Handwerkskammer Dresden

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Handwerkskammer Dresden

Die Handwerkskammer Dresden ist eine von drei Handwerkskammern in Sachsen und eine von 53 Handwerkskammern in der Bundesrepublik Deutschland. Zur Dresdner Kammer gehören nach der Handwerksordnung rund 22.200 Mitgliedsbetriebe mit 125.000 Beschäftigten und 5.500 Lehrlingen (Stand 2018).[1] Damit ist die Handwerkskammer Dresden die mitgliederstärkste (Anzahl der Betriebe und ihrer Mitarbeiter) Handwerkskammer in Ostdeutschland.

Die Handwerkskammer Dresden hat von allen deutschen Kammern mit rund 300 Kilometern Länge die längste Außengrenze zu den neuen EU-Mitgliedsstaaten Polen und Tschechien. Die gesamte sächsische Außengrenze zu den beiden Staaten beträgt 577 Kilometer; 454 Kilometer zu Tschechien und 123 Kilometer zu Polen.

Eine steigende Zahl von Handwerksunternehmen im Kammerbezirk interessiert sich für wirtschaftliche Kontakte nach Osteuropa. Hilfe, Rat und Betreuung erhalten die Interessenten bei der Außenwirtschaftsberatung und im Referat Internationale Beziehungen der Handwerkskammer Dresden.

Grenzüberschreitende partnerschaftliche Kontakte pflegt die Handwerkskammer Dresden zu den Kammern in Wrocław und Gostyń in Polen, zur Wirtschaftskammer Děčín in Tschechien sowie zur Kammer in Val de Marne/Paris in Frankreich.

Zahlreiche sächsische Handwerksprodukte – von denen etliche im Kammerbezirk Dresden produziert werden – besitzen Weltruf: Meißner Porzellan, Dresdner Stollen, Pulsnitzer Lebkuchen, Lausitzer Keramik, Blaudruck aus der Oberlausitz, erzgebirgische Volkskunst, Sebnitzer Kunstblumen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1897 wurde im damaligen Deutschen Kaiserreich das Handwerksgesetz erlassen. Es beinhaltete unter anderem die Bildung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften zur Vertretung des Handwerks – die Handwerkskammern.

Das Handwerksgesetz trat zum 1. April 1900 in Kraft. Daraufhin gründeten sich überall im Deutschen Reich Handwerkskammern. Nur Bremen, Hamburg, Lübeck und Sachsen betrauten ihre Gewerbekammern mit den Funktionen einer Handwerkskammer. Aufgrund gestiegenen Bedarfs ließ die Gewerbekammer während des Ersten Weltkriegs einen Verwaltungsbau an der Grunaer Straße errichten.

Unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung im Januar 1933 wurde das damals so genannte Führerprinzip im Handwerk verankert. Das bedeutete, dass in allen Bereichen der Handwerksorganisationen die Führungspositionen durch NSDAP-Mitglieder besetzt wurden. Mit der „Dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks“ erfolgte am 18. Januar 1935 die Einführung des Großen Befähigungsnachweises mit dem Meisterbrief als Voraussetzung für die selbständige Betätigung im Handwerk und die Ausbildung von Lehrlingen. Am 31. März 1935 wurden die Gewerbekammern geschlossen und drei Handwerkskammern in Sachsen errichtet: Chemnitz, Dresden und Leipzig.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Handwerkskammern komplett dem Staatsapparat und dessen Zielen untergeordnet. Die Selbstverwaltung im Handwerk wurde abgeschafft. Mit der Auflösung des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages im April 1943 erfolgte die Eingliederung der Kammern in die Reichswirtschaftskammer unter Aufsicht des Reichswirtschaftsministers.

In der DDR hatten die Handwerkskammern weiter Bestand, jedoch in veränderter Form. Am 20. August 1953 erließ die Regierung eine „Verordnung über die Umbildung der Vertretungen des Handwerks“. Die Landeshandwerkskammern wurden aufgelöst und Bezirkshandwerkskammern gebildet. Die Aufsicht über die Kammern hatten die Bezirksregierungen, eine Selbstverwaltung gab es nicht. Der Tätigkeitsbereich der Handwerkskammern in der DDR beschränkte sich auf administrative Aufgaben wie z. B. die Mitwirkung an der Erfüllung der Planwirtschaft.

