Glorer Hütte

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Glorer Hütte
DAV-Hütte Kategorie I
Glorer Hütte
Lage am Berger Törl; Tirol, Österreich
Gebirgsgruppe Glocknergruppe
Geographische Lage: 47° 1′ 51″ N, 12° 42′ 56″ OKoordinaten: 47° 1′ 51″ N, 12° 42′ 56″ O
Höhenlage 2642 m ü. A.
Glorer Hütte (Tirol)
Glorer Hütte
Besitzer DAV-Sektion Eichstätt
Erbaut 1887
Bautyp Hütte
Erschließung Materialseilbahn
Übliche Öffnungszeiten Juni bis Oktober
Beherbergung 0 Betten, 50 Lager
Winterraum Lager
Weblink Website der Hütte
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV

Die Glorer Hütte (gelegentlich auch Glorerhütte geschrieben) ist ein alpines Schutzhaus des Deutschen Alpenvereins in der Glocknergruppe auf 2642 m ü. A.

Die Hütte der 1. Kategorie liegt am Berger Törl, das den Kulminationspunkt eines Übergangs von Kals am Großglockner nach Heiligenblut darstellt, und gehört der Sektion Eichstätt des DAV. Zur Übernachtung stehen während der Bewirtschaftungszeit 50 Lager zur Verfügung, im Rest des Jahres steht der Winterraum mit vier Lagern offen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hütte wurde 1887 erbaut. Die Initiative für den Bau kam vom Prager Kaufmann Johann Stüdl, der sich auch beim Bau der Stüdlhütte und der Prager Hütten engagierte. Erbauer der Hütte waren Veit Oberlohr, Paul Schnell und Thomas Huter aus Kals am Großglockner. Der Name der Hütte geht zurück auf den Kalser Ortsteil Glor, aus dem alle drei Erbauer stammten. Die Hütte stand im Eigentum des Bergführervereines.[1]

1924 verkaufte der Bergführerverein die Hütte an den Alpenverein Donauland.[1] Im selben Jahr wurde die erste Erweiterung durchgeführt. Nach dem Anschluss wurde der AV Donauland, der hauptsächlich von jüdischen Mitgliedern getragen wurde, enteignet, und die Hütte ging an die Sektion Teplitz, die sie in Teplitzer Hütte umbenannte, da sie nach der Enteignung der ursprünglichen Teplitzer Hütte in Südtirol ohne eigenes Schutzhaus war.[1]

1952 wurde die Hütte dem AV Donauland zurückgegeben. Da dieser die Hütte nicht halten konnte, verkaufte er sie 1968 der Sektion Eichstätt des DAV.[1] Die Eichstätter Sektion erweiterte die Hütte 1982 ein zweites Mal. Versorgt wird die Hütte mit einer Materialseilbahn, über die auch ein Rucksacktransport zur Hütte möglich ist.

Die Hütte wurde im September 2011 auf behördliche Anordnung hin geschlossen.[2] Nachdem im Juni die Leitungen für die Kanalisation verlegt wurden und der Anschluss an die Kläranlage erfolgt ist, ist sie seit Ende Juni 2012 wieder geöffnet.

Zustieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Lucknerhaus (1920 m), das von Kals am Großglockner über eine Mautstraße erreichbar ist, in etwa zwei Stunden auf gutem Weg zur Hütte.

Tourenmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glocknerblick (2707 m) und Medelspitze (2678 m), die beiden Hausberge der Hütte, sind in einer viertel bzw. halben Stunde erreichbar. Der nur unwesentlich längere Aufstieg zum Kasteneck (2824 m) nimmt eine Stunde in Anspruch.

Die Glorer Hütte liegt am Wiener Höhenweg, der vom Iselsberg in der Schobergruppe bis zum Glocknerhaus führt. Über diesen Weg ist die Salmhütte in eineinhalb Stunden zu erreichen, der Übergang zur Elberfelder Hütte nimmt fünf Stunden in Anspruch und kann mit der Besteigung des 3119 m hohen Bösen Weibls (dreieinhalb bis vier Stunden von der Hütte) kombiniert werden.

Die weiter westlich gelegene Stüdlhütte ist in zweieinhalb Stunden über den Johann-Stüdl-Weg erreichbar.

Der Großglockner kann von der Glorer Hütte aus über die Salmhütte und den dort beschriebenen Weg über die Hohenwartscharte als hochalpine Bergfahrt in sechs Stunden bestiegen werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Glorer Hütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Glorerhütte 2642m. Abgerufen am 27. September 2014.
  2. Michaela Ruggenthaler: Behörde machte die Glorerhütte dicht, Kleine Zeitung vom 10. März 2012, zuletzt abgerufen am 20. Dezember 2013.