Gummikuh

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BMW R 69 S, despektierlich auch „Gummikuh“ genannt

Gummikuh bezeichnet im Motorradfahrerjargon Zweizylinder-Motorräder der BMW-Modellreihe R von 1955 bis ca. 1990 mit Vollschwingenfahrwerk.

Begriffsentstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prägung des Ausdrucks „Gummikuh“ geht auf den Motorradjournalisten Ernst Leverkus zurück. Ihm wird zugesprochen, bei einer Testfahrt auf einer neuen BMW deutlich das Heben der Hinterradfederung durch den Kardanantrieb in Verbindung mit der Hinterradschwinge festgestellt und den Vergleich zu Hausrindern gezogen zu haben: Kühe erheben sich üblicherweise mit dem Hinterteil zuerst.

Der Wortbestandteil „Gummi“ ging teils im Laufe der Zeit verloren; übrig blieb oftmals nur die „Kuh“ als Synonym für BMW-Boxermotorräder. Als Kürzel wird oftmals der Buchstabe „Q“ verwendet.

Technischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Folge einer Konstruktionsänderung 1955 mit dem Erscheinen der Vollschwingen-BMW, deren Tellerrad innen am Hinterrad liegt, hebt sich die Hinterradfederung beim Anfahren. Beim Gaswegnehmen tritt der gegenteilige Effekt ein: sowohl vorn als auch hinten sackt die langhubige, komfortable Federung ein, ein Effekt, der zusätzlich auch den Ausdruck „Fahrstuhl-Motorrad“ zeugte. Mit der Einführung des Paralever-Fahrwerks noch bei den späten 2-Ventil-Modellen endete, technisch gesehen, die Ära der Gummikühe, denn das neue Fahrwerk verhindert den „Fahrstuhl-Effekt“ durch eine Elimination der Lastwechselkräfte und Aufstellmomente.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verlag der Schillerbuchhandlung Hans Banger (Hrsg):Deutschsprachige Zeitschriften. Band 40, 1996.
  • Machine Design. Band 68, Ausgaben 11-15, Verlag Penton/IPC, 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]