Hälsingehof
| Dekorierte Bauernhäuser von Hälsingland | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Innenausstattung des Weltkulturerbehofes Bortom Åa in Fågelsjö | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (v) |
| Fläche: | 14,84 ha |
| Pufferzone: | 537,04 ha |
| Referenz-Nr.: | 1282 |
| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2012 (Sitzung 36) |
Ein Hälsingehof ist ein Hof oder ein ehemaliger Hof in der schwedischen historischen Provinz Hälsingland. Heute gibt es noch rund 1000 Hälsingehöfe mit kulturhistorischem Wert.[1] Sieben von ihnen – Kristofers in Stene, Gästgivars in Vallsta, Jon-Lars und Pallars in Långhed, Fågelsjö gammelgård, Bommars in Letsbo sowie Erik-Anders in Askesta – wurden im Juli 2012 als schwedisches Kulturdenkmal in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Architektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Höfe sind Beispiele einer auf Holzbauweise beruhenden volkstümlichen Bautradition des Landes. Bemerkenswert ist die Größe der Gebäude, die oft zweistöckig mit reichlichen Verzierungen ausgeführt wurden. Sie dienten mehreren Generationen gleichzeitig als Wohnhaus. Die Bautradition der Höfe reicht bis ins Mittelalter zurück, die sieben ausgewählten Höfe repräsentieren jedoch den Höhepunkt dieser Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert.[2]
Der Hausschmuck zeigt sich beispielsweise in profilierten Dachfüßen, geschnitztem oder profilgesägten Zargen sowie kunstvoll gestalteten Hauseingängen.[3] Die Interieurs sind teilweise gut erhalten mit Wandgemälden, Schablonenmalereien und Tapeten. Die Bilder zeigen biblische Motive, ins Hälsingemilieu übertragen, aber auch heitere volkstümliche Szenen, gemischt mit Kurbitsmalereien mit Blumen und Bändern.[4]
Viele Gemeinden hatten ihre eigene Bauart, und die verschiedenen Merkmale kamen meist an den Hauseingängen zum Ausdruck, vor allem bei den Austritten. In einigen Gemeinden, vor allem an der Küste, fehlten die Vortreppen, stattdessen wurden Treppen und Türfutter aufwendiger gestaltet.
Zu den Höfen gehörten auch Wirtschaftsgebäude, frei außerhalb des Hofraums platziert. Jedes Gebäude hatte seine eigene Funktion. Dazu gehörten Scheunen, Ställe, Schmieden, Waschhäuser und Trockenhäuser für Getreide.
UNESCO-Welterbe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die sieben Höfe wurden 2012 aufgrund des UNESCO‑Kriteriums (v) als herausragendes Beispiel einer überlieferten Siedlungsweise und Landnutzung ausgezeichnet, da sie den letzten Höhepunkt der regionalen Holzbautradition des 18. und 19. Jahrhunderts verkörpern. Mit ihren aufwändig dekorierten Wohn‑ und Wirtschaftsgebäuden zeigen sie den bäuerlichen Wohlstand, die handwerkliche Volkskunst und die enge Verbindung zwischen Hofarchitektur und Agrarlandschaft in Hälsingland.[2]
Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hälsingegård Gästgivars in Vallsta
- Luftaufnahme von Gästgivars
- Scheune (Lada) des Hofes Gästgivars
- Aussicht vom Weltkulturerbehof Gästgivars
- Küche im Hof Bommars
- Jon-Lars in Långhed
- Eingangstür des Hofes Kristofers
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Världsarvet Hälsingegårdar. In: Länsstyrelsen. Abgerufen am 11. Juli 2026 (schwedisch).
- 1 2 Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
- ↑ Woodwork & Craftsmen. In: regiongavleborg.se. Abgerufen am 11. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Väggmålningar och tapeter. In: halsingegardar.se. Abgerufen am 11. Juli 2026 (schwedisch).