Gutenbergplatz (Karlsruhe)

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Gutenbergplatz
Coat of arms de-bw Karlsruhe.svg
Platz in Karlsruhe
Gutenbergplatz
Krautkopfbrunnen, Pelikanbrunnen
Basisdaten
Ort Karlsruhe
Ortsteil Weststadt
Angelegt 1900–1904
Einmündende Straßen Goethestraße, Nelkenstraße, Sophienstraße, Gutenbergstraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Platzgestaltung Linden, zwei Brunnen, öffentliche Toilette,

Der Gutenbergplatz ist ein Platz in der Karlsruher Weststadt. Der Platz wurde zwischen 1900 und 1904 angelegt und sein Orts-, Platz- und Straßenbild ist als Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt.[1]

Zur Zeit der Stadtgründung Karlsruhes 1715 befand sich das Gebiet weit vor den Stadttoren und bestand aus einer völlig ungestalteten Wiese. Im Norden wurde das Gebiet durch die Kaiserallee, damals noch Mühlburger Landstraße, begrenzt, im Süden durch den Landgraben. Bis 1829 wurde das Gebiet für öffentliche Hinrichtungen genutzt, zu diesem Zwecke befanden sich dort Tribünen für Schaulustige.[2] Später wurde auf der Nordseite ein Schießplatz angelegt.[3]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rande des Platzes stehen einige Linden. Am nördlichen Teil des Gutenbergplatz befinden sich zwei Brunnen, die ursprünglich als Ensemble zu einer einzigen Brunnenkonstruktion, dem sogenannten Krautkopfbrunnen[4], gehörten. Dieser Brunnen wurde 1908 nach Plänen von Friedrich Ratzel fertiggestellt und ist auf dem Wappen des Stadtteils abgebildet.

Im südlichen Teil befindet sich eine öffentliche Toilette. Im Norden ist der Gutenbergplatz durch die Goethestraße sowie die Gutenberg-Schule (Grund- und Hauptschule) begrenzt, im Süden durch die Schillerstraße sowie das Lessing-Gymnasium Karlsruhe. An der westlichen Seite befindet sich die Gutenbergstraße, an der östlichen Seite die Nelkenstraße.

An Tagen, an denen kein Markt stattfindet, steht der Platz als Parkfläche zur Verfügung.

Detail des Krautkopfbrunnens. Gutenbergplatz Karlsruhe

Krautkopfbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ratzel errichtete den Krautkopfbrunnen am südlichen Ende des Platzes vor der Gutenbergschule. Aus dem runden Becken ragt eine zylinderförmige Struktur empor. Diese ist durch neun Figuren geschmückt, die auf ihren Schultern eine Frucht- und Blütengirlande tragen. Ein überdimensionaler Krautkopf auf einer Kuppel aus neun Metallrippen bildet die Spitze des Brunnens. Das Brunnenwasser fließt aus den Blättern des Krautkopfes. 1940 wurden der Krautkopf und die Metallrippen abmontiert und für Kriegszwecke eingeschmolzen. 1952 wurde der Brunnen zunächst wieder in Betrieb genommen. Zwischen 1960 und August 1962 wurde eine Rekonstruktion der Bronzeteile aus Kupfer angefertigt. 1961 wurde eine Umwälzpumpe eingebaut, das untere Brunnenbecken zugeschüttet und bepflanzt sowie die Einfriedung entfernt. 2005 wurde der Brunnen umfassend saniert.[5]

Heute ist - nach der Zuschüttung dieses unteren Basins im Jahr 1960 - nur noch das etwas über der Höhe des Platzes gelegene Becken mit breitem Rand zu sehen, was dem Brunnen seine ursprünglich geplante Dimension und seine in die Platzgröße eingepaßte Gestaltung völlig nimmt."...das Erscheinungsbild der Brunnenanlage litt erheblich, und die von Friedrich Ratzel geplante Gesamtwirkung wurde empfindlich gestört."[6]

