines Tonabnehmers welcher am Ende der Schallplatte über die Rillen läuft. Tatsächlich handelt es sich um den 600 Lichtjahre entfernten Pulsar CP1 133. mm:ss

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sagan, Drake, Lomberg et al.: Signale der Erde. Unser Planet stellt sich vor. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München/Zürich 1980, ISBN 3-426-03676-2 (englisch: Murmurs of Earth. The Voyager Interstellar Record. deutschsprachige Taschenbuchausgabe ohne Replikat-CD-ROM).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ann Druyan: Die Geräusche der Erde; in: Signale der Erde; S. 196
  2. Ann Druyan: Die Geräusche der Erde; in: Signale der Erde; S. 200–205
  3. Ann Druyan: Die Geräusche der Erde; in: Signale der Erde; S. 200
  4. en:Richard Borshay Lee