Goldhofer

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Goldhofer Aktiengesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft (zu 100 % in Stiftungsbesitz)
Gründung 1705
Sitz Memmingen, Deutschland
Leitung Friedrich Hesemann, Lothar Holder und Hubert Schaller
Mitarbeiterzahl 650
Umsatz 218 Mio. EUR (Konzern)[1]
Branche Hersteller für Sonder-, Schwerlast- und Spezialtransportfahrzeuge (Anhänger, Sattelanhänger, Schwerlast-Module, Flugzeugschlepper)
Website www.goldhofer.com
Stand: 31. August 2016

Die Goldhofer-Unternehmensgruppe, bestehend aus dem Unternehmen Goldhofer Aktiengesellschaft (Memmingen) und deren Niederlassung in Ostfildern, produziert Fahrzeuge für den Schwerlast- und Sondertransport.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porträt von Alois Goldhofer
Karoline Goldhofer-Prützel
Schmiede der Familie Goldhofer in Amendingen (ca. 1930)
Betriebsgelände der Goldhofer Aktiengesellschaft (2015)

Im Jahr 1705 wurde erstmals urkundlich eine von der Familie Goldhofer in Amendingen bei Memmingen betriebene Schmiede erwähnt. Am 20. April 1922 wurde der spätere Firmengründer Alois Goldhofer in Memmingen geboren. Im Jahr 1946 gründete er die Allgäuer Fahrzeugwerke Alois Goldhofer KG und produzierte luftbereifte landwirtschaftliche Anhänger. 1952 entwickelte Goldhofer zusammen mit dem Reifenhersteller Metzeler den ersten über die Rampen zu beladenden Tieflader.[2]

1959 wurde die inzwischen industrielle Fertigung nach Memmingen verlegt und man spezialisierte sich fortan auf schwere Tieflader. Auf Anregung eines Kunden entwickelte Alois Goldhofer im Jahr 1963 das erste Modulsystem für Schwerlastanhänger mit mechanischem Achsausgleich. Dies war die Grundlage des heutigen Systems für Schwerlast-Module und wurde kontinuierlich weiterentwickelt. So wurden 1970 die ersten Schwerlast-Module mit hydraulischem Achsausgleich gefertigt, die den Grundstein für die heutige THP-Familie bilden.

Am 16. Januar 1981 starb Alois Goldhofer. Nach seinem Tod übernahm seine Frau Karoline Goldhofer (nach zweiter Heirat: Karoline Goldhofer-Prützel) die Unternehmensleitung.

Im Jahr 1987 begann die Entwicklung stangenloser Flugzeugschlepper, die im Gegensatz zu den bisher genutzten Stangenschleppern das Bugfahrwerk des zu bewegenden Flugzeugs „aufladen“ und dadurch nicht mehr ballastiert werden müssen. Ebenfalls 1987 wurde die zu diesem Zeitpunkt größte Seitenträgerbrücke gebaut, die in Thailand eingesetzt wurde. Auf zwei Fahrwerken mit je 16 Achslinien und insgesamt 256 Rädern konnten Nutzlasten von bis zu 250 Tonnen transportiert werden. 1989 lieferte Goldhofer die ersten selbstfahrenden Schwerlastmodule mit hydrostatischem Fahrantrieb aus. Diese Schwerlastmodule vom Typ PST mussten nicht mehr von Zug- und Schubmaschinen bewegt werden, sondern waren in der Lage, eigenständig zu fahren.

1995 konnten durch die Entwicklung eines kleineren stangenlosen Flugzeugschleppers (AST-3) alle Flugzeugtypen gleichermaßen bewegt werden. Um den neuen Airbus A380 mit 600 Tonnen Gewicht ausreichend schnell bewegen zu können, wurde 2004 der AST-1X entwickelt.

Im Jahr 2000 wandelte Karoline Goldhofer-Prützel die Rechtsform des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft um und übertrug als Alleinaktionärin 2001 sämtliche Anteile der Alois Goldhofer Stiftung, wodurch der Fortbestand des Unternehmens über ihren Tod hinaus gesichert wurde. Die Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung sowie kulturelle und karitative Einrichtungen. Für ihr soziales Engagement und ihr unternehmerisches Handeln hatte Karoline Goldhofer-Prützel 1994 das Bundesverdienstkreuz erhalten. Im Juli 2013 starb Goldhofer-Prützel im Alter von 89 Jahren.[3]

2012 wurde mit Faktor 5 eine neue Generation von Seitenträgerbrücken vorgestellt, die das Fünffache ihres Eigengewichts transportieren können.

