Gewöhnliche Besenrauke

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Gewöhnliche Besenrauke
Gewöhnliche Besenrauke (Descurainia sophia)

Gewöhnliche Besenrauke (Descurainia sophia)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Descurainieae
Gattung: Besenrauken (Descurainia)
Art: Gewöhnliche Besenrauke
Wissenschaftlicher Name
Descurainia sophia
(L.) Prantl

Die Gewöhnliche Besenrauke (Descurainia sophia), auch Sophienrauke genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Besenrauken (Descurainia) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Die Gattung ist in Deutschland und Österreich nur mit dieser einen Art vertreten; weltweit sind etwa 47 Arten bekannt. Der wissenschaftliche Gattungsname ehrt den französischen Apotheker und Botaniker François Descurain (1658–1749).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Blütenstand
Schoten
Stängelblatt

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gewöhnlichen Besenrauke handelt es sich um eine einjährige, krautige Pflanze, die in der Regel Wuchshöhen zwischen 25 und 100 Zentimetern erreicht. Der bläulich-grüne bis graugrüne Stängel wächst aufrecht. Die Laubblätter sind bläulich-grün bis graugrün. Die Stängelblätter sind zwei- bis dreifach fiederschnittig geteilt und besitzen linealische Zipfel.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit erstreckt sich vorwiegend über die Monate Mai bis September. Die Blütenstiele sind doppelt bis dreimal so lang wie der Kelch. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die lediglich 1,5 bis 2 Millimeter langen, kaum 1 Millimeter breiten, blassgrünlichen bis grünlich-gelben Kronblätter sind in der Regel kürzer als die Kelchblätter.

Die einnervigen Schoten wachsen aufwärts-gebogen, sind 15 bis 25 Millimeter lang und sitzen auf viel dünneren, 7 bis 15 Millimeter langen Stielen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es erfolgt meist Selbstbestäubung.

Die vielsamigen Schoten sind Selbstausstreuer, Wind – und Tierstreuer und Wintersteher. Die Samen breiten sich als Klebhafter aus.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von ganz Europa bis nach Asien. Die Gewöhnliche Besenrauke kommt auch in Nordafrika und selbst in Grönland vor. In Mitteleuropa gilt sie als Archaeophyt.

Die Gewöhnliche Besenrauke ist in Ostdeutschland verbreitet und häufig zu finden. In den anderen deutschen Gebieten kommt sie eher zerstreut vor; im Bergland ist sie selten. In Österreich kommt die Gewöhnliche Besenrauke im pannonischen Gebiet sehr häufig vor, darüber hinaus ist sie eher zerstreut zu finden. In der Schweiz wächst sie insbesondere in den wärmeren Gegenden ziemlich häufig.

Die Gewöhnliche Besenrauke wächst in Schuttunkrautgesellschaften und an trockenen Hängen, auf Äckern und an trockenen Wegrändern. Sie gedeiht am besten auf mehr oder weniger trockene, stickstoffreiche und sandige Böden. Sie ist in Mitteleuropa eine lokale Charakterart des Sisymbrietum sophiae (Sisymbrion-Verband); kommt aber auch in Onopordion-Gesellschaften vor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gewöhnliche Besenrauke (Descurainia sophia) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien