Hammelburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hammelburg
Hammelburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hammelburg hervorgehoben
50.1166666666679.9182Koordinaten: 50° 7′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Höhe: 182 m ü. NHN
Fläche: 128,89 km²
Einwohner: 11.142 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97762
Vorwahlen: 09732, 09357 (Stadtteile Morlesau und Ochsenthal) 09350 (Stadtteil Gauaschach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KG, BRK, HAB
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 127
Stadtgliederung: 19 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Marktplatz 1
97762 Hammelburg
Webpräsenz: www.hammelburg.de
Bürgermeister: Armin Warmuth (CSU)
Lage der Stadt Hammelburg im Landkreis Bad Kissingen
Dreistelzer Forst Forst Detter-Süd Geiersnest-Ost Geiersnest-West Waldfensterer Forst Kälberberg (Unterfranken) Mottener Forst-Süd Neuwirtshauser Forst Omerz und Roter Berg Römershager Forst-Nord Römershager Forst-Ost Roßbacher Forst Waldfensterer Forst Großer Auersberg Münnerstadt Thundorf in Unterfranken Maßbach Rannungen Nüdlingen Oerlenbach Bad Kissingen Aura an der Saale Bad Bocklet Euerdorf Sulzthal Ramsthal Elfershausen Fuchsstadt Hammelburg Elfershausen Wartmannsroth Oberthulba Oberthulba Oberthulba Burkardroth Burkardroth Zeitlofs Zeitlofs Bad Brückenau Bad Brückenau Oberleichtersbach Geroda (Unterfranken) Schondra Schondra Schondra Riedenberg Motten (Bayern) Wildflecken Hessen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Main-Spessart Landkreis Schweinfurt Landkreis Haßberge Landkreis Haßberge SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Hammelburg ist eine Kleinstadt im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Sie liegt an den Ausläufern der bayerischen Rhön und an der Fränkischen Saale.

Wahrzeichen der Stadt sind das im Zentrum gelegene Rathaus mit Marktbrunnen, das Kellereischloss mit Schlossweiher und vor allem das über der Stadt thronende Schloss Saaleck.

Bekannt sind auch der Garnisonsortsteil Lager Hammelburg, heute Standort des VN Ausbildungszentrums der Bundeswehr und des Ausbildungszentrums Infanterie, sowie der dort gelegene Truppenübungsplatz Hammelburg mit dem Übungsdorf Bonnland.

Weinberg Hammelburg

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Tal der Fränkischen Saale prägt die Gegend rund um Hammelburg. Im Norden schließt sich die Rhön an, im Westen fällt das Gelände allmählich in die Niederungen des Maintals ab.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Hammelburg hat seit der Gebietsreform, die in den Jahren 1971 bis 1978 unter Bürgermeister Karl Fell (Amtszeit 1966–1984) vollzogen wurde, zehn Ortsteile, die zuvor selbstständige Gemeinden waren: Diebach, Feuerthal, Gauaschach, Morlesau, Obererthal, Obereschenbach, Pfaffenhausen, Untererthal, Untereschenbach und Westheim.

Orte der heutigen Stadt Hammelburg sind:

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 645 mm und ist damit vergleichsweise niedrig, da er in das untere Drittel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 29 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 Mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind relativ gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Ortsname „Hammelburg“ hat nichts mit einem „Hammel“ (Hausschaf) zu tun. Die lateinische erste urkundlich Bezeichnung des Ortes im Jahr 716 als hamulo castellum weist jedoch auf einen möglichen Ursprung der Stadt in der spätantiken Römerzeit hin (4./5. Jahrhundert). Im 1873 von Philipp Josef Döll herausgegebenen ersten Buch zur Geschichte der Stadt Hammelburg vertrat dieser die These, dass ein Mann namens Hamulo das hamulo castellum gegründet habe. Zur Herkunft des Namens „Hammelburg“ wird auch die Theorie vertreten, dass das althochdeutsche Wort hamala (steil) oder das germanische Wort ham (Flusskrümmung) den Ortsnamen bestimmt haben könnte.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes in historischen Urkunden und Karten (716–1486) waren:[2]

  • 716 hamulo castellum
  • 777 Hamalumburg
  • 820 Hamelenburg
  • 822 Homolinburg
  • 845 Hamalunpurc
  • 889 Hamulunburcg
  • 923 Hamulunburg
  • 1246 Hammelnburc
  • 1282 Hamilnburg
  • 1321 Hamelnburg
  • 1328 Hamelburg
  • 1486 Hammelburg