Die politischen Umwälzungen im Herbst des Jahres 1989 schufen den Boden für eine grundlegende Neuorganisation des Handwerks und seiner Befreiung vom Zwang der Planwirtschaft. Noch vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten schloss sich das Deutsche Handwerk am 21. Juni 1990 im sächsischen Zwickau zusammen. Auf der Vollversammlung des Zentralverbandes Deutsches Handwerk (ZDH) und des Deutschen Handwerkskammertages(DHKT) am 26. November 1990 in Nürnberg folgte der formale Beitritt der ostdeutschen Handwerkskammern – also auch der Dresdner Handwerkskammer – zum ZDH und DHKT.

Im April und Mai 1990 wurden in freien und demokratischen Wahlen die Präsidenten und Vorstände der ostdeutschen Kammern gewählt. Am 19. Mai 1990 wurde Wolfgang Wilhelm erster Präsident der Handwerkskammer Dresden nach dem Mauerfall. Am 19. Juni fand die erste Tagung der Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden statt.

Von 2002 bis 2012 lenkte Claus Dittrich als Präsident die Geschicke der Handwerkskammer Dresden; 2012 übernahm dessen Sohn Jörg Dittrich dieses Amt.

Sitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sitz der Handwerkskammer ist in Dresden. Im Jahr 2003 zog die Kammer vom Zentrum der Stadt in das Industriegelände der Albertstadt im Dresdner Norden. Dort befand sich bereits das Dresdner Bildungszentrum der Kammer in einer ehemaligen Munitionsfabrik. Auch wurde dort das Gästehaus für Lehrlinge, Teilnehmer von Fortbildungskursen sowie für Gäste errichtet. Ein neues modernes Verwaltungsgebäude wurde 2003 fertiggestellt. Transparenz soll dessen Architektur vermitteln. Das Gebäude besteht hauptsächlich aus Glas und Stahl.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer

Zum Kammerbezirk Dresden, der identisch ist mit dem Territorium der ehemaligen Landesdirektion Dresden, gehören die kreisfreie Stadt Dresden sowie die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Im Kammerbezirk ist das Handwerk organisiert in den 5 Kreishandwerkerschaften Dresden, Bautzen, Görlitz, Meißen und Südsachsen sowie in 107 Innungen.

Die Handwerkskammer Dresden ist u. a. Mitglied im Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie im Sächsischen Handwerkstag.

Vertreten wird die Handwerkskammer Dresden durch den Präsidenten Jörg Dittrich (Wahlperiode 2012–2017) und den Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gewählte Vollversammlung besteht aus 26 Arbeitgeber-Vertretern und 13 Arbeitnehmer-Vertretern. Sie bildet das oberste Beschlussorgan aller selbständigen Handwerker im Kammerbezirk und der im Handwerk beschäftigten Gesellen und anderen Arbeitnehmer. Die Vollversammlung wählt aus ihrer Mitte den Vorstand bestehend aus 6 Arbeitgebern und 3 Arbeitnehmern.

Dem Vorstand obliegt laut Satzung die Leitung. Die von der Handwerkskammer zu erfüllenden Aufgaben werden vom Vorstand wahrgenommen, soweit nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften oder Satzungsbestimmungen oder eines Beschlusses der Vollversammlung die Aufgaben anderen Organen der Handwerkskammer übertragen sind.

Das Hauptamt der Handwerkskammer Dresden arbeitet im Auftrag der Vollversammlung. An der Spitze des Hauptamtes ist die Geschäftsführung mit dem Hauptgeschäftsführer. Die Geschäfte der Kammer werden nach Weisung des Vorstandes vom Hauptgeschäftsführer und unter seiner Leitung von weiteren nach Bedarf angestellten Mitarbeitern geführt.

Das Hauptamt unterteilt sich in 5 Bereiche:

  • Berufsbildung
  • Bildungszentren
  • Organisation/Finanzen
  • Recht und Steuern
  • Wirtschaftsförderung und -beratung

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interessenvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kammer ist Interessenvertreterin ihrer rund 22.676 Mitgliedsbetriebe und deren etwa 125.000 Mitarbeiter auf regionaler, Landes- und Bundesebene.

Die Handwerkskammer Dresden wirkt an Gesetzesinitiativen mit, nimmt schriftlich und vertreten durch den Präsidenten und Hauptgeschäftsführer bei Anhörungen zu allen handwerksrelevanten Gesetzesentwürfen Stellung und bringt eigene Vorschläge zur Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein.

