Giftstachel

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Hornisse mit ausgefahrenem Stachel.
Wespenstachel im Rasterelektronenmikroskop.

Ein Giftstachel ist ein spitz zulaufender Stechapparat, mit dem Tiere ein giftiges Sekret in andere Tiere hineinspritzen können. Er wird vor allem zur Abwehr von Feinden und zur Lähmung von Beutetieren eingesetzt.

Einen Giftstachel haben beispielsweise bestimmte Ameisenunterfamilien, Bienen und Wespen. Der Giftstachel der aculeaten Hautflügler wie Bienen und Wespen ist evolutionsgeschichtlich aus einem ursprünglichen Legebohrer (Ovipositor) entstanden. Daher besitzen nur weibliche Wespen und Bienen dieses Merkmal und können damit stechen. Den männlichen Drohnen fehlt der Stachel.

Der südamerikanische Käfer Onychocerus albitarsis (Coleoptera, Cerambycidae) verfügt an den Enden seiner Antennen Giftstachel, die in ihrem Aufbau stark denen des Gelben Mittelmeerskorpions ähneln. Bei Bedrohungen sticht er seinen Gegner zielgerichtet mit den sehr beweglichen ASntennen. Andere Vertreter der Gattung Onychocerus zeigen weder ein solches Verhalten, noch haben sie einen Giftstachel entwickelt.[1]

Die Giftstachel der Skorpione sind ein Merkmal, dass die Ordnung Skorpione von allen anderen rezenten Spinnentieren unterscheidet.

Giftige Fische haben ebenfalls Giftstacheln, wie z. B. Stachelrochen, Steinfische und Skorpionfische.

Die Männchen der Schnabeltiere besitzen einen Giftsporn am Hinterfuß und sind daher die einzigen Säugetiere mit einem Giftstachel.

Die spitzen Cheliceren der Webspinnen sind keine Giftstacheln.

Auch fiktiven Tieren, wie etwa dem Mantikor, wird ein Giftstachel zugesprochen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lexikon der Biologie. 6. Band, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2001 ISBN 3-8274-0331-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amy Berkov, Nelson Rodríguez und Pedro Centeno: Convergent evolution in the antennae of a cerambycid beetle, Onychocerus albitarsis, and the sting of a scorpion. In: Naturwissenschaften 2008, Band 95, Nr. 3, S. 257–261, doi:10.1007/s00114-007-0316-1.