Geschichte[Bearbeiten]

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Frühgeschichte der Stadt im 8. Jahrhundert[Bearbeiten]

Hammelburg wurde urkundlich erstmals im Jahr 716 in der ausgehenden Zeit der Merowinger erwähnt. Der Ort, der damals hamulo castellum genannt wurde, gehörte zum Lehensgebiet des thüringischen Herzogs Heden II. Die Heden waren seit Mitte des 7. Jahrhunderts Vasallen der Merowinger-Könige in Ostfranken und hatten die Aufgabe, an der Ostgrenze des Reichs feindliche Angriffe abzuwehren. Heden I. regierte von 643 bis 687; dessen Sohn Gosbert residierte in Würzburg von 687 bis 704. In diese Zeit fiel die Ermordung der iro-schottischen Wandermönche Kilian, Kolonat und Totnan, die der Legende nach auf Veranlassung Gosberts und dessen Frau Gailana 689 in Würzburg enthauptet wurden. Der Sohn Gosberts, Heden II., wollte die Mordtat seiner Eltern wieder gut machen. Deshalb schenkte er 716 das hamulo castellum, das er von seinen Eltern als Lehen geerbt hatte und das im westlichen fränkischen Saaletal lag, mit all seinen Gütern zur Gründung eines Klosters an Bischof Willibrord.[3] Diese Schenkung trat jedoch nicht in Kraft, da Heden II. um 717 mit Karl Martell in einen Konflikt geriet und ermordet wurde. Auch der Sohn und die Ehefrau Hedens II. kamen ums Leben, sodass die Übereignung des hamulo castellum an Willibrord nicht rechtswirksam wurde. Die erste Ursiedlung Hammelburgs fiel 717 als Lehen an den Merowinger-König Chilperich II. Daniel, der von 716 bis 721 amtierte, zurück.

Die Schenkungsurkunde Hedens II. von 716 ist nicht mehr im Original erhalten, sondern liegt nur noch als Abschrift aus dem 12. Jahrhundert in verschiedenen Textversionen vor, die sich insbesondere bei der Datierung der Urkunde unterscheiden. In einer dieser Abschriften wird der Tag der originalen Urkundenerstellung genau auf „die Kalenden des Mai“ datiert, d. h. auf den 1. Mai 716. Laut einer anderen Abschrift und Textversion, die sich im „Goldenen Buch“ des Klosters Echternach findet, erfolgt die Datierung 14 Tage vorher (lat. XIIII Kal. Maias). Gemäß der unterschiedlichen Quellenlage bei den Abschriften aus dem 12. Jahrhundert und aufgrund von Unterschieden bei der Übersetzung und Rückrechnung des römischen Datums XIIII Kal. Maias ins Deutsche liegen unterschiedliche Meinungen zur Datierung der Originalurkunde vor: 16. April 716 nach Heinrich Ullrich, Chronik der Stadt Hammelburg, 1956; 19. April 716 nach Philipp Joseph Döll, 1873; 18. April 716 nach Dieter Vogler, Projektteam der 1300-Jahrfeier in Hammelburg, 2016; 1. Mai 716 nach Anna-Maria Stolze, Studienarbeit 2005, FHS Jena.

Wo genau das einstige hamulo castellum lag, darüber gehen die Meinungen bis heute auseinander. Heinrich Ullrich, der Verfasser der Chronik der Stadt Hammelburg, vertritt in seinem 1956 herausgegeben Geschichtswerk die Auffassung, dass der südwestliche Teil der heutigen historischen Altstadt Hammelburgs die einstige Ursiedlung war. Andere vermuteten die „Urburg“ auf dem Berg Saaleck, der links der Saale liegt. Auf dem Bergrücken erhob sich ab dem 11. Jahrhundert eine Burganlage; dort befindet sich noch heute das Schloss Saaleck. Eine geophysikalische Bodenuntersuchung, die 2015 vom Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt wurde, hat jedoch empirisch nachgewiesen, dass es vor dem 11. Jahrhundert keine Burg auf dem Berg Saaleck gab, dass demgemäß weder das heutige Schloss Saaleck noch eine weiter hinten liegende vermutete Burganlage die einstige „Urburg“ der Stadt waren.

