Hôtel Lutetia

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Das Hôtel Lutetia bei Nacht
Das Hôtel Lutetia

Das Hôtel Lutetia ist ein Luxushotel in Paris (Lutetia war der Name der Stadt in der Antike). Es liegt im Quartier Notre-Dame-des-Champs an der Kreuzung Boulevard Raspail und Rue de Sèvres im 6. Arrondissement. Wenige Meter entfernt befindet sich das Kaufhaus Le Bon Marché, dessen Besitzer es ins Leben riefen.

Das Hotel wurde 1910 durch den Architekten Louis-Charles Boileau entworfen. Die Fassade gestaltete Paul Belmondo, der Vater des Schauspielers Jean-Paul Belmondo. Das Hotel Lutetia gilt als das erste Hotel des Jugendstil (frz. Art nouveau) in Paris und besitzt eine Bar im Stil der Art Déco.

In der Zeit der Dritten Republik war es Treffpunkt des sogenannten Lutetia-Kreises. Während der Deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg war es Sitz der deutschen Abwehr und Gegenspionage und der SS.[1] In den Kellerräumen kam es zu zahlreichen Misshandlungen und schwerer Folter an Mitgliedern der Resistance.

Alfred Toepfer arbeitete hier.

Nach Kriegsende diente das Hotel als Auffangstation und erste Heimat für Überlebende der Konzentrationslager.

1955 bis 2005 war das Hotel im Besitz der Champagner-Dynastie Taittinger, ging dann in den Besitz des Israelis Alfred Akirov (Firmengruppe Alrov) über.

1985 wurde das Hotel durch Sonia Rykiel umgestaltet; es gibt verschiedene Kunstwerke von Arman und César.[2] Das Hotel verfügt über 230 Zimmer, 30 davon im Stil des Art Déco.

Berühmte Gäste des Hotels waren unter anderem Pablo Picasso, Henri Matisse, André Gide, Antoine de Saint-Exupéry, Albert Cohen, Juliette Gréco, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Gérard Depardieu und Charles de Gaulle.

Von April 2014[3] bis Juli 2018 wurde das Hotel für etwa 200 Millionen Euro renoviert.[4] Die Spitzenköche des Hauses servieren gute französische Küche, die Tische sind vornehm gedeckt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hôtel Lutetia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://community.zeit.de/user/monsieur-rainer/beitrag/2010/08/20/die-organisation-des-deutschen-repressionsapparates-frankrei
  2. Webseite des Hotels, abgefragt am 3. Februar 2018
  3. Michaela Wiegel: Das Lutetia soll seine Seele nicht verlieren. FAZ.net, 23. April 2014.
  4. FAZ.net: Legendäres Hotel „Lutetia“ wieder offen

Koordinaten: 48° 51′ 4″ N, 2° 19′ 36″ O