Gjoa Haven

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Gjoa Haven
Uqsuqtuuq
ᐅᖅᓱᖅᑑᖅ
Hauptstraße Gjoa Havens
Hauptstraße Gjoa Havens
Lage in Nunavut
Gjoa HavenUqsuqtuuqᐅᖅᓱᖅᑑᖅ (Nunavut)
Gjoa HavenUqsuqtuuqᐅᖅᓱᖅᑑᖅ
Gjoa Haven
Uqsuqtuuq
ᐅᖅᓱᖅᑑᖅ
Staat: Kanada
Territorium: Nunavut
Region: Kitikmeot
Koordinaten: 68° 38′ N, 95° 53′ WKoordinaten: 68° 38′ N, 95° 53′ W
Höhe: 47 m
Fläche: 28,47 km²
Einwohner: 1100 (Stand: 2006[1])
Bevölkerungsdichte: 38,6 Einw./km²
Zeitzone: Mountain Time (UTC−7)
Postleitzahl: X0B 1J0
Vorwahl: +1 867
Bürgermeister: Joanni Sallerina

Gjoa Haven (Inuktitut: Uqsuqtuuq; Syllabics: ᐅᖅᓱᖅᑑᖅ, „Ort mit Mengen von Speck“), ist ein Ort in der Region Kitikmeot im Territorium Nunavut, Kanada mit etwa 1.100 Einwohnern (davon 94 % Inuit). Sie liegt auf der Neumayer-Halbinsel an der Südostküste der King-William-Insel am Rasmussen Basin. Die Gemeinde ist eine der am raschesten wachsenden Siedlungen von Nunavut. 1961 lebten hier nur etwa 100 Menschen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie erhielt ihren Namen nach dem hölzernen Schiff Gjøa, mit dem der Norweger Roald Amundsen zwischen 1903 und 1906 als Erster die Nordwestpassage bezwang.

Der Inuktitut-Name lautet Uqsuqtuuq (Syllabics: ᐅᖅᓱᖅᑑᖅ) und bedeutet „Ort mit Mengen von Speck“, da sich hier früher ganze Robbenherden aufhielten. Die Inuit der Umgegend nennen sich daher auch Natsilik-Inuit oder Natsilingmiut (von Inuktitut „natsiq“, Robbe).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gjoa Haven liegt in der Zone des polaren Tundraklimas (nach der von Köppen entwickelten Klassifikation). Das Klima ist durch kühle Sommer und extrem kalte Winter geprägt und insgesamt sehr trocken. Am 14. Februar 1990 wurde in Gjoa Haven mit –50,2 °C die tiefste Temperatur im Zeitraum von 1981 bis 2010 gemessen. Der Höchstwert wurde mit 24,1 °C am 6. Juli 1996 erreicht.

Gjoa Haven, King William Island
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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-30
-37
 
 
7.8
 
-31
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9
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2
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-7
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11
 
-19
-26
 
 
8.8
 
-27
-33
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Environment Canada[2]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Gjoa Haven, King William Island
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −30,4 −30,7 −25,1 −16,0 −5,9 4,2 12,1 8,9 2,1 −6,7 −19,0 −26,6 Ø −11
Min. Temperatur (°C) −37,1 −37,0 −32,6 −24,8 −12,9 −1,5 3,8 2,7 −2,0 −12,3 −25,8 −33,1 Ø −17,6
Temperatur (°C) −33,8 −34,0 −28,9 −20,4 −9,4 1,4 8,0 5,8 0,1 −9,5 −22,5 −29,9 Ø −14,3
Niederschlag (mm) 8,8 7,8 12,9 13,5 15,0 14,7 21,2 28,4 24,2 25,0 11,4 8,8 Σ 191,7
Regentage (d) 8,2 6,4 9,0 8,8 9,6 6,8 7,8 11 12 14,1 10,1 8,2 Σ 112
T
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4,2
−1,5
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3,8
8,9
2,7
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−2,0
−6,7
−12,3
−19,0
−25,8
−26,6
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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13,5
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14,7
21,2
28,4
24,2
25,0
11,4
8,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1848 fand die dritte Expedition John Franklins (die sogenannte „Franklin-Expedition“) zur Suche einer Nordwestpassage auf der King-William-Insel ihr tragisches Ende. Erst elf Jahre später, 1859, erreichte Francis Leopold McClintock auf der Suche nach dem Franklin-Expeditionskorps die Insel als nächster Europäer.

Mehr als vier Jahrzehnte später gelangte Roald Amundsen hierher, als er und sechs Mann Besatzung mit der Gjøa die Nordwestpassage durchquerten. Amundsen ließ zweimal überwintern und nutzte den Aufenthalt, sich mit der traditionellen Lebensweise der Natsilik-Inuit vertraut zu machen. Während die Mannschaft auf dem Schiff verblieb, quartierte er sich bei den Inuit ein. In den eineinhalb Jahren kam es auch zu engeren Kontakten zwischen den Seeleuten und weiblichen Ureinwohnern, weshalb heute bei nicht wenigen Siedlungsbewohnern verwandtschaftliche Verbindungen zu den Norwegern bestehen.

Später kamen römisch-katholische und anglikanische Missionare, und 1927 etablierte die Hudson’s Bay Company einen Handelsposten.

Gjoa Haven hat eine Reihe von begabten Inuit-Künstlern hervorgebracht; der bekannteste war Judas Ullulaq (1937–1999).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gjoa Haven Airport liegt 2,8 km südwestlich von Gjoa Haven.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miriam Dewar (Hrsg.): The Nunavut Handbook: Travelling in Canada's Arctic. Ayaya Marketing & Communications, Iqaluit/Ottawa 2004, ISBN 0-9736754-0-3 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2006 census
  2. Gjoa Haven, Canadian Climate Normals 1981-2010 Station Data, abgerufen am 26. Mai 2016 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gjoa Haven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien