Großer Fallstein

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Großer Fallstein
Der Große Fallstein von Nordwesten betrachtet.

Der Große Fallstein von Nordwesten betrachtet.

Lage Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt (Deutschland)
Koordinaten 52° 0′ 25″ N, 10° 43′ 36″ OKoordinaten: 52° 0′ 25″ N, 10° 43′ 36″ O
Typ Breitsattel
Gestein Muschelkalk
p1
p3
Blick über das Große Bruch und Veltheim auf den Großen Fallstein
Blick vom Fallstein über Osterwieck zum Brocken

Der Große Fallstein ist ein bewaldeter Höhenzug in Sachsen-Anhalt im Landkreis Harz auf dem Gebiet der Stadt Osterwieck nördlich des Harzes. Der höchste Punkt liegt auf 288 m NN.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Höhenzug Großer Fallstein gehört bodengeographisch zu den Muschelkalkaufwölbungen der „Harlyberg-Fallstein-Huyberg-Hakel-Blankenburger Erhebungen“.[1] Es handelt sich dabei um einen Breitsattel.[2][3] Am westlichen Rand des Sattels treten relativ verwitterungsbeständige Kreidekalksteine an die Erdoberfläche, die als schmaler Höhenrücken herauspräpariert wurden, der Kleine Fallstein.[4] Der Name Fallstein ist zurückzuführen auf zahlreiche Erdfälle, die im gesamten Waldgebiet des Großen Fallsteins, insbesondere aber in dessen nördlichen Teil auftreten.[5]

Die größeren Einzelerhebungen neben der 288 m hohen Kuppe sind der Hohe Fallstein mit 286,7 m und der Breite Stein mit 278,6 m Höhe.

Waldgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Fallstein ist ein von Buchen, Birken, Eichen und Fichten geprägter Mischwald. Im Wald wurden Luchse (2004) beobachtet. Der Wald hat eine Ost-West-Ausdehnung von circa vier Kilometern sowie eine Nord-Süd-Ausdehnung von über fünf Kilometern. Er liegt südlich des Niederungsgebietes Großes Bruch, durch das früher die innerdeutsche Grenze führte. Das Gebiet „Waldgebiet des Fallstein“ ist Landschaftsschutzgebiet; ein rund 71 ha großer Teil ist zudem als Naturschutzgebiet „Großer Fallstein“ ausgewiesen.

Name, Nutzungs- und Siedlungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fallstein wird 997 als Felestein in einer Ottonenurkunde erwähnt.

Am nördlichen Rand des Großen Fallsteins (Ortslage Steinmühle) erfolgte bis 1930 der Abbau von Travertin.[6] Von 1832 bis 1849 war der Große Fallstein Standort der Station Nr. 20 der Preußischen optischen Telegrafenlinie, einem Kommunikationssystem zwischen Berlin und der Rheinprovinz.

In Waldnähe liegen viele Orte, unter anderem Osterwieck, Hessen, Rhoden, Deersheim und Veltheim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großer Fallstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesamt für Naturschutz:Landschaftssteckbriefe Internetpräsenz BfN (3. März 2014) (Memento des Originals vom 3. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfn.de
  2. Gerald Patzelt: Sammlung geologischer Führer. Band 96: Nördliches Harzvorland (Subherzyn), östlicher Teil. Gebrüder Bornträger, Berlin 2003, ISBN 3-443-15079-9.
  3. Robert Slawski: Ostfalen. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden 2007, ISBN 978-3-931656-90-4, S. 11.
  4. Fritz J. Krüger (Hrsg.): Wanderungen in die Erdgeschichte, Band 19, Braunschweiger Land. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2006, ISBN 3-89937-066-X, S. 177–182.
  5. Informationen zum Landschaftsschutzgebiet LSG0027 Fallstein beim Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (PDF).
  6. Benno Riechelmann: Vom Ackerhof zum Großgut: Zwei Jahrhunderte wirtschaftlicher Entwicklung des Rittergutes Veltheim im Kreise Halberstadt. Leipzig 1926.