Gottlieb Friedrich Riedel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Skelett aus Abbildung der Knochen und Muskeln
Tasse mit Untertasse in Riedelschem Schuppenrelief, um 1760
Ludwigsburger Untertasse mit in Blättern versteckten Initialen G F R

Gottlieb Friedrich Riedel (* 17. August 1724 in Dresden; † 12. August 1784 in Augsburg) war ein deutscher Porzellanmaler und -bildner, Radierer und Verleger.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riedel war der Sohn eines Hofmusikus. Seine Ausbildung in der Malerei erhielt er beim Hofmaler Johann Christian Fiedler in Darmstadt. Anschließend zog er zurück nach Dresden, vervollständigte seine Kenntnisse beim Direktor der Akademie Louis de Silvestre und war von 1743[1] bis 1756[2] Porzellanmaler in der Meissner Porzellanfabrik. Nach dem Ausbruch des Siebenjährigen Krieges ließ er sich zunächst in Höchst, dann bis 1759 in Frankenthal und schließlich in Ludwigsburg nieder, wo er in der Porzellanmanufaktur als Obermaler und später auch als Oberfarbenlaborant arbeitete.[2] Auf Riedel geht etwa das bekannte Schuppenmuster für Services aus Ludwigsburg zurück.[3]

1779 zog er nach Augsburg. Dort erhielt er eine Stelle als Lehrer an einer Kunstschule, die eine Privatgesellschaft eingerichtet hatte. In Augsburg wurde er Verleger,[1] bildete sich im Radieren aus und arbeitete dann an der Naturgeschichte, die die dortige Akademie herausgab, mit. Ferner schuf er 24 Bilder zu dem Trauerspiel Otto von Wittelsbach.[4] Zu den Büchern, die in seinem Verlag erschienen und auch von Riedel illustriert wurden, gehörte die Galerie der alten Griechen und Römer von Georg Wilhelm Zapf, deren erster Band 1780 herauskam. 1783 brachte er eine 16-seitige Broschüre mit dem Titel Abbildung der Knochen und Muskeln des menschlichen Körpers für junge Künstler, nebst deutsch-latein- und französischen Namen aller Theile und ihrer kurzen Erklärung heraus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Georg Meusel: Miscellaneen artistischen Inhalts., IV. Heft, Erfurt 1780, S. 50–58.
  • Hans Dieter Flach: Gottlieb Friedrich Riedel (1724–1784). Werkverzeichnis der Grafik – Eine Grundlegung, Schnell & Steiner, Regensburg 2015, 255 S. 345 Abbildungen, ISBN 978-3-7954-2995-9.
  • Hans Dieter Flach: Ludwigsburger Porzellan, Fayence, Steingut, Kacheln, Fliesen. Ein Handbuch, Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart 1997, ISBN 3-925369-30-9.
  • Reinhard Jansen, Patricia Brattig: Glanz des Rokoko. Ludwigsburger Porzellan aus der Sammlung Jansen, Ausstellungskatalog, Museum für angewandte Kunst Köln, 29. März–29. Juni 2008, Köln 2008
  • Mechthild Landenberger: Alt-Ludwigsburger Porzellan, Ausstellungskatalog, veranstaltet vom Württembergischen Landesmuseum Stuttgart in Gemeinschaft mit der Stadt Ludwigsburg, 8. Mai – 31. Juli 1959 im Schloss Ludwigsburg, Stuttgart 1959

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gottlieb Friedrich Riedel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Schmidt-Auktionen.de
  2. a b Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 8: Poethen–Schlüter. 2. Auflage, K. G. Saur, München 2007, ISBN 978-3-598-25038-5, S. 391. (books.google.de)
  3. Christel Heybrock, Götter, Damen, Kavaliere – süße Spiele aus Porzellan. Die Ludwigsburger Manufaktur in der Sammlung Reinhard Jansen, auf kunstundkosmos.de
  4. Digitale Sammlungen der Universität München (PDF)