Handbremse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Handhebel einer Fahrradbremse

Als Handbremsen werden Bremsanlagen bezeichnet, die mit Muskelkraft von Hand betätigt werden.

In den meisten Fällen werden Bremsklötze oder Bremsbacken mit einem Handhebel oder einem Kurbelgetriebe gegen die Lauffläche, die Felgen oder die Bremsscheiben der Fahrzeugräder gedrückt und durch die Reibung deren Drehbewegung gemindert. Die Hebel und Kurbeln können die Bremsklötze direkt oder über weitere Gestänge oder Seilzüge betätigen. Bei Schienenfahrzeugen war die Mechanische Bremse ursprünglich als Handbremse ausgelegt.

Handhebel einer PKW-Feststellbremse

In der Kraftfahrzeugtechnik wird die meist handbetätigte Feststellbremse auch als Handbremse bezeichnet. Für körperbehinderte Menschen, die die standardmäßige Pedalerie ihres Fahrzeuges nicht oder nur eingeschränkt nutzen können, erfolgt häufig eine Umstellung der Betriebsbremse auf eine Bedienung von Hand. Dies wird in diesem Kontextbereich ebenfalls als „Handbremse“ bezeichnet, ungeachtet der Verwechslungsmöglichkeit mit der Feststellbremse. In manchen Fahrzeugen (vorwiegend Mercedes) wird die Feststellbremse auch durch ein Pedal betätigt.

Historisch war die Handbremse im Automobil die Notbremse, die man nur in Sonderfällen einsetzen sollte, denn sie griff härter als die Fußbremse. Heute ist das umgekehrt. 1899 fuhr ein Wagen in Warwickshire, England, einen Hügel hinunter, der Fahrer wandte die Fußbremse an; als das Automobil mit ca. 50 km/h zu schnell wurde, zog er die Handbremse. Der Wagen kippte zur Seite, überschlug sich mehrmals, es gab einen Toten.[1]

Moderne Fahrräder haben mindestens eine Handbremse; siehe Fahrradbremse.

Bei Eisenbahnen dient die Handbremse sowohl zur Sicherung von Fahrzeugen gegen Entlaufen als auch zum Regulieren der Geschwindigkeit für bestimmte Rangierbewegungen und zum Anhalten von Zügen bei gestörter Druckluftbremse. Sie wird vom Fahrzeug aus bedient, ist meistens als Spindel­bremse ausgeführt und wirkt direkt (mechanisch) auf die Bremsklötze des Fahrzeugs.
Siehe auch Abschnitt Mechanische Bremse im Artikel Bremse (Eisenbahn)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Gressmann, Franz Beck, Rüdiger Bellersheim: Fachkunde Fahrradtechnik. 1. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel, Haan-Gruiten, 2006, ISBN 3-8085-2291-7
  • Jan Trommelmans: Das Auto und seine Technik. 1. Auflage, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1992, ISBN 3-613-01288-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inquest – Fatal motor-car accident on Edge-hill, The Times vom 14. Oktober 1899, S. 12