Graue Maus

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Als graue Maus wird ein unauffälliger Mensch meist weiblichen Geschlechts bezeichnet. Weiteres Merkmal ist die Bescheidenheit, die allerdings auch vorgeschützt sein kann. Eine unauffällige – eben als grau empfundene – Kleidung verstärkt dieses Bild der betreffenden Person oft zusätzlich.

Im Wörterbuch der Mikropolitik heißt es dazu: „Auch kulturelle Faktoren beeinflussen den Stil der Selbstdarstellung: In einem Land, in dem Bescheidenheit und Kollektivismus normativ sind, wie z. B. Japan, wird assertive Selbstdarstellung seltener sein als in einer Kultur, in der v. a. individuelle Leistung zählt (z. B. USA).“[1] Jeder Stil sei mit Chancen und Risiken verbunden: eine „graue Maus“ (Tarnkappen-Effekt) bleibe zwar unauffällig und meist ungefährdet, könne aber auch nicht positiv hervortreten.

In der Bundesliga wurde oft der VfL Bochum als graue Maus bezeichnet, da er zwar über 20 Jahre lang die Klasse hielt, aber nur selten im oberen Tabellenfeld zu finden war, sondern zumeist gegen den Abstieg kämpfte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Astrid Schütz: Selbstdarstellung. In: Peter Heinrich und Jochen Schulz zur Wiesch (Hrsg.): Wörterbuch der Mikropolitik. Leske und Budrich, Opladen 1998, S. 254.