Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten

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Die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten (häufig Gesundheits-Check-up bzw. Check-up 35 genannt) ist eine Vorsorgeuntersuchung, die in Deutschland seit 1989 den über 35-jährigen Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherungen angeboten wird. Sie besteht je nach Versicherung aus unterschiedlichen Untersuchungen. Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 36. Lebensjahr – also ab dem 35. Geburtstag – Anspruch auf diese Untersuchung. Weitere stehen den Versicherten danach jedes zweite Kalenderjahr zu. In Österreich wurde die "Vorsorge-" bzw. "Gesundenuntersuchung" bereits im Jahr 1974 eingeführt und ist ein Gesundheitsservice, der einmal jährlich von Personen ab dem 18. Lebensjahr kostenlos in Anspruch genommen werden kann.[1] Die Vorsorge umfasst eine körperliche Untersuchung, eine Urinuntersuchung auf Blut-, Protein- und Glukoseausscheidung sowie die Bestimmung von zwei Blutwerten: der Gesamtcholesterinkonzentration und der Glucosekonzentration.[2]

Auswirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesundheitsuntersuchung beim Allgemeinmediziner soll der Früherkennung diverser Krankheiten wie Krebs dienen. Dahingehend wurden von der internationalen, unabhängigen Cochrane Collaboration 14 Studien ausgewertet, die in dem Zeitraum von der Einführung des Check-Ups bis heute durchgeführt wurden. Das Ergebnis zeigte, dass bis zum Jahre 2012 kein Unterschied zu erkennen war, ob mehr Leben durch die Früherkennung von Krankheiten gerettet werden konnten. Die Zahl der Todesfälle konnte nicht reduziert werden. Immerhin konnten 20 Prozent mehr Krankheiten diagnostiziert werden.[3] [4]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesetzliche Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anspruch auf Gesundheitsuntersuchungen ist in § 25 SGB V beschrieben. Den genauen Umfang beschreiben die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Häufigkeit der Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 nahmen 22,7 % aller anspruchsberechtigten Männer[5] bzw. 24,1 % der Frauen[6] an dieser Vorsorgeuntersuchung teil.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestimmungen für die Gesundenuntersuchungen wurden mit der "Vorsorgeuntersuchung NEU" mit 1. Oktober 2005 umgestellt und das Ausmaß der Untersuchung erweitert:

  • Darmkrebsvorsorge für Menschen über 50 Jahre[7]
  • Augenmerk auf Hör- und Sehleistung für über 65-Jährige
  • Einbeziehung von Parodontalerkrankungen
  • Verstärkung der Beraterrolle des Arztes
  • Einladesystem, um Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung zu steigern.

2010 nahmen in Österreich 9,7 % aller anspruchsberechtigten Männer und 10,6 % der Frauen an der Gesundenuntersuchung teil.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Vorsorgeuntersuchung auf einen Blick, Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs vom 8. Januar 2015, abgerufen am 15. Juni 2015
  2. Thomas Suermann: Gesundheits-Check-up 35+. Ärztekammer Niedersachsen. 2011. Abgerufen am 6. Februar 2014.
  3. Nordic Cochrane Center stellt Gesundheits-Check-up infrage. Deutsches Ärzteblatt. 2012. Abgerufen am 6. Februar 2014.
  4. Vorsorgeuntersuchung nutzt weniger als erhofft, test.de vom 26. November 2014, abgerufen am 5. Februar 2015
  5. Teilnahme am gesetzlichen Gesundheits-Check-up, Jahr: 2011, Geschlecht: Männlich, Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, abgerufen am 5. Februar 2015
  6. Teilnahme am gesetzlichen Gesundheits-Check-up, Jahr: 2011, Geschlecht: Weiblich, Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, abgerufen am 5. Februar 2015
  7. Vorsorgeuntersuchung Neu - Informationsunterlage, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, erstellt am 30. Mai 2005, abgerufen am 5. Februar 2015
  8. Statistik Austria: Vorsorgeuntersuchungen seit 1990 absolut und in % der Bevölkerung, abgerufen am 15. Juni 2015