Hammelburger Markbeschreibung

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Die Hammelburger Markbeschreibung ist eine Urkunde, die zu den ältesten Sprachdenkmälern der althochdeutschen Sprache zu rechnen ist.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Text der Urkunde, die allerdings nur in einer Kopie aus der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts überliefert ist, ist zwar überwiegend im Latein des 8. Jahrhunderts verfasst, doch finden sich neben reinen althochdeutschen Ortsnamen in dieser Sprache auch Begriffe, die sich auf Landschaftsformen und ihre relative Lage zueinander beziehen, die für die Kenntnis des Althochdeutschen von Bedeutung sind.

Die Hammelburger Markbeschreibung ist das älteste erhaltene Dokument einer Reihe vergleichbarer Schriftstücke. Zu diesen zählen insbesondere die Würzburger Markbeschreibungen und die Grenzbeschreibung des Klosters Neustadt am Main. Anders als die Hammelburger, die Neustadter und die erste Würzburger Markbeschreibung ist die zweite Würzburger Markbeschreibung vollständig auf Althochdeutsch verfasst.[1]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl der Große hatte am 7. Januar 777 in Herstal dem Kloster Fulda unter Abt Sturmi den fiscus Hammelburg im Saalgau geschenkt.[2] Die Markbeschreibung ist das Zeugnis der Besitzeinweisung durch die Grafen Nithard und Heimo und die königlichen Vasallen Finnold und Guntramn mit einer Beschreibung der Grenzen, die durch Befragung der Notablen des Territoriums ermittelt worden waren.

Datierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Datierung der Urkunde das dritte Jahr des Königtums Karls (anno tertio regni piissimi regis Caroli) nennt, vertrat Engelbert Mühlbacher, der Herausgeber der Karolingerdiplome, die Datierung der Besitzeinweisung auf den 8. Oktober 776.[3] In den Nachträgen zur Edition der Karolingerdiplome trat Michael Tangl für die Datierung auf den 8. Oktober 777 ein, die auch die spätere Forschung akzeptierte.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Arndt - Michael Tangl: Schrifttafeln zur Erlernung der Lateinischen Paläographie, Berlin 1903, Tafel 73: Abbildung der Urkunde (Digitalisat der ULB Düsseldorf), Kommentar S. 36–38 (Digitalisat).
  • Günther H. Wich: Brückenau-Hammelburg, in: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken, Reihe I, Heft 23, 1973, S. 15–20

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Würzburger Markbeschreibungen auf Franconica online; Eintrag im Handschriftencensus
  2. RI I n. 205, in: Regesta Imperii Online, URI: [1] (Abgerufen am 27. November 2012).
  3. Engelbert Mühlbacher unter Mitwirkung von Alfons Dopsch, Johann Lechner und Michael Tangl (Hrsg.): Diplomata 4: Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen (Pippini, Carlomanni, Caroli Magni Diplomata). Hannover 1906, S. 162 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  4. Engelbert Mühlbacher unter Mitwirkung von Alfons Dopsch, Johann Lechner und Michael Tangl (Hrsg.): Diplomata 4: Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen (Pippini, Carlomanni, Caroli Magni Diplomata). Hannover 1906, S. 564 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]