Hönnepel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Ritter Elbert

Hönnepel ist ein Ortsteil der Stadt Kalkar im Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen. Der Ort hat heute rund 950 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneller Brüter

Das ursprünglich auf einer Rheininsel gelegene Hönnepel wurde um 1100 erstmals erwähnt und gehörte zum Land Aspel, das 1392 vom Kölner Erzstift an die Grafschaft Kleve gelangte. Zeitweilig hat in Hönnepel eine Filiale der Abtei Denain bestanden, die ihren Hof Hönnepel 1240 an das Stift Xanten verkaufte. Die Regenfledis-Kirche wurde 1437 selbständige Pfarre; ihr heutiger Bau stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist im 19. Jahrhundert stark umgebaut worden. Hönnepel war der Sitz der Herren von Hönnepel, von deren Burg geringe Reste erhalten sind.

Im nahe gelegenen Reichswald und im Umfeld des heutigen Ortes, tobte im Frühjahr 1945 die sogenannte Schlacht im Reichswald. In dieser Schlacht um den Niederrhein wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Am 1. Juli 1969 wurde Hönnepel nach Kalkar eingemeindet.[1]

Bei Hönnepel steht das Kernkraftwerk Kalkar (SNR-300), dessen Bau 1972 begonnen wurde, das aber wegen massiver Proteste nie ans Netz ging. Angeführt wurde der Widerstand von Josef Maas („Bauer Maas“), dessen Land man als Standort für den Brutreaktor ausgewählt hatte. Das Gelände wird heute als Freizeitpark Wunderland Kalkar genutzt.

Die Geschichte von Hönnepel und der Pfarrgemeinde St. Regenfledis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hönnepel, Sint Regenfledis Kirche

Der Name Hönnepel ist, wie ein Geschichtsforscher herausfand, nach den beiden Wörtern „Hoen“ und „Pol“ benannt. Da Hoen wohl Wiese und Pol eine Erhebung bedeuten mag, muss man annehmen, dass Hönnepel auf einer grünen höheren Rheininsel lag. Die Geschichte des Dorfes, es war zwar immer recht klein, reicht dennoch bis nach Nordfrankreich hinein. Hier lebten im 8. Jahrhundert, das ist bekannt, die heilige Regina mit ihrem Mann, dem Grafen von Osterbant. Aus Liebe zu ihrer Tochter Regenfledis bauten diese zwei dann in Denain eine Benediktinerabtei. Von Frankreich aus, so wird uns verkündet, wurde in Hönnepel schon im 9. Jahrhundert ein Tochterkloster gegründet. Um die Christen vor den Heiden jenseits des Rheines zu schützen, dazu sollte wahrscheinlich das Kloster als Missionsstation nützen. Im Jahre 1223 verließen die Nonnen Hönnepel aus irgendwelchen Gründen, um in Horst bei Deventer eine neue Heimat zu finden. Da in Hönnepel keine Nonnen mehr beteten, richtete die Gemeinde die Klosterkapelle für ihre Zwecke her. Die Hönnepeler wollten nicht mehr nach Niedermörmter zur Kirche gehen, Sie sprachen: „Hierfür eignet sich auch unsere Kapelle sehr schön.“ Für Hönnepel forderten sie einen eigenen Pastor; das hatten auch die Burgherren von Haus Hönnepel vor. Diese Ritter von Hönnepel machten mit großem Geschick im Dorfe damals die Politik. Sie setzten sich, das fanden sie fein, sehr für die Kirche in Hönnepel ein. Den Wunsch nach einem eigenen Pastor, den trugen diese Herren dem Erzbischof von Köln dann vor. Dieser erlaubte immerhin sodann, dass ab 1390 in Hönnepel ein eigner Rektor wirken kann. Der durfte hier taufen, Kranke versehen, Beerdigungen abhalten und in der Kapelle auch Gottesdienste gestalten. Aber Hönnepel war, was hier gar nicht gefällt, weiter dem Pastor von Niedermörmter unterstellt. Völlig selbständig zu sein, das war ihr Ziel, um das zu erreichen, unternahm man sehr viel. Zur Erfüllung dieses Wunsches, wie man in der Chronik findet, hat man 1390 die Bruderschaft „Unserer lieben Frau“ gegründet. Diese Bruderschaft hat – es hat der Kirche damals sehr genützt – den Klerus damals finanziell sehr unterstützt. So gab jeder, der in die Bruderschaft eintrat, fürs Erste für Hönnepels Kirche einen Scheffel Gerste. Wurde für die Bruderschaft eine Messe gelesen, dann jeder genau wusste, was er dafür bezahlen musste. In die Bestimmungen fügte man ein, für jede Messe bekommt der Priester einen Quart Wein, während man für den Küster verfügte, dass für diesen ein halber Quart Wein genügte. Der Wunsch nach Selbständigkeit wurde dann immer energischer vorgebracht und endlich hat es dann Ritter Elbert im Jahre 1438 geschafft; denn am 5. Dezember willigte der Erzbischof ein: „Hönnepel soll jetzt selbständige Pfarrgemeinde sein!“

Mit der Festlegung der Gemeindegrenzen hat man sich sehr beeilt und die Einnahmen der beiden Pfarreien nach folgendem Schlüssel geteilt: Circa 100 Malter Getreide, das lohnte sich schon, bekam der Pastor von Niedermörmter als Lohn, während der Pastor von Hönnepel genau wusste, dass er sich mit der Hälfte begnügen musste. So war damals Niedermörmters Pastor doch noch zufrieden, obwohl er nicht mehr über Hönnepel konnte verfügen. Damit die Pfarrei Hönnepel selbständig konnte leben, haben die Herren von Hönnepel und die Bruderschaft manchen Taler übergeben. Die Spenden waren so reichlich gar, dass man später außer dem Pastor noch bezahlte einen Vikar. Für einen dieser Vikare hat, wie der Chronist beteuert, die Bruderschaft eine Rente von 12 Rheinischen Gulden beigesteuert. Und die Priester mussten, das ist vertraglich festgelegt gewesen, für das Seelenheil der Burgherren wöchentlich drei Messen lesen. Die Kirche ging auf diesen Handel mit den Politikern ein, denn auf diese Weise kam so mancher Taler herein. Auch für die Erweiterung der Kirche, sie wurde 1442 fertiggestellt, gaben die Hönnepeler damals sehr viel Geld; denn der Bau des neuen Seitenschiffs war sehr teuer und wurde finanziert ohne Kirchensteuer. 440 Jahre später (1880–86) wurde die Kirche ganz restauriert und dabei im damals typischen Stil neugotifiziert. Den alten Stil der romanischen Zeit, in dem die Kapelle geboren, den hat die Kirche bei diesem Umbau gänzlich verloren. Im 550. Jahr (1988) nach der Pfarrgründung (1438), das ist wahr, erhielt das Gotteshaus einen neuen Altar. Zusammen mit Ambo wurd’ er im Jubiläumsjahr geweiht, darüber hat sich die ganze Gemeinde sehr gefreut.

(Autor:Norbert van de Sand, 1988 zum 550. Pfarrjubiläum)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 79.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H.P. Hilger: Die Denkmäler des Rheinlandes, 1954
  • R. Scholten: Die Geschichte von Hönnepel und Niedermörmter, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, 1891
  • G. Hövelmann: Westfränkischer Klosterbesitz am unteren Niederrhein, in: Gaesdoncker Blätter, 1963
  • W. Völling (Schulleiter in Hönnepel 1956–1968): Aus der Geschichte von Hönnepel, 1966.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hönnepel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 45′ 17″ N, 6° 19′ 51″ O