Das hamulo castellum war sehr wahrscheinlich – nach Lehrmeinung des Chronisten der Stadt Hammelburg, Heinrich Ullrich – keine Burg im heutigen Sinne, sondern eine kleinere Hofanlage mit Herrenhaus, die mit Wall und Graben umgeben war und auf geringer Anhöhe rechts des Saaleufers lag. In der mäßig erhöhten Hofanlage, die vom Hochwasser der Saale nicht erreicht werden konnte, wohnten Wehrbauern mit einem „Herren“ als Gutsverwalter. Die Wehrbauern mussten die Güter des hamulo castellum bewirtschaften und Abgaben an den König bzw. an dessen Vasallen leisten. In der Urkunde von 716 werden Felder, Wiesen, Weiden, Wälder, stehende und fließende Wässer erwähnt, die zum damaligen hamulo castellum gehört haben, aber noch keine Weinberge. „8 Mägde“ (lat. ancillis VIII) und Knechte sollen, laut einer Abschrift aus dem 12. Jahrhundert, im Herrenhaus des hamulo castellum um 716 ihren Dienst verrichtet haben.

Philipp Josef Döll, königlicher Notar in Hammelburg und Werneck, der 1873 ein erstes Buch zur Geschichte Hammelburgs herausgab, vertrat die Auffassung, dass das hamulo castellum schon in der spätantiken Römerzeit (4./5. Jahrhundert) existiert haben könnte und von einem Mann namens Hamulo gegründet wurde. Diese erste frühe Ansiedlung könnte ein sogenannter römischer fiscus gewesen sein, d. h. ein Ort, der Abgaben an den römischen Statthalter seiner Provinz leisten musste. Im frühen 6. Jahrhundert übernahmen dann – dieser Theorie zur Folge – die Merowinger-Könige diesen fiscus, der seit seiner Gründung hamulo castellum genannt wurde, in ihren Besitz und vergaben ihn als Lehen. Begünstigt durch seine Lage an einer Kreuzung wichtiger Altstraßen (zum Beispiel Ortesweg) und einer Furt über die Fränkische Saale, kam das hamulo castellum schon früh mit dem Christentum in Kontakt.

Im ausgehenden 7. Jahrhundert missionierten iro-schottische Wandermönche in der Hammelburger Region. Eine erste kleine Holzkirche, die dem Heiligen Martinus geweiht war, stand bereits 716 auf dem früheren vorchristlichen „Thingplatz“ der einstigen Ursiedlung. Es ist jener Platz, auf dem sich noch heute die Stadtpfarrkirche Hammelburgs erhebt. Eine zweite urkundliche Erwähnung fand Hammelburg im Jahr 741, als Karlmann die frühe und erste Holzkirche des hamulo castellum, die später zur Taufkirche der Region wurde, zusammen mit 20 anderen staatlichen Eigenkirchen an den hl. Bonifatius zur Gründung des Bistums Würzburg vermachte. Am 7. Januar 777 schenkte Karl der Große den fiscus Hammelburg mit all seinen Gütern und Besitzungen - außer der Martinskirche, die seit 741 dem Bistum Würzburg gehörte - dem Kloster Fulda, das 744 von Sturmius gegründet worden war. Das Fuldaer Kreuz im Stadtwappen Hammelburgs zeugt noch heute von dieser bedeutenden Zeitepoche, die über 1000 Jahre bis 1802 währte.

Die Schenkung Karls des Großen von 777 an das Kloster Fulda umfasste nicht nur Felder, Wiesen, Weiden und Wälder, sondern auch Weinberge. Vineae (Weinberge) waren 716 in der Schenkungsurkunde Hedens II. an Willibrord noch nicht genannt. Demzufolge entstand der Weinanbau in Hammelburg in der Zeit zwischen den beiden Schenkungsurkunden der Jahre 716 und 777. Im Zuge der zunehmenden Christianisierung der Region wurde mehr Messwein benötigt, der nun auf den Hügeln rund um das hamulo castellum angebaut wurde. Weil Hammelburg heute als einzige Stadt in Unterfranken die älteste - originale - Urkunde vorweisen kann (es ist die Schenkungsurkunde Karls des Großen von 777), in der vineae (Weinberge) erwähnt werden, darf sich Hammelburg seit 2002 als „älteste Weinstadt Frankens“ bezeichnen.

