Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten

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Die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten (auch Gesundheits-Check-up oder "Check-up 35" genannt) ist eine Vorsorgeuntersuchung, die in Deutschland seit 1989 Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherungen angeboten wird. Diese haben erstmals seit 2019 zwischen 18 und 34 Jahren einen einmaligen Anspruch auf eine für sie kostenlose ärztliche Gesundheitsuntersuchung. Ab dem 35. Geburtstag besteht alle drei Jahre Anspruch auf die Untersuchung. In Österreich kann die "Vorsorge-" bzw. "Gesundenuntersuchung" seit 1974 einmal jährlich von Personen ab 18. Lebensjahr kostenlos in Anspruch genommen werden.[1] Die Vorsorge umfasst eine körperliche Untersuchung, eine Urinuntersuchung auf Blut-, Protein- und Glukoseausscheidung sowie die Bestimmung von zwei Blutwerten: der Gesamtcholesterinkonzentration und der Glucosekonzentration.[2]

Auswirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesundheitsuntersuchung beim Allgemeinmediziner soll der Früherkennung diverser Krankheiten wie Krebs dienen. Begleitet wurde dies von Auswertungen der internationalen, unabhängigen Cochrane Collaboration an 14 Studien seit der Einführung des Check-Ups bis heute. Sie ergaben, dass bis zum Jahre 2012 nicht auffiel, ob mehr Leben durch die Früherkennung von Krankheiten gerettet wurden. Die Zahl der Todesfälle war nicht reduziert. Immerhin wurden 20 Prozent mehr Krankheiten diagnostiziert.[3][4]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesetzliche Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anspruch auf Gesundheitsuntersuchungen ist in § 25 SGB V beschrieben. Den Umfang beschreiben die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses.[5]

Häufigkeit der Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 nahmen 22,7 % aller anspruchsberechtigten Männer[6] bzw. 24,1 % der Frauen[7] an dieser Vorsorgeuntersuchung teil.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestimmungen für die Gesundenuntersuchungen wurden mit der "Vorsorgeuntersuchung NEU" mit 1. Oktober 2005 umgestellt und das Ausmaß der Untersuchung erweitert:

  • Darmkrebsvorsorge für Menschen über 50 Jahre[8]
  • Augenmerk auf Hör- und Sehleistung für über 65-Jährige
  • Einbeziehung von Parodontalerkrankungen
  • Verstärkung der Beraterrolle des Arztes
  • Einladesystem, um Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung zu steigern.

2010 nahmen in Österreich 9,7 % aller anspruchsberechtigten Männer und 10,6 % der Frauen an der Gesundenuntersuchung teil.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Vorsorgeuntersuchung auf einen Blick, Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs vom 8. Januar 2015, abgerufen am 15. Juni 2015
  2. Thomas Suermann: Gesundheits-Check-up 35+. Ärztekammer Niedersachsen. 2016. Abgerufen am 4. Januar 2017.
  3. Nordic Cochrane Center stellt Gesundheits-Check-up infrage. Deutsches Ärzteblatt. 2012. Abgerufen am 6. Februar 2014.
  4. Vorsorgeuntersuchung nutzt weniger als erhofft, test.de vom 26. November 2014, abgerufen am 5. Februar 2015
  5. Gemeinsamer Bundesausschuss (Hrsg.): Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten (Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie). 19. Juli 2018 (g-ba.de [PDF; 75 kB; abgerufen am 31. Dezember 2018]).
  6. Teilnahme am gesetzlichen Gesundheits-Check-up, Jahr: 2011, Geschlecht: Männlich (Memento des Originals vom 5. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gbe-bund.de, Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, abgerufen am 5. Februar 2015
  7. Teilnahme am gesetzlichen Gesundheits-Check-up, Jahr: 2011, Geschlecht: Weiblich (Memento des Originals vom 5. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gbe-bund.de, Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, abgerufen am 5. Februar 2015
  8. Vorsorgeuntersuchung Neu (Memento des Originals vom 1. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hauptverband.at - Informationsunterlage, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, erstellt am 30. Mai 2005, abgerufen am 5. Februar 2015
  9. Statistik Austria: Vorsorgeuntersuchungen seit 1990 absolut und in % der Bevölkerung, abgerufen am 15. Juni 2015