Gesher Benot Ya’aqov

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Koordinaten: 33° 2′ 0″ N, 35° 37′ 0″ O

Karte: Israel
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Gesher Benot Ya’aqov
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Israel

Gesher Benot Ya'aqov (Kürzel: GBY; übersetzt: „Brücke der Töchter Jakobs“) ist ein archäologischer Fundplatz im nördlichen Jordantal (Israel) am Ufer eines ehemaligen Sees. Eine Datierung anhand des Verhältnisses der Isotope 16O und 18O des Sauerstoffs ergab eine Zuordnung zur Sauerstoff-Isotopenstufe 17 (OIS 17), was einem Alter von 780.000 Jahren entspricht;[1] eine paläomagnetische Datierung dieser Fundstätte ergab ein Alter von 790.000 Jahren.[2] Erhalten gebliebene Steinartefakte – zahlreiche Faustkeile aus Basalt – stellen den Fundplatz ins Acheuléen.

Es ist nicht eindeutig belegbar, welche Homininen an diesem Ort lebten, da es keine Knochenfunde gibt; die Datierung verweist jedoch am ehesten auf Homo erectus bzw. Homo ergaster.

Der Fundplatz wurde im Jahre 1999 im Zuge der Vertiefung des Jordans geflutet und damit zerstört.

Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fundplatz enthielt Hinweise auf die früheste kontrollierte Verwendung des Feuers außerhalb Afrikas.[2] Als Belege dienten verbrannte Reste essbarer Pflanzen: Wilde Gerste (Hordeum spontaneum) sowie Holz von wilden Olivenbäumen (Olea europaea subsp. oleaster) und wilden Weinreben (Vitis sylvestris) aus 780.000 Jahre alten Bodenschichten.[2]

Da der Fundplatz in einem Feuchtgebiet lag, sind organische Substanzen (Holz, Rinde, Früchte und Samen), die von den Bewohnern eingebracht wurden, hervorragend erhalten geblieben. Eine im Jahr 2016 publizierte Studie identifizierte fast 21.000 solcher „Makroreste“ bis auf die Ebene der Gattung oder sogar der Art. Belegt wurden insgesamt 117 Taxa (78 Arten und weitere 39 Gattungen), darunter mehr als 9000 „Makroreste“ von mindestens 55 Arten, die essbar waren.[3] Aus diesen Funden wurde abgeleitet, dass bereit in dieser Epoche ein umfassendes Wissen über essbare Pflanzen bestand und diese als Nahrung auch genutzt wurden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naama Goren-Inbar, Ella Werker, Craig S. Feibel: The Acheulian Site of Gesher Benot Ya'aqov, Israel: the Wood Assemblage. Volume I. Oxbow Books Limited, 2002
  • Nira Alperson-Afil, Naama Goren-Inbar: The Acheulian Site of Gesher Benot Ya'aqov, Volume II: Ancient Flames and Controlled Use of Fire. Springer, 2010.
  • Rabinovich, R., Gaudzinski-Windheuser, S., Kindler, L., Goren-Inbar, N.: The Acheulian site of Gesher Benot Ya'aqov, Volume III: Mammalian Taphonomy. The assemblages of Layers V-5 and V-6. Springer, Dordrecht, 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naama Goren-Inba et al.: Pleistocene Milestones on the Out-of-Africa Corridor at Gesher Benot Ya'aqov, Israel. In: Science. Band 289, Nr. 5481, 2000, S. 944–947, doi:10.1126/science.289.5481.944
  2. a b c Naama Goren-Inbar et al.: Evidence of Hominin Control of Fire at Gesher Benot Ya’aqov, Israel. In: Science. Band 304, 2004, S. 725–727, doi:10.1126/science.1095443
  3. Yoel Melamed et al.: The plant component of an Acheulian diet at Gesher Benot Ya'aqov, Israel. In: PNAS. Online-Vorabveröffentlichung vom 5. Dezember 2016, doi:10.1073/pnas.1607872113
    The real Paleo diet. Archaeologists find 780,000-year-old remains of prehistoric man's meal. Auf: haaretz.com vom 5. Dezember 2016