Höchstpreisedikt

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Kopie (Abguss) eines in Aizanoi gefundenen Bruchstückes des Edikts im Pergamonmuseum Berlin aus dem Bestand des Berliner Münzkabinetts

Das Höchstpreisedikt (Latein: Edictum De Pretiis Rerum Venalium) wurde 301 vom römischen Kaiser Diokletian erlassen. Es setzte als Preiskontrollgesetz Höchstpreise für eine Vielzahl von Produkten und Leistungen fest, deren Überschreitung in der ultima ratio mit der Todesstrafe geahndet werden konnte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Reichskrise, die den Wirtschaftsverfall des römischen Reiches mit sich brachte, wurden von den zahlreichen Kaisern und Usurpatoren verstärkt Münzen geprägt, wodurch die Inflation enorm angeheizt wurde. Diokletian reagierte darauf, indem er im Rahmen eines grundlegenden Reformpaketes versuchte, die Steuern (Capitatio-Iugatio) und die Währung neu auszurichten. Als Bestandteil der Münzreform erließ er das Höchstpreisedikt und devaluierte parallel die Währung. Im Edikt hatte er nicht nur – für mehr als tausend Produkte – verbindliche Höchstpreise festgelegt, sondern auch Höchstlöhne für Dienstleistungen. Die niedrigsten Tagelöhne erhielten danach die Hirten und Landarbeiter. Da die Preise für Handwerkserzeugnisse sehr hoch lagen, litt besonders die ärmere Bevölkerung unter dem Edikt. Letztlich scheiterte das Edikt und die gewünschte Wirkung wurde verfehlt; um die Repressalien zu umgehen, wurden die Preise vielfach schlicht völlig überzogen oder man ging zu (geldlosen) Tauschgeschäften über.[1]

Die Preise sind angegeben als denarii communes (Rechnungsdenare) - diese entsprechen nicht den Denaren der frühen Kaiserzeit. Der im Jahr 294 eingeführte Follis wurde am 1. September 301 mit 25 denarii communes festgelegt.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Lauffer (Hrsg.): Diokletians Preisedikt. de Gruyter, Berlin 1971 (= Texte und Kommentare, Band 5).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht. Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001), ISBN 3-205-07171-9, S. 14 ff, 231.