Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde

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Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde
(GRhG)
Zweck: Erforschung der rheinischen Landesgeschichte
Vorsitz: Frank Bischoff
Gründungsdatum: 1881
Sitz: Heumarkt 14, 50667 Köln
Website: Homepage der Gesellschaft

Die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde ist eine geschichtsforschende Vereinigung, die sich der Regionalgeschichte der ehemaligen preußischen Rheinprovinz widmet. Sie wurde am 1. Juni 1881 auf Initiative des Industriellen Gustav von Mevissen gegründet.

Mevissen hatte schon 1868 zusammen mit Heinrich von Sybel einen Dachverein für die regionalen Vereine, einen „Verein für rheinisch-westfälische Geschichte“ erwogen. In der ersten Zeit waren die Vorstandsmitglieder zugleich zumeist Professoren des Historischen Seminars der Bonner Universität. Zu den Vorstandsmitgliedern gehörten weiterhin Karl Lamprecht, Karl Menzel, Moriz Ritter, Wilhelm Maurenbrecher und Arnold Schaefer. Mit „rheinisch“ war die preußische Rheinprovinz gemeint. Lamprecht entwarf hierzu eine Konzeption für die Arbeit der Gesellschaft, die sich vornehmlich der überkommenen „materiellen Kultur“, also der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Rechtsgeschichte (Urbare, Urkunden, Stadtrechte und Ähnliches) konzentrieren sollte. Da er zu dieser Zeit lediglich Privatdozent war und für die Leitung eines solchen Projektes nicht über die nötige Erfahrung verfügte, war er von dem Editionsprojekt selbst zurückgetreten.

Die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde fördert die Forschungen zur rheinländischen Geschichte durch die Edition ihrer Quellen. Zu den Projekten gehören die seit 1961 auf Initiative von Bernhard Poll herausgegebenen Rheinischen Lebensbilder und der von 1982 bis 2008 herausgegebene Geschichtliche Atlas der Rheinlande. Sie folgt im Wesentlichen den ursprünglichen konzeptionellen Vorgaben bis heute. Der Sitz der Gesellschaft ist Köln. Die Gesellschaft arbeitet eng mit dem Landschaftsverband Rheinland zusammen. Vorsitzender ist seit 2016 der Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Frank M. Bischoff.

Wurde die Gesellschaft ursprünglich durch private Stiftungen unterhalten, so ist sie heute vornehmlich von der öffentlichen Hand finanziert, wenngleich auch weiterhin private Stiftungen in sie einfließen.

Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichte. 47 Bde. Düsseldorf: Droste, 1884–2012.
  • Preisschriften der Mevissen-Stiftung
  • Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. Von H(ermann) Aubin, Th(eodor) Frings, J(oseph) Hansen [u. a.] Bd. 1 (Politische Geschichte) und Bd. 2 (Kulturgeschichte). Essen a. d. R.: Baedecker, 1922.
  • Rheinisches Wörterbuch. Auf Grund von J(ohannes) Frank begonnenen, von allen Kreisen des rheinischen Volkes unterstützten Sammlung. Bd. 1–8. Bearb. von Josef Müller, Bd. 9 von Heinrich Dittmaier. 9 Bde. Bonn [später Berlin]: Klopp, 1928–1971.
  • Rheinische Lebensbilder. 18 Bde. Bonn [später Köln]: Rheinland-Verlag, 1961–2000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]