Grytviken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Grytviken
Grytviken (Südgeorgien)
Grytviken
Grytviken
Koordinaten 54° 17′ S, 36° 30′ WKoordinaten: 54° 17′ S, 36° 30′ W
Lage
Basisdaten
Staat Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
Einwohner 0 (2017[1])
Gründung 1904
Postleitzahl SIQQ 1ZZ
Grytviken im Sommer Mitte der 1990er-Jahre
Grytviken im Sommer Mitte der 1990er-Jahre

Grytviken (norwegisch: gryte = Topf, Kessel; vik = Bucht; urspr. deutsche Übersetzung: Grapenbucht) ist eine mittlerweile verlassene Walfangstation auf der Insel Südgeorgien. Die Siedlung war früher Hauptort des britischen Überseegebietes Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln. Eine geringe Anzahl Bewohner lebt im nahegelegenen Stützpunkt King Edward Point.[1][2]

Grytviken gilt als der beste Naturhafen auf der Insel. Er besteht aus der Bucht King Edward Cove, die innerhalb der Cumberland East Bay liegt. Um die King Edward Cove herum gibt es eine relativ große Fläche mit bebaubarem flachem Land; das Areal ist relativ windgeschützt; es gibt Süßwasserquellen und -bäche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige und aktuelle Siedlungen auf Südgeorgien

Der Ort wurde im November 1904 von Carl Anton Larsen als Walfangstation der Compañía Argentina de Pesca gegründet. Larsen wurde in Norwegen geboren und erhielt 1910 auf Antrag die britische Staatsbürgerschaft. Die örtlichen Anlagen, darunter auch eine Feldbahn (siehe Eisenbahnen auf Südgeorgien), dienten bis zu ihrer Schließung 1966 als industrielle Basis für Walfang und -verarbeitung. Überreste davon sind bis heute erhalten geblieben, z. B. riesige Walöl-Tanks und einige administrative Einrichtungen.

Bekannt ist Grytviken auch für die Verbindung zur Biografie von Sir Ernest Shackleton. In Grytviken fand 1916 seine auf Elephant Island begonnene abenteuerliche Reise nach dem Scheitern der Endurance-Expedition ihr glückliches Ende. 1922 wurde Shackleton auf dem Friedhof Grytvikens begraben, nachdem er zu Beginn einer weiteren Expedition gestorben war. 2011 wurde neben Shackleton der 1939 in Südafrika gestorbene Polarforscher Frank Wild bestattet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grytviken selbst hat keine Einwohner mehr. In der nahegelegenen Forschungsstation am King Edward Point leben und arbeiten acht Forscher des British Antarctic Survey sowie zwei Regierungsbeamte mit ihren Ehepartnern. Im gesamten Überseegebiet gibt es keine ständigen Bewohner mehr.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhalten und restauriert wurde die Whalers Church, eine Kirche, die man in vorgefertigten Einzelteilen aus Norwegen nach Grytviken brachte und die zum Weihnachtsfest 1913 geweiht wurde.[3] Sie war für viele Jahre die südlichste Kirche der Welt.[4]

In der Villa von Grytviken, dem früheren Verwaltungsgebäude der Walfangstation, befindet sich seit 1991 das South Georgia Museum. Mit den Exponaten wird auf die Geschichte und die Natur Südgeorgiens eingegangen.[5][6] Mit etwa 7000 Besuchern jährlich gehört es zu den meistbesuchten Museen im Bereich der Antarktis und der subantarktischen Inseln.[7]

Grytviken kann mittels Google Street View erkundet werden, auch die Whalers Church kann von außen und innen angesehen werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grytviken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c About SGSSI. In: gov.gs. Government of South Georgia & the South Sandwich Islands, abgerufen am 31. Dezember 2017 (englisch).
  2. South Georgia and the South Sandwich Islands. In: wikitravel.org. Abgerufen am 31. Dezember 2017 (englisch).
  3. Gatis Pāvils: Grytviken Church (Whalers Church). In: wondermondo.com. Wondermondo, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  4. Mittlerweile steht die südlichste Kirche im chilenischen Puerto Williams.
  5. South Georgia Museum. In: gov.gs. Government of South Georgia & the South Sandwich Islands, abgerufen am 31. Dezember 2017 (englisch).
  6. South Georgia Museum. In: sgmuseum.gs. South Georgia Museum, abgerufen am 31. Dezember 2017 (englisch).
  7. Visiting. In: sgmuseum.gs. South Georgia Museum, abgerufen am 31. Dezember 2017 (englisch).