Der Pelikanbrunnen war ursprünglich ein Bestandteil von Ratzels gesamter Brunnenkonstruktion. Er schließt nach der Zuschüttung des unteren Bassins des Krautkopfbrunnens nicht mehr direkt an diesem an. Er ist mit einem steinernen Pelikan ausgestattet und spendet Trinkwasser.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Platz sowie die unmittelbare Umgebung sind als Gesamtanlage nach dem baden-württembergischen Denkmalschutzgesetz geschützt. Der Platz wurde zwischen 1900 und 1904 angelegt. Die Blechhaube der Litfaßsäule stammt aus dem Jahr 1901. Die Brunnen wurden 1905 vom Karlsruher Architekten Friedrich Ratzel entworfen und nach seinem Selbstmord 1908 fertiggestellt. Die öffentliche Toilette wurde um 1910 errichtet.[7]

Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt am Gutenbergplatz ist der älteste Markt der Stadt. Dienstags, donnerstags und samstags ab 7.30 Uhr ist Markttag. Über 40 Händler bieten vielfältige Waren an, unter anderem Back- und Teigwaren, regionales Gemüse und Obst, Fleisch und Fisch, Molkereiprodukte sowie Spezialitäten unter anderem aus den nahe gelegenen Regionen Pfalz und Elsass.[8] Insbesondere samstags ist das Angebot sehr breit und die Nachfrage ist deutlich stärker als unter der Woche.

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lindenblütenfest wird jedes Jahr vom Bürgerverein der Weststadt am ersten Wochenende im Juli ausgerichtet. Es ist das älteste Traditionsfest Karlsruhes[9] und fand 2014 zum 96. Mal statt. Der Name des Fests ist von den Linden abgeleitet. die um diese Jahreszeit auf dem Platz blühen. Das Fest umfasst Auftritte der Historischen Bürgerwehr Karlsruhe e.V, Livemusik, Vergnügungsstände für Kinder und Programme für Senioren. Außerdem wird eine Lindenblütenkönigin sowie Prinzessinnen gekürt.[10]

Anlässlich des 99-jährigen Bestehens des Krautkopfbrunnen fand am 20. Oktober 2007 das erste Krautkopffest statt.[11][12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtrecht Karlsruhe: Satzung zum Schutz der Gesamtanlage Gutenbergplatz. Abgerufen am 10. November 2014.
  2. Heimatkunde: Die Richtstätte am Gutenbergplatz. SWR 4 Nachrichten Studio, abgerufen am 10. Dezember 2014.
  3. Weststadtspiele. Bürgerverein der Weststadt e.V., Oktober 2006, abgerufen am 10. Dezember 2014.
  4. Krautkopfbrunnen – Stadtwiki Karlsruhe. Abgerufen am 1. September 2017 (deutsch (Sie-Anrede)).
  5. Stadt Karlsruhe: Karlsruher Brunnen: Krautkopfbrunnen. Abgerufen am 10. November 2014.
  6. Gerhard Kabierske: 78 Brunnen auf dem Gutenbergplatz. In: Heinz Schmitt (Hrsg.): Denkmäler. Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945. 2. Auflage. Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Bd. 7. Karlsruhe 1989, ISBN 3-7617-0264-7, S. 455.
  7. Stadt Karlsruhe: Karlsruher Datenbank der Kulturdenkmale - Gutenbergplatz. Abgerufen am 10. November 2014.
  8. Stadt Karlsruhe: Wochenmarkt Gutenbergplatz. Abgerufen am 9. November 2014.
  9. Bürgerverein der Weststadt e.V. Karlsruhe: Lindenblütenfest 2013. Archiviert vom Original am 10. Dezember 2014; abgerufen am 10. November 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ka-w.de
  10. Bürgerverein der Weststadt e.V. Karlsruhe: Bürgerheft des Bürgervereins der Weststadt (Juni 2014). Abgerufen am 10. November 2014.
  11. Stadt Karlsruhe: Nachrichtenarchiv: Erstes Krautkopffest auf dem Gutenbergplatz. Abgerufen am 10. November 2014.
  12. ka-news.de: Karlsruher Wochenmärkte. Abgerufen am 10. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gutenbergplatz (Karlsruhe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 0′ 32″ N, 8° 22′ 33″ O