Giovanni Battista Vivaldi

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Giovanni Battista Vivaldi (* 1655 in Brescia; † 14. Mai 1736 in Venedig) war ein Violinist des Barock und der Vater von Antonio Vivaldi.

Um 1665 zog Giovanni Battista Vivaldi nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter und seinen Geschwistern von Brescia nach Venedig, wo er zunächst als Barbier arbeitete und später Violinist wurde. Im Jahr 1676 heiratete er dort die Tochter eines Schneiders, Camilla Calicchio, mit der er zehn Kinder hatte, darunter den ältesten Sohn Antonio. Das älteste der Mädchen, Gabriela Antonia, verstarb im Säuglingsalter.[1]

Neben seiner Tätigkeit als Barbier widmete er sich immer mehr der Violine. 1685 wurde er Mitglied der Kapelle von San Marco mit dem Beinamen „Rosso“ (vermutlich wegen seiner roten Haare, die er an seinen Sohn vererbte). Im selben Jahr war er Gründungsmitglied der Musikervereinigung Sovvegno dei musicisti di Santa Cecilia.

Er war sehr als Musiker anerkannt, seinem Namen begegnet man in den Führern von Vincenzo Coronelli über Jahre neben seinem berühmten Sohn, den er förderte und unterstützte. Am 30. September 1729 erhielt er die Erlaubnis, sein Amt an San Marco für ein Jahr ruhen zu lassen, um seinen Sohn nach Deutschland zu begleiten. Für seinen Sohn sowie für Georg Philipp Telemann war er auch als Kopist tätig.[2]

Er war möglicherweise auch als Komponist tätig. Ihm wird die unter dem Pseudonym Giovanni Battista Rossi aufgeführte Oper La fedeltà sfortunata zugeschrieben (1688).

Der Violinist Martino Bitti war einer seiner Schüler.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Heller: Antonio Vivaldi. The Red Priest of Venice. Amadeus Press, Portland 1991, S. 39–42.
  • Michael Talbot: The Vivaldi Compendium. Boydell Press, Woodbridge 2011, S. 195–196.
  • Gastone Vio: Venetian musicians in the circle around Giovanni Battista Vivaldi. Nuovi studi vivaldiani: Edizione e cronologia critica delle opere. Series: Studi di musica veneta: Quaderni vivaldiani, No. 4 Published by: Firenze, Italy: Leo S. Olschki, 1988. ISBN 978-88-222-3625-8; 88-222-3625-4, S. 689–702.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Talbot: The Vivaldi Compendium. Boydell Press, Woodbridge 2011, S. 3
  2. Michael Talbot: Giovanni Battista Vivaldi copies music by Telemann: New light on the genesis of Antonio Vivaldi’s chamber concertos. In: Studi vivaldiani: Rivista annuale dell'Istituto Italiano Antonio Vivaldi della Fondazione Giorgio Cini. 2015, 55-72.