Gleitabrollbehälter

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Als Gleitabrollbehälter (kurz GAB, auch Abrollmulde) bezeichnet man in der Entsorgungswirtschaft einen im Wesentlichen quaderförmigen durch Kufen und Rippen außen versteiften Container aus Stahlblech, in dem Abfall, aber auch anderes Schüttgut, transportiert wird.[1]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Gleitabrollbehälter gibt den Ablauf wieder, mit dem ein dafür speziell ausgerüsteter Lastkraftwagen den Behälter mit einem sogenannten Hakenlift absetzt.

Bei Straßenfahrt ruht der Container formschlüssig am Lkw: Mit dem Schlitz zwischen den mittleren seiner 4 Längskufen sitzt der Container auf 2 Längsschienen (Aussenmaß etwa 70 cm), die vom Lkw-Fahrzeugrahmen hochstehen. Zumindest ein Paar Bolzen sind weit hinten quer zur Fahrtrichtung durch die Schienen nach außen durch die Stege der mittleren Kufen geschoben und arretieren den Container hier. Die am Container vorne oben befindliche Öse wird durch eine schräg nach vorne oben ragenden U-förmige Schlaufe aus Rundstahl von etwa 5 cm Durchmesser gebildet. Hier greift der verschlossene Haken des Lifts ein, der hydraulisch in Position gehalten wird.

Der L-förmige Arm des Hakenlifts läuft von seinem Hakenende vor dem Container (1,5–2 m) senkrecht nach unten und hier mit einem rechtwinkeligen Knick waagrecht zwischen den Schienen bis etwas hinter der Mitte der Ladelänge des Lkw, wo der Arm zwischen diesen Schienen mit einer Querachse angelenkt ist.

Zum Absetzen werden die Bolzen geöffnet und wird der noch waagrecht liegende Schenkel des Hakenliftarms teleskopisch mittels Hydraulik verkürzt, womit der Container gleitend, geführt durch die geschmierten Schienen etwa ein Drittel seiner Länge nach hinten geschoben wird.

In einem 2. Schritt wird der Liftarm hydraulisch hoch und nach hinten geschwenkt. Während der Haken dabei etwa einen Viertelkreis beschreibt wird der Container vorne angehoben, dadurch gekippt und zugleich weiter nach hinten geschoben und rollt mit seinen Kufen an am Lkw hinter den Schienenenden liegenden breiten Walzen ab.

In der Folge kippt der Container so weit, bis er mit den Hinterenden der Kufen, die hier ebenfalls mit Walzen ausgestattet sein können, am Boden aufruht. Mit dem Weiterbewegen des Hakenliftarms wird der Container mit seiner Vorderkante über die Hinterkante des Lkw gehoben und ebenfalls am Boden abgesetzt. Auf glattem hartem Untergrund können dabei die Containerwalzen abrollen, eventuell in vorbereitete Aufnahmen, um den Container gut zu einer Anlage zu positionieren. Sinken die Walzen auf weicherem Untergrund etwas ein, kann am Lkw die Feststellbremse geöffnet werden und kann dieser "unter dem Container herausfahren".

Da der Haken an der Öse ein Knickspiel aufweist, kann durch Fahren mit dem Lkw der Container in kleinem Umfang noch rangiert werden. Zuletzt wird der Hakenverschluss geöffnet, der Haken ausgehakt, der Arm verkürzt und eingeklappt.

Das Aufnehmen eines Containers erfolgt durch die entsprechend gegenläufigen Schritte.

Ausführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleitabrollbehälter unterscheiden sich unter anderem in ihren Abmessungen. Häufig sind sie ungefähr 2,30 m breit und bis zu 7,40 m lang. Größere Unterschiede gibt es in der Höhe. In der Praxis findet man Behälter von ca. 0,6 m bis 2,10 m Höhe.[2] Es gibt solche mit einem abschließbaren Deckel, als auch oben offene Ausführungen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frontansicht eines Gleitabrollbehälters mit Öse zur Aufnahme auf den LKW

Gleitabrollbehälter sind nach der DIN 30722 als Transportmulden definiert, deren lichte Behälterlänge zwischen 4 m und 7 m und deren Gesamtlänge zwischen 4,4 m und 7,4 m beträgt. Allen Bauarten gemein ist die an der Vorderseite des Behälters befindliche Öse die der Aufnahme des Behälters durch einen Lastkraftwagen dient, welcher mit einem Hakenlift ausgestattet ist. Das maximal zulässige Gesamtgewicht des gefüllten Behälters beträgt 15 t.[2] Zum Be- bzw. Entladen dient eine an der Rückseite befindliche, meist zweiflügelig öffnende Tür.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Transport von Abfällen werden Gleitabrollbehälter auch zum Transport von Wertstoffen wie Folien und Papier, aber auch Altmetallen oder Grünabfällen verwendet. Für Abfallarten hoher Schüttdichte, wie beispielsweise Bauschutt, eignen sie sich nur begrenzt, da das zulässige Gesamtgewicht angesichts des großen Ladevolumens überschritten werden würde.[3]

Vom Stahlwerk Marienhütte in Graz werden etwa 2 m hohe Gleitabrollbehälter für Schlacke verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Cord-Landwehr: Einführung in die Abfallwirtschaft. 3. Auflage. B.G. Teubner, Stuttgart 2002, ISBN 3-519-25246-5, S. 71.
  2. a b Abrollbehälter n. DIN 30722-1. In: containertechnik.de. Abgerufen am 19. März 2015.
  3. Altmetalle, Containerservice, Schrott, Abtransport, Demontage von Maschinen, Räumungen, Transport von Gerüstteilen - Jean Berends. (Nicht mehr online verfügbar.) In: jean-berends.de. Archiviert vom Original am 16. Februar 2015; abgerufen am 19. März 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jean-berends.de