Die Kammer pflegt den Kontakt zu den Vertretern von Parlamenten und Behörden, führt Wirtschaftsbeobachtungen und -recherchen durch, erstellt daraus Statistiken und Konjunkturberichte und unterstützt das Handwerk durch eine umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Beratung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer umfangreichen Beratung unterstützt die Handwerkskammer Dresden ihre Mitgliedsbetriebe und fördert damit gleichzeitig die wirtschaftlichen Interessen des Handwerks im Kammerbezirk.

Beratungen werden in vier großen Bereichen angeboten:

  • Ausbildungsberatung
  • Beratung zu Weiterbildungsangeboten/ Karrierewegplanung
  • Betriebsberatung
  • Rechtsberatung

Daneben gibt es spezifische Bereiche:

  • Außenwirtschaft
  • Existenzgründung
  • Innovation/Technologie
  • Messen/Ausstellungen
  • EDV/Technik
  • Börsen für Kooperationen und Betriebsvermittlungen
  • Bewältigung von Krisen im Unternehmen
  • Unternehmenssicherung
  • Kostenrechnung und Kalkulation

Berufsausbildung / Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Handwerkskammer Dresden gehören drei Bildungszentren:

  • Bildungszentrum Handwerk Dresden
  • Berufsbildungs- und Technologiezentrum Pirna (Landkreis Sächsische Schweiz–Osterzgebirge)
  • Berufsbildungs- und Technologiezentrum Großenhain (Landkreis Meißen)

In den Bildungszentren findet die Aus- und Weiterbildung von Lehrlingen, Gesellen, Meistern und Führungskräften im Handwerk statt. Dazu gehören die Überbetriebliche Lehrunterweisung (ÜLU) von Lehrlingen, die Meisterausbildung sowie berufliche Qualifizierungen wie z. B. zum Gebäudeenergieberater, zum Bauleiter, zur Fachkraft für Holz- und Bautenschutz oder der Studiengang Betriebswirt/-in (HWK).

Handwerkliche und betriebswirtschaftliche Kenntnissen werden in folgenden Bereichen vermittelt:

  • Bautechnik
  • EDV/Elektrotechnik/Informationstechnik
  • Holz- und Farbtechnik/Raumausstattung
  • Metall-/SHK-Technik,
  • Unternehmensführung
  • Zahntechnik

In den Bildungszentren Dresden und Großenhain befinden sich auch die Werkstätten der Schweißtechnische Lehranstalt (SL) der Kammer. Die SL zählt zu den 15 deutschlandweiten vom Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS), zugelassenen Bildungseinrichtungen. Im September 2008 feierte die Schweißtechnische Lehranstalt ihr 50. Jubiläum.

Die Bildungszentren der Handwerkskammer Dresden arbeiten seit 2006 mit einem Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2000, zertifiziert durch die Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen von Dienstleistungsunternehmen mbH (GZBB).

Über die Wirtschaftsakademie Dresden GmbH der Handwerkskammer Dresden haben Interessenten aus dem Handwerk die Möglichkeit, zwei international anerkannte Hochschulabschlüsse zu erreichen:

  • den Bachelor of Arts – Unternehmensführung und
  • den Bachelor of Engineering – Elektrische Energietechnik

Bei beiden Studiengängen arbeitet die Handwerkskammer mit der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) zusammen. Beim Bachelor of Arts – Unternehmensführung ist außerdem das Europäische Institut für Postgraduale Bildung an der TU Dresden e.V. – EIPOS – Partner und beim Bachelor of Engineering – Elektrische Energietechnik das Elektrobildungs- und Technologiezentrum e.V. Dresden.

Förderung des Handwerksnachwuchses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um dem Handwerk Nachwuchs zu sichern, initiierte und betreut(e) die Handwerkskammer Dresden verschiedene Projekte zur Förderung der Jugend im Handwerk.

Kreativkurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich nehmen jeweils 10 bis 15 der besten Maler- bzw. Tischler-Lehrlinge aus dem dritten Lehrjahr im Kammerbezirk an den beiden Kreativkursen der Kammer „Kreative Möbelgestaltung“ und „Kreative Gestaltungstechniken“ teil. In zehn bzw. sechs Wochen beschäftigen sich die Lehrlinge theoretisch und praktisch mit gestalterischen Fragen im Handwerk. Dabei lernen sie Techniken, Methoden und Materialien kennen, für die während der normalen Lehrausbildung keine Zeit bleibt.