1500 bis heute[Bearbeiten]

Hammelburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
50-Pfennig-Schein, Notgeld von 1918
Stadtbild mit Hexenturm

Ab 1500 gehörte Hammelburg zum Oberrheinischen Reichskreis. 1530 wurde hier der Hammelburger Vertrag zwischen dem Erzstift Mainz und der Stadt Erfurt abgeschlossen.

„Am Diebacher Weg, bei der Happschen Brauerei“ existierte in Hammelburg ein mittelalterliches Leprosorium, das noch 1763 als Leprosenhaus bestand. Wann das Leprosenhaus eingerichtet wurde, ist nicht bekannt.[4]

Von 1797 bis 1803 war Hammelburg Garnisonstadt des 2. Fuldischen Landwehr-Bataillons. Von 1803 bis 1806 gehörte Hammelburg zu Nassau-Oranien-Fulda und war unter Napoleons Schwager, Marschall Murat, bis 1810 französisch verwaltet. 1810 kam Hammelburg zum Großherzogtum Frankfurt, 1813 zu Österreich und 1816 zu Bayern.

Von 1816 bis 1869 war Hammelburg Garnisonstadt des Königlich Bayerischen Landwehr-Bataillons Hammelburg. Bei einem Großfeuer wurden am 25. April 1854 303 Haupt- und 370 Nebengebäude im Stadtkern zerstört.

Während des Deutschen Krieges 1866 kam es im Zuge der Schlacht bei Kissingen am Buchberg bei Hammelburg am 10. Juli zu einem Gefecht zwischen Verbänden der bayerischen und preußischen Truppen. Das Landwehr-Bataillon kam als Nachschub- und Sanitätsverband und als Löschkommando bei den Bränden in Hammelburg zum Einsatz. Nach der Auflösung der Königlich Bayerischen Landwehr im Jahre 1869 bemühte sich der Magistrat um die Stationierung eines Verbandes der Bayerischen Armee. Im Jahre 1895 wurde der Truppenübungsplatz Hammelburg errichtet.

Im März 1945 griff das amerikanische „Kommandounternehmen Hammelburg“ auf Befehl von General Patton erfolglos das Lager Hammelburg an, um Kriegsgefangene zu befreien, unter denen sich auch Pattons Schwiegersohn befand.

Bis zur Gebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, war Hammelburg Sitz des Landkreises Hammelburg mit dem Kfz-Kennzeichen HAB.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Westheim nach Hammelburg eingegliedert. Am 1. April 1971 folgte Pfaffenhausen. Diebach, Feuerthal, Morlesau, Obererthal und Untererthal kamen am 1. Januar 1972 hinzu. Obereschenbach folgte am 1. April 1972. Die ehemaligen Gemeinden Bonnland und Hundsfeld, die in der NS-Zeit 1938 abgesiedelt wurden, wurden am 1. Juli 1972 eingemeindet. Hundsfeld und Bonnland sind jedoch keine eigenen Ortsteile der Stadt Hammelburg, sondern „Übungsdörfer“ der Bundeswehr im Lager Hammelburg.[5] Mit der Eingliederung von Gauaschach wurde die Reihe der Eingemeindungen am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[6]

Religionen[Bearbeiten]

Hammelburg liegt im gleichnamigen Dekanat des Bistums Würzburg. Neben der römisch-katholischen Pfarrei St. Johannes der Täufer in Hammelburg gibt es in den Stadtteilen folgende katholische Kirchengemeinden:

  • Pfarrei St. Georg in Diebach
  • Pfarrei St. Wendelinus in Feuerthal
  • Kuratie St. Sebastian in Gauaschach
  • Kuratie Christkönig (mit Militärseelsorgsstelle) in Lager Hammelburg
  • Filiale St. Cyriakus in Morlesau (zur Pfarrei St. Ägidius Windheim)
  • Filiale St. Antonius in Obererthal (zur Pfarrei St. Martin Untererthal)
  • Kuratie St. Georg in Obereschenbach
  • Filiale St. Odilia in Ochsenthal (zur Pfarrei St. Ägidius Windheim)
  • Filiale St. Leonhard in Pfaffenhausen (zur Pfarrei St. Johannes der Täufer Hammelburg)
  • Pfarrei St. Martin in Untererthal
  • Filiale Mariä Geburt in Untereschenbach (zur Kuratie St. Georg Obereschenbach)
  • Filiale St. Peter und Paul in Westheim (zur Pfarrei St. Vitus Langendorf)

Unweit der Kernstadt liegt das 1649 gegründete Franziskanerkloster Altstadt.

