Gründerzeitmuseum im Gutshaus Mahlsdorf

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Charlotte von Mahlsdorf zeigt Besuchern des Gründerzeitmuseums Ausstellungsstücke (1977)

Das Gründerzeitmuseum im Gutshaus Mahlsdorf wurde am 1. August 1960 von Charlotte von Mahlsdorf (Lothar Berfelde) eröffnet. Es befindet sich am Hultschiner Damm 333 im Berliner Ortsteil Mahlsdorf des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Es beherbergt Europas größte zusammenhängende Sammlung von Gegenständen aus der Gründerzeit und dient als Drehort für Film- und TV-Produktionen sowie Theateraufführungen und als Standesamt. Betreut wird die Sammlung seit 1997 vom Förderverein Gutshaus Mahlsdorf.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung von Musikinstrumenten und Möbeln aus der Zeit zwischen 1880 und 1900, die der 2002 verstorbene Gründer in Jahrzehnten zusammengetragen hat, gehört teils der Stadt Berlin und teils den Erben. Das Gutshaus, in dem sie untergebracht ist, befindet sich in Trägerschaft des Fördervereins. Seine Mitglieder übernehmen die Führung durch die Räume und sorgen für Renovierungen und Neugestaltungen. Ansonsten wird zu Gartenfesten im Gutspark sowie heimatgeschichtlichen Vorträgen eingeladen. Außerdem gibt es einen Gründerzeitmarkt.

Zu den eingerichteten Wohnräumen gehört ein großer Gartensaal mit Freitreppe zum Park, der als sogenanntes „gutes Zimmer“ möbliert ist. Der mit hohen Spiegeln und Deckenleuchtern ausgestattete Raum wird auch für Veranstaltungen und Trauungen genutzt. Aus dem Besitz des Berliner Kaufmanns Carl Wienecke stammen das Herrenzimmer sowie das neogotische Speisezimmer. Ansonsten zeigt das Mobiliar aus Nussbaum, massiv und furniert, den damals bevorzugten Einrichtungsstil der Neorenaissance.

Gutshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gutshaus Mahlsdorf beherbergt das Gründerzeitmuseum

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude war ursprünglich das Amtsvorwerksgutshaus der Staatsdomäne Köpenick und stammt im Kern aus dem späten 18. Jahrhundert. Davon blieben unter anderem die Terrasse und die Freitreppe an der Parkseite erhalten, während die größere Freitreppe an der Vorderseite knapp hundert Jahre später hinzukam. Das Haus ist eingeschossig und hat ein Krüppelwalmdach. Der Mittelbau wurde ab 1869 im Stil des während der Gründerzeit beliebten Neoklassizismus verändert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hinnerk Dreppenstedt, Klaus Esche (Herausgeber): Ganz Berlin – Spaziergänge durch die Hauptstadt. Nicolaische Verlagsbuchhandlung gmbH, Berlin 2007, ISBN 978-3-89479-390-6, S. 448.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gründerzeitmuseum im Gutshaus Mahlsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 30′ 8,7″ N, 13° 36′ 50″ O