Große Sandspitze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Große Sandspitze
Grosse Sandspitze 1.jpg
Höhe 2770 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Lienzer Dolomiten, Gailtaler Alpen
Dominanz 15 km → Schleinitz
Schartenhöhe 1245 m ↓ Kartitscher Sattel
Koordinaten 46° 46′ 0″ N, 12° 48′ 42″ O46.76666666666712.8116666666672770Koordinaten: 46° 46′ 0″ N, 12° 48′ 42″ O
Große Sandspitze (Tirol)
Große Sandspitze
Gestein Hauptdolomit
Alter des Gesteins Norium
Erstbesteigung 2. Juli 1886 durch Franz Mitterhofer
Besonderheiten Höchster Berg der Gailtaler Alpen
pd5

Die Große Sandspitze in Tirol ist mit 2770 m ü. A. der höchste Berg der Gailtaler Alpen, einem Gebirgszug der Südlichen Kalkalpen. Sie befindet sich in der Untergruppe der Lienzer Dolomiten und wird im Volksmund Sunnspitz genannt.

Touristische Erschließung[Bearbeiten]

Die Erstbesteigung der Großen Sandspitze gelang Franz Mitterhofer, Bauer aus Tristach, genannt Kreitmeier am 2. Juli 1886. Er erreicht aus dem Lavanter Steinkar das Daumenschartl und von dieser auf der Nordseite des Berges den Gipfel. Der Normalweg des Erstersteigers erreicht den Schwierigkeitsgrad III und war die schwierigste Route in der ersten Erschließungsperiode der Lienzer Dolomiten.[1] Die zweite Besteigung gelang dem Lienzer Bezirksschulinspektor August Kolp und dem Lienzer Bäckermeister und Gastwirt Ignaz Linder nur knapp drei Wochen später am 20. Juli 1886. Sie erreichte das Daumenschartl von der Laserz, wobei sie zunächst das Böse Schartl erstiegen und anschließend den Daumen umgingen. Auf dem Gipfel fanden sie einen Zettel von Mitterhofers als Beweis für dessen Ersteigung. Ein Bericht dieser Tour wurde von Reginald Czermak in den Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1886 veröffentlicht.[2]

Bei der dritten Ersteigung der Großen Sandspitze am 25. Juli 1888 stieg August Kolp mit Franz Gassler, Matthias Marcher und Johann Stoll direkt über den Nordgrat vom Daumenschartl zum Gipfel. Beim Abstieg traversierten sie über ein Plattenband in die Sandspitzenrinne etwas unterhalb des Sandspitzenschartels und von dort rund um die Kleine Sandspitze in das Schartenschartl. Dieser etwas einfachere Weg kristallisierte sich bald als Normalweg heraus.[3]

Klettersteige[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren führen zwei Klettersteige auf die Gr.Sandspitze: der direkte Ari-Schübel-Klettersteig von der Karlsbader Hütte und der Panorama-Klettersteig zur Laserzwand. Die alten Schwierigkeitsbewertungen treffen dort nicht mehr zu.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hubert Peterka, Willi End: Alpenvereinsführer Lienzer Dolomiten, Bergverlag Rother, München 1984, RZ 410 und 439.
  2. Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Band 12, 1886, S. 225f.
  3. Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Band 30, 1899, S. 310f.

Literatur[Bearbeiten]