Der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Michael gehören evangelische Christen aus dem gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus an. Weiterhin existiert als dritte christliche Gemeinschaft eine freie Christliche Gemeinde Hammelburg.

Seit dem 13. Jahrhundert waren jüdische Familien in Hammelburg ansässig, die um 1586 einen Friedhof in Pfaffenhausen einrichteten, auf dem ihre Verstorbenen bis Juni 1938 bestattet wurden. Der jüdische Friedhof in Pfaffenhausen wurde im November 1938 im Gefolge des Pogroms in Hammelburg (10. November 1938) schwer geschändet. Eine Gedenktafel wurde 1986 am Eingang des jüdischen Friedhofs angebracht.[7] Die jüdische Gemeinde in Hammelburg bestand bis Februar 1939, in Westheim und Untererthal wohnten jüdische Familien bis 1942. Sie wurden deportiert und Opfer des Holocaust.[8]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Rathaus am Marktplatz in Hammelburg

Der Stadtrat Hammelburg zählt 24 Stadträte. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahlen in Bayern 2014 wie folgt dar:

CSU 8 Sitze
SPD 3 Sitze
CBB-FW 3 Sitze
Junge Liste 2 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen/Bürger für Umwelt 2 Sitze
H.A.B. 2 Sitze
Bürgerliste Obereschenbach - BL 2 Sitze
Freie Wählerschaft 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Erster Bürgermeister: Armin Warmuth (CSU)
  • Zweiter Bürgermeister: Reimund Glückler (FW)
  • Dritte Bürgermeisterin: Rita Schaupp (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

  • Blasonierung: Gespalten von Silber und Rot; vorne ein schwebendes schwarzes Tatzenkreuz, hinten auf grünem Dreiberg drei silberne natürliche Lilien in nach links abfallender Höhe.
  • Wappengeschichte: Hammelburg war eine Stadt, die von den Äbten von Fulda regiert wurde. Sie gelangte 777 in deren Besitz durch die so genannte Hammelburger Schenkung und verblieb dort bis 1802. Die Stadt erhielt von Abt Konrad Malkes die Stadtrechte, die König Albrecht I. 1303 und Kaiser Karl IV. 1356 bestätigten. Die ältesten Siegel der Stadt, die von 1283 bis 1360 datieren, zeigen den heiligen Bonifatius auf einem Thron sitzend. Bonifatius ist der Patron des Fürststifts Fulda. Im Siegel von 1430 kamen zwei kleine Schildchen hinzu, das rechte weist mit einer Burg mit drei Türmen redend auf den Ortsnamenteil -burg hin, das linke trägt das fuldische Kreuz. Um 1500 entstand das Wappenbild getrennt vom Siegel. Das Wappen zeigt ebenfalls das fuldische Kreuz, jedoch an Stelle der Burg die Lilien für die drei Schutzpatrone der Stadt Fulda Stadt (Simplicius, Faustinus und Beatrix). Ab 1818 wurden die Farben im Wappen in Silber und Blau und das fuldische Kreuz von Schwarz in Rot geändert. Dies geschah aus politischen Gründen. Man wünschte keine Hinweise auf ehemalige Territorialansprüche. Ab 1836 kehrte das alte Wappen wieder unverändert zurück und wurde am 8. Juli 1955 amtlich verliehen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • BelgienBelgien Belgien: Die Stadt unterhält (seit 1974) eine Städtepartnerschaft mit Turnhout.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Bayerische Musikakademie (seit 1980 in Hammelburg)
  • Die Stadtkapelle Hammelburg ist ein Blasorchester mit dem Schwerpunkt symphonische Blasmusik. Es bestehen aber auch eine Bigband und diverse Ensembles für Blechmusik, Kammermusik und Volksmusik sowie ein Saxophonquartett.
  • Die Musikinitiative Hammelburg unterhält den Liveclub Wasserhaus, der, am Stadtrand gelegen, die Heimstatt vieler junger Bands ist.
  • Die Musikkapelle Pfaffenhausen ist ein Blasorchester im Stadtteil Pfaffenhausen mit Schwerpunkt traditioneller Blasmusik.

