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Großstadtnacht (1932)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Großstadtnacht
Produktionsland Deutschland, Frankreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1932
Länge 82 Minuten
Produktions­unternehmen
Stab
Regie Fedor Ozep
Drehbuch Hans H. Zerlett
nach einem Entwurf von Fedor Ozep und Victor Trivas
Musik Karol Rathaus
unter der musikalischen Leitung von Kurt Schröder und Maurice Jaubert
Kamera
Schnitt Georges Friedland
Besetzung

Großstadtnacht ist die deutschsprachige Version eines französischen Films aus dem Jahre 1932 von Fedor Ozep. Der Leinwandstar Dolly Haas spielte die weibliche Hauptrolle, ihre gleichaltrige Kollegin Inge Meysel gab hier mit einem nur sekundenlangen Auftritt als Schülerin in einem Mädchenpensionat ihren Einstand vor der Kamera.

Die französische Pensionatsschülerin Madeleine Duchanel will unbedingt zum Theater und reißt daher aus. In Paris landet sie auf der Straße. Ein freundlicher Zeitungsverkäufer rät Madeleine, es bei einem Künstleragenten zu versuchen. Aber der alte Theateragent zeigt kein Interesse an der Debütantin, da man, so sein Credo, entweder viel Geld für den nötigen Werberummel oder doch zumindest eine Sensation, noch besser: einen Skandal, benötige, um berühmt zu werden. Mit beidem aber kann Madeleine nicht dienen. Madeleine entschließt sich, sich „entdecken“ zu lassen und begibt sich auf die Künstlermeile Montparnasse. Dort hofft sie, auf einen bereits arrivierten Kollegen zu treffen, der ihr irgendwie weiterhelfen wird.

In einem Café, angeblich ein Prominententreff, behauptet der Kellner, der sich einen Spaß mit Madeleine machen will, dass der Statist François ein prominenter Künstler, der Sänger Armand Tonnère, sei. François spielt diese Scharade mit, da ihm Madeleine gut gefällt. Er lädt sie in seine Wohnung ein, wo es zu einer unangenehmen Begegnung mit seiner eifersüchtigen Freundin Juliette kommt. Madeleine stürzt aus der Wohnung in die Großstadtnacht. Juliette wirft Madeleines Koffer aus dem Fenster, und das Gepäckstück landet in der Seine. In der Zwischenzeit hat der wahre Monsieur Tonnère erfahren, dass Madeleine ihn sucht und kennen lernen möchte.

Madeleine wird nun in einen Juwelenraub verwickelt. Die Verbrecher haben laute Rufe gehört und glauben, dass es sich dabei um Warnschreie handele und die Polizei im Anmarsch sei. Einer von ihnen mutmaßt, dass Madeleine sie gewarnt habe und schenkt dem obdach- und kofferlosen Mädchen eine im Bruch erbeutete Brosche. Die Schauspielaspirantin glaubt, sie könne sie mit diesem Schmuckstück für die nächste Zeit ihre Unterkunft finanzieren. Ihr neues Zuhause wird jedoch von der Unterwelt frequentiert. Monsieur Tonnère wird verdächtigt, hinter dem Juwelenraub zu stehen, und die Zeitungen berichten, da man ihren Koffer aus der Seine gefischt hat, von einem Selbstmord Madeleines. Damit hat die Nachwuchsmimin endlich ihre Sensation, und prompt wird sie für die Hauptrolle in einer Revue verpflichtet.

Produktionsnotizen

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Großstadtnacht wurde ab Januar 1932 in den französischen Pathé-Natan-Filmstudios von Joinville gedreht. Die Welturaufführung fand am 21. Dezember 1932 im Wiener Capitol-Kino statt. Hier lief der Streifen noch unter dem Titel Großstadtnächte. Die deutsche Premiere war am 26. Januar 1933 im Atrium in Berlin.

Eugen Tuscherer war Produktionsleiter. Die Filmbauten schufen Andrej Andrejew und Lucien Aguettand, assistiert von Max Douy.

Folgende Musiktitel wurden gespielt:

  • Chanson der Madeleine
  • Großpapa liebte mich
  • Sterne strahlen auf Paris
  • Wenn er so hopste
  • Marsch und Chor der Zeitungsverkäufer

Die deutschen Texte stammen von Walter Mehring.

Die französische Fassung dieser Produktion hieß Mirages de Paris und besaß komplett andere Darsteller. Dieser Film lief in Paris am 13. Januar 1933 an.

Die Österreichische Film-Zeitung schrieb: „Feder Ozep hat mit diesem Film ein interessantes Werk geschaffen. Man spürt die Hand eines Regisseurs, der mehr ist als ein geschickter Routinier und der filmischen Gestaltung neue Wege weist“.[1]

Einzelnachweise

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  1. „Großstadtnacht“. In: Österreichische Film-Zeitung, 24. Dezember 1932, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fil