Glysantin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Markenlogo
Tabelle zum Ablesen des Mischungsverhältnisses mit Frostschutzmittel

Glysantin ist ein Markenname der BASF für ein bei Verbrennungsmotoren einsetzbares Kühlwasser-Additiv. Es war das erste Kühlerschutzmittel auf dem Markt und wurde 1926 von dem Chemiker Jordan entwickelt und 1929 zum Patent angemeldet. Der Hauptbestandteil von Glysantin ist auch heute noch das giftige Monoethylenglykol. Je nach dem Verdünnungsgrad mit Wasser kann Frostschutz bis unter −40 °C erreicht werden. Zudem schützt Glysantin mittels weiterer Zusätze (Silikate und/oder organische Säuren) den Kühlkreislauf vor Korrosion. Wegen dieser Vorteile wird es, mit Wasser gemischt, in Wasserkühlungen, insbesondere in Kraftfahrzeugen eingesetzt.

Auch andere Marken und Hersteller von Kühlerzusätzen verwenden Ethylenglycol sowie vergleichbare Korrosionsschutz-Chemiekalien. Viele Autohersteller führen eigene Marken. Die Typ-Bezeichnungen sind nicht einheitlich. Das Mischen unterschiedlicher Marken und Typen ist oft nicht möglich.

Die zum effizienten Wärmetransport notwendige Wärmekapazität wird nur erreicht, wenn ausreichend Wasser in der Kühlflüssigkeit vorhanden ist. Wasser ist einer der Stoffe mit der höchsten Wärmekapazität. Wenn nicht gerade eine gebrauchsfertige Mischung (Ready Mix) verwendet wird, sollte – abhängig von der gewünschten Frostsicherheit – höchstens 60 % Glysantin hinzugefügt werden. Zur Aufrechterhaltung des Korrosionsschutzes werden mindestens 40 % Kühlerschutzmittel empfohlen[1].

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glysantin wird unzutreffenderweise mit einem Lebensmittelskandal in Österreich in Verbindung gebracht. Österreichische Winzer hatten unzulässigerweise ihren Wein mit dem süßlich schmeckenden, ebenfalls giftigen Diethylenglycol gepanscht, um ihn weniger sauer schmecken zu lassen.

Bei einem Zugunglück am 20. Mai 2011 in der Nähe von Müllheim (Baden) gelangten große Mengen der Chemikalie in die Umwelt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.ato24.de/de/blog/kuehlmittel-finden
  2. Zugunglück in Müllheim bremst weiterhin den Bahnverkehr. Pressenachricht in der Badischen Zeitung vom 22. Mai 2011. Abgerufen am 22. Mai 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]