Bauwerke[Bearbeiten]

Fränkische Saale mit Burg Saaleck bei Hammelburg
Amalberga, eine der von unbekannten Personen aufgestellten Statuen auf dem Rundweg Nr. 1

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

In der US-Serie Ein Käfig voller Helden, die im Zweiten Weltkrieg spielt, ist der zentrale Handlungsort das Gefangenenlager Stalag 13 nahe Hammelburg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Hammelburg liegt an der Bundesautobahn 7 (FuldaWürzburg) sowie an den Bundesstraßen 27 und 287

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Anbindung von Hammelburg an den Fernverkehr der Bahn

Die Kernstadt Hammelburg verfügt über zwei Bahnhaltepunkte:

  • Hammelburg Bahnhof
  • Hammelburg Ost

Weitere Haltepunkte gibt es in den Stadtteilen Diebach, Morlesau und Westheim.

Den Fernverkehr erreicht man über folgende Bahnhöfe:

  • Hauptbahnhof Würzburg (über Gemünden oder Bad Kissingen; ICE-Anbindung)
  • Hauptbahnhof Fulda (über Gemünden; ICE-Anbindung)
  • Hauptbahnhof Aschaffenburg (über Gemünden ICE-Anbindung)

Luftverkehr[Bearbeiten]

Oberhalb von Schloss Saaleck, angeschlossen an das Lager Hammelburg, befindet sich der Flugplatz Hohe Lanz, der von der Flugsportgruppe Hammelburg e. V. mit Motor- und Segelflugzeugen genutzt wird, sowie in der Nähe ein Modellflugplatz.

Der Sonderlandeplatz Lager Hammelburg wurde schon im Ersten Weltkrieg als eines der ersten königlich bayerischen Fluggelände genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die Amerikaner ein Gebäude und eine Flugzeughalle. Seit 1963 wurde das Areal als Segelfluggelände der Fliegergruppe Noell aus Würzburg genutzt, vorher wurde in den Saalewiesen zwischen Hammelburg und Pfaffenhausen mit Segelflugzeugen geflogen. 1968 wurde die FSG Hammelburg e. V. gegründet und ist seitdem dort heimisch.

Nördlich von Untererthal befindet sich der Hubschrauber-Sonderlandeplatz Hammelburg-Untererthal, der von der Heli-Frankonia Flugbetriebs GmbH genutzt wird.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Heute gibt es neben einer Reihe von Voll- und Nebenerwerbswinzern das Weingut Schloss Saaleck (Familie Lange), die Winzergenossenschaft (Kellereischloss) und die Filiale der Staatlichen Hofkellerei Würzburg (Trautlestal). Seit 1923 ist Hammelburg Hauptsitz der Bank Schilling & Co.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber in Hammelburg ist die Bundeswehr. Einrichtungen sind das Ausbildungszentrum Infanterie der Bundeswehr mit dem VN Ausbildungszentrum (Ausbildungszentrum für Aufgaben im Auftrag der Vereinten Nationen), der Truppenübungsplatz und das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum. Des Weiteren sind Teile des Jägerbataillons 1 und das Offizieranwärterbataillon 2 dort stationiert. Das Jägerlehrbataillon 353 ist seit Ende 2006 aufgelöst. Sämtliche Bundeswehreinrichtungen befinden sich im Süden der Stadt auf dem Lagerberg. Das Lager Hammelburg bildet einen eigenen Stadtteil.

Bildung[Bearbeiten]

Neben dem Frobenius-Gymnasium, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, gibt es die Jakob-Kaiser-Realschule, eine Grundschule, eine Mittelschule mit Mittlere-Reife-Zug und Ganztagesschule sowie die Saaletal-Förderschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Johann Froben, latinisiert: Johannes Frobenius (* 1460; † 1527), Buchdrucker und Verleger.
  • Georg Horn, (* 22. Dezember 1542; † 24. September 1603), deutscher Theologe und Historiograf.
  • Daniel Stahl, (* 1589; † 17. Mai 1654 in Jena), Philosoph.
  • Georg Anton Boxberger (* 16. Mai 1679; † 2. Juli 1765 in Kissingen), Apotheker
  • Michael Konrad Wankel (* 16. Januar 1749; † 28. April 1834), Gerber, bayerischer Landtagsabgeordneter, ausgezeichnet vom schwedischen König mit dem Wasa-Ritterorden.
  • Franz Kaspar Hesselbach (* 27. Januar 1759; † 24. Juli 1816), Anatom
  • Michael Schnetter (* 26. September 1788; † 22. Mai 1854 in Mainz), katholischer Priester des Bistums Speyer und Domkapitular in Mainz
  • Bernhard von Heß (* 22. Mai 1792; † 20. April 1870 in Bad Kissingen), beigesetzt in der Gruft der v. Heß'schen Grabkapelle im Hammelburger Friedhof, Generalleutnant.
  • Georg Ignaz Komp (* 5. Juni 1828; † 11. Mai 1898 in Mainz auf der Reise zur Inthronisation als Erzbischof von Freiburg), 1894 Bischof von Fulda.
  • Jakob Kaiser (* 8. Februar 1888; † 7. Mai 1961 in Berlin), deutscher Politiker (Zentrumspartei, CDU), MdR, MdB, Minister für innerdeutsche Beziehungen.
  • Joseph Buttler (* 15. April 1902; † 1. August 1962), hessischer Landtagsabgeordneter (NSDAP)
  • Adam Deinlein (* 27. Dezember 1909; † 21. März 2003), Regierungspräsident Oberbayerns von 1962 bis 1974
  • Hans-Josef Fell (* 7. Januar 1952), Politiker, Bündnis 90/Die Grünen
  • Stefan Oschmann (* 1957), CEO des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA
  • Jochen Partsch (* 29. April 1962), Politiker, Bündnis 90/Die Grünen
  • Hajo Schüler (* 22. Mai 1971), Schauspieler und Maskenbauer