Am 1. Januar 2013 übernahm die Goldhofer Aktiengesellschaft die später verschmolzenen Schopf Maschinenbau GmbH und Schopf Rofan GmbH aus Ostfildern bei Stuttgart und erweiterte damit ihr Produktportfolio im Flughafen-Bereich um konventionelle Stangen- und Cargo-Schlepper sowie Cargo-Loader, der erste gemeinsame Auftritt erfolgte zur Branchenmesse inter airport Europe 2013.[4] Ebenfalls im Jahr 2013 wurden einige Neuheiten im Transportbereich vorgestellt: Ein vierfach teleskopierbarer Pritschenauflieger („Superhub“) und ein Sattelanhänger mit Einzelradaufhängung (MPA).[5] In der Transporttechnologie für die Windkraftindustrie stellte Goldhofer die Flügel-Transport-Vorrichtung FTV 300 in Kombination mit selbstfahrenden Schwerlast-Modulen vor, mit der Rotorblätter durch enge Kurven und schwer zugängliches Gelände transportiert werden können. An Engpässen werden die Rotorblätter nicht mehr horizontal, sondern vertikal transportiert.

2014 erschien eine neue Generation von Schwerlast-Modultransportern mit elektronischer Vielweglenkung und hydraulisch breitenverstellbarer Spur. Gleichzeitig wurde die fünfte Faktor 5-Seitenträgerbrücke fertiggestellt.[6]

Im Jahr 2015 entwickelte Goldhofer in Kooperation mit der Greiner Fahrzeugtechnik GmbH eine Scherenhubbrücke mit einer maximalen Nutzlast von 600 Tonnen.[7]

2016 wurde auf der bauma in München der ADDrive vorgestellt, ein Schwerlast-Modul mit zuschaltbarem Antrieb.[8]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produkte der Goldhofer-Unternehmensgruppe gliedern sich in die Geschäftsbereiche Transport-Technologie und Flughafen-Technologie und diese in vier hauptsächliche Produktsparten:

Anhänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Produktsparte umfasst drei- bis fünfachsige Tiefladeanhänger. Je nach Zulassungsbestimmungen der Einsatzländer wird ein Nutzlastbereich von 25 bis 80 t abgedeckt.

Sattelanhänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produkte in diesem Segment reichen von Sattelanhängern über Satteltieflader bis hin zu kombinierbaren und von vorne überfahrbaren Sattelfahrzeugen.

Schwerlast-Module[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dies sind kombinierbare Transportsysteme mit hydraulischem Achsausgleich und hydraulischer Lenkung für den Transport übergroßer und schwerer Güter. Für Lasten über 10.000 Tonnen werden eigene Fahrzeugmodule mit hydrostatischem Fahrantrieb entwickelt. Diese lassen sich mit Plattform-Modulen kombinieren und mit einer elektronischen Vielweglenkung für verbesserte Manövriereigenschaften ausrüsten.

Ground Support Equipment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Zusammenschluss von Goldhofer und Schopf im Jahr 2013 ist die Produktpalette der Unternehmensgruppe im GSE-Bereich (Ground Support Equipment) angewachsen. Zu den stangenlosen Flugzeugschleppern von Goldhofer kommen die konventionellen Stangenschlepper von Schopf für zivile und militärische Anwendungsbereiche. Ebenfalls von Schopf kommen Cargo-Schlepper für den Flughafen- und Industrieeinsatz. Zudem stellt Goldhofer Systeme zur Bergung verunglückter Flugzeuge – genannt ARTS (Aircraft Recovery Transportation System) – her.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Goldhofer – Sammlung von Bildern

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.08.2013 bis zum 31.07.2014. (Nicht mehr online verfügbar.) Goldhofer Aktiengesellschaft, ehemals im Original; abgerufen am 31. August 2016.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bundesanzeiger.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Meilensteine der Geschichten, zuletzt geprüft am 4. November 2016.
  3. Abschied von der Grand Dame der Schwerlastindustrie, zuletzt abgerufen am 14. November 2016
  4. Besondere Premiere auf der inter airport Europe 2013, zuletzt abgerufen am 28. Oktober 2016
  5. Neue MPA-Achstechnologie besteht alle Tests „mit Bravour“, zuletzt abgerufen am 3. November 2016
  6. Innovation Days bei Goldhofer, zuletzt abgerufen am 10. November 2016
  7. Taufe der weltweit einzigartigen Seitenträgerbrücke G²|K600, zuletzt abgerufen am 11. November 2016
  8. "ADDRIVE" erhöht die Effizienz eines jeden Fuhrparks, zuletzt aufgerufen am 25. Oktober 2016

Koordinaten: 48° 0′ 8″ N, 10° 10′ 21,8″ O