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßig nehmen Lehrlinge aus dem Kammerbezirk erfolgreich am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks teil sowie an anderen bundesweiten Wettbewerben wie „Jugend schweißt“.

Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrlinge, die ihre Lehre mit besser als 2,0 (gut) abgeschlossen und erfolgreich an den Kreativkursen bzw. Wettbewerben teilgenommen haben, können sich über die Kammer für ein Stipendium aus dem Programm „Begabtenförderung berufliche Bildung“ des Bundes bewerben. Die Handwerkskammer Dresden beteiligt sich seit 1993 an der Begabtenförderung.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche zukunftsorientierte Projekte der Handwerkskammer Dresden zielen darauf ab, Jugendliche über die Zukunftschancen im Handwerk zu informieren und so Lehrlinge und damit zukünftige Fachkräfte für das Handwerk zu akquirieren.

JOBSTARTER Erneuerbare Energien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das durch Bund und Europäische Union geförderte Projekt bringt seit Januar 2007 Unternehmen und Jugendliche zusammen, um einem drohenden Fachkräftemangel in verschiedenen Bereichen entgegenzuwirken. Bei den Erneuerbaren Energien wird davon ausgegangen, dass dort bis zum Jahr 2020 insgesamt 500.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Ziel der Handwerkskammer Dresden und ihrer Projektpartner ist es, zusätzliche Lehrstellen im Umfeld der erneuerbaren Energien wie in den Gewerken Bau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Dachdecker einzuwerben und mit Jugendlichen zu besetzen.

JOBSTARTER Feinwerkmechanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Jahren steigt der Bedarf an feinmechanischen Baugruppen und Erzeugnissen. Dagegen ist der Anteil der jungen Leute, die jährlich eine Lehre in der Feinwerkmechanik beginnen sehr gering. Mit dem im Februar 2008 angelaufenen Projekt wollen die Handwerkskammer Dresden und ihre Mitstreiter bis zum Februar 2010 zusätzlich 45 Lehrstellen einwerben und besetzen.

Netzwerk „Fachkräftenachwuchs im Handwerk“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit den fünf Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk hat die Kammer im Frühjahr 2009 das Netzwerk „Fachkräftenachwuchs im Handwerk“ gegründet. Die Kreishandwerkerschaften sind bereits fest in den Regionen etabliert und stehen als Ansprechpartner für Schüler und Eltern bereit. Flächendeckend kann damit Berufsorientierung im Handwerk geleistet werden. Regelmäßige Sprechzeiten für Eltern, Schüler und Lehrer in den Kreishandwerkerschaften gehören zum Leistungsangebot wie u. a. auch die Vermittlung von Betriebspraktika und Beteiligung an regionalen Initiativen des Berufsorientierung und Berufsausbildung.

Neues Berufsorientierungsprojekt für Schüler ab Herbst 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2009 beginnt in der Handwerkskammer Dresden ein vom Bund gefördertes Berufsorientierungsprojekt. Unter dem Titel „Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Bildungsstätten“ hat die Kammer mit bisher sieben allgemein bildenden Schulen in Dresden Kooperationsvereinbarungen geschlossen und bietet rund 200 Schülern die Möglichkeiten, sich zwei Wochen lang in den Ausbildungswerkstätten der Kammer unter fachmännischer Anleitung in verschiedenen Berufen auszuprobieren.

Kooperation mit „Stiftung Haus der kleinen Forscher“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handwerkskammer Dresden hat im Mai 2009 eine Partnerschaft mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ mit Sitz in Berlin geschlossen. Das Kooperationsprojekt führt Drei- bis Sechsjährige durch kreatives Experimentieren spielerisch an Naturwissenschaft und Technik heran – Bereiche, die Grundlage für technische Berufe sind. Als „Lehrlinge von übermorgen“ bilden die jungen Forscher das beste Potenzial für die gewerblich-technische Ausbildung. Die Handwerkskammer Dresden unterstützt diesen Ansatz praktisch. In Workshops werden Erzieherinnen und Erzieher im Kammerbezirk entsprechend qualifiziert und Kontakte zum Handwerk hergestellt. Auch der Aufbau eines Netzwerkes mit örtlichen Kindertageseinrichtungen steht auf dem Plan.

Der steigende Fachkräftebedarf im Handwerk kann nicht mehr nur allein über die Nachwuchsgewinnung gedeckt werden. Ein großes Fachkräftepotenzial steckt auch in den an- und ungelernten Mitarbeitern im Handwerk. Durch gezielte Nachschulungen können diese aus- und weitergebildet werden. Ein Projekt ist auch bei der Handwerkskammer Dresden angesiedelt:

SQN – Sächsische Qualifizierungsinitiative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handwerkskammer arbeitet zusammen mit anderen Verbundpartner im Projekt SQN – „Sächsische Qualifizierungsinitiative zur modular gestalteten abschlussbezogenen Nachqualifizierung für junge Erwachsene – Auf- und Ausbau von Netzwerken zur Kompetenzsicherung im Handwerk“, mit einer Laufzeit vom 1. Mai 2008 bis 31. Januar 2012. SQN konzentriert sich auf die abschlussbezogene modulare Nachqualifizierung. An- und Ungelernte erhalten so die Möglichkeit, einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben und bilden eine bedeutsame Ressource für die Fachkräftesicherung des Handwerks.

Die Handwerkskammer engagiert sich auch auf dem Gebiet der Integration von Flüchtlingen und Bleibeberechtigte in den sächsischen Arbeitsmarkt. Auch darüber können Fachkräfte für das Handwerk gewonnen werden.

Projekt WENAZA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kammer ist eingebunden in das über den Europäischen Sozialfonds geförderte und in Sachsen angesiedelte Projekt WENAZA – „Beratung zu Wegen der Nachqualifizierung zu zertifizierten Abschlüssen im Rahmen des dualen Systems unter Anrechnung von Berufskompetenzen aus den Herkunftsländern“, mit einer Laufzeit vom 1. November 2008 bis 30. Oktober 2010. Das Projekt zeigt Wege zur qualitativen und quantitativen Integration der Zielgruppe Flüchtlinge und Bleibeberechtigte in den Arbeitsmarkt auf. Ziel ist es, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, dabei ihre Sprachkompetenzen zu verbessern und ihre Kompetenzen sowie Qualifikationen für einen in Deutschland anerkannten zertifizierten Abschluss zu nutzen. Durch die Handwerkskammer Dresden werden Handwerksunternehmen auf das Potenzial dieser Zielgruppe als potenzielle Fachkräfte und Mitarbeiter aufmerksam gemacht.

Neben den Projekten, die sich mit der Nachwuchsgewinnung und Nachqualifizierung im Handwerk beschäftigen, beteiligt sich die Handwerkskammer Dresden auch an Vorhaben zur Entwicklung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und des Austauschs von Auszubildenden und Fachkräften.

Dazu betreibt sie die Beratungsstelle "Betriebliche Beratung zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden und jungen Beschäftigten" und wirkt im europäischen Beratungsnetzwerk – EEN – mit.

EEN – enterprise europe network[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handwerkskammer ist gemeinsam mit neun regionalen Träger-Organisationen eingebunden in das europäische Beratungsnetzwerk „enterprise europe network“. Interessierte Unternehmer erhalten darüber Unterstützung beim Start ins Auslandsgeschäft. Zum Netzwerk gehören 600 Agenturen in 40 Ländern. Es wird von der Europäischen Kommission kofinanziert und bietet Interessenten von der persönlichen Beratung über Themenabende sowie Wirtschaftsdelegationsreisen eine große Palette an Europa-orientierten Themen an. Auch unterstützt es bei der Suche nach Wirtschaftspartnern im europäischen Ausland.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mitgliederreport 2007 der Handwerkskammer Dresden
  • Mitgliederreport 2008 der Handwerkskammer Dresden
  • Bericht der Gewerbekammer Dresden über das Jahr 1901, Buchdruckerei von F. Lommatzsch (A. Schröer), Dresden 1902
  • Deutsches Handwerk, Nr. 4 1935, S. 76
  • Handwerkskammer Dresden, Bericht über das Geschäftsjahr 1935/36
  • Deutsche Handwerks Zeitung, Nr. 12/1990, S. 3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.hwk-dresden.de/handwerkskammer