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Maria Probst (* 1. Juli 1902 in München; † 1. Mai 1967 in München), deutsche Politikerin (CSU), MdB, Vizepräsidentin des deutschen Bundestages (1965–1967).

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Baron, Abe Baum, Richard Goldhurst: Kommandounternehmen Hammelburg 1945. General Patton's verlorener Sieg (Originaltitel: Raid! übersetzt von Ingrid Mitteregger). Universitas, München 1985, ISBN 3-8004-1046-X (Als Ullstein Taschenbuch 33082 Zeitgeschichte, München 1987, ISBN 3-548-33082-7).
  • Philipp Joseph Döll: Geschichtliche und statistische Nachrichten über die Stadt Hammelburg und Schloß Saaleck. 1873.
  • Karl Fell: Der Landkreis Hammelburg: 1862–1972. Schachenmayer, Bad Kissingen 1989.
  • Michael Mott: Kirchen, Türme, Bocksbeutel und Dätscher / 1000 Jahre Fuldaer Geschichte pur: Hammelburg an der Saale ist die "älteste Weinstadt Frankens" / Dort kann man den Wein förmlich riechen, in: Fuldaer Zeitung, 26. Okt. 1996, Magazin am Wochenende „Thema“, S. M 1,2.
  • Michael Mott: Fuldaer Franziskaner terminierten einst im Hammelburger Land / Weinmost- und Almosensammmlungen im Süden des ehemaligen Hochstifts, in: „Buchenblätter“ Fuldaer Zeitung, 80. Jahrg., Nr. 23, 27. Nov. 2007, S. 89, 90; Nr. 24, 18. Dez. 2007, S. 94, 95.
  • Oskar Röll: Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptista Hammelburg In: Kleine Kunstführer Nr. 1111. Schnell und Steiner, München 1977, ISBN 978-3-7954-4837-0.
  • Erwin Sturm: Hammelburg Kloster Altstadt, Wallfahrtskirche St. Maria und Vierzehn Nothelfer. In: Kleine Kunstführer. Nr 1231. 3. Auflage. Schnell und Steiner, München 1988, ISBN 3-7954-4952-9.
  • Heinrich Ullrich, Gunter Ullrich (Illustrator): Hammelburg. Bilder aus der Geschichte einer uralten Frankensiedlung. Stadt Hammelburg, Hammelburg 1954.
  • Eugen Weiss (Zeichnungen und Zusammenstellung): 1250 Jahre Hammelburg - Die historische Weinstadt an der Fränkischen Saale. Stadtverwaltung, Hammelburg 1966.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2.  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 94.
  3. Die Schenkungsurkunde wurde von Hedans Gemahlin Theodrada und seinem Sohn Thuring mitunterzeichnet: Johannes Hoops: Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Hrsg. von Heinrich Beck. 2. Auflage. de Gruyter, Berlin 1999, Bd. 14 Harfe und Leier, S. 107
  4. siehe Daten der Gesellschaft für Leprakunde unter http://www.muenster.org/lepramuseum/tab-bay.htm
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 478.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 738.
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 145
  8. Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 1988, ISBN 3-87052-393-X
  9. http://www.hammelberg.de/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hammelburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien