Hanko Bommert

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Hanko Bommert (* 20. Dezember 1941 in Hamburg[1]) ist ein deutscher Psychologe, Medienwissenschaftler, Universitätsprofessor und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bommert studierte nach dem Abitur und einem zweijährigen Wehrdienst ab 1964 Psychologie, Pädagogik und Psychiatrie und schloss 1969 an der Universität Hamburg mit dem Diplom in Psychologie ab. 1970 war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Münster und promovierte 1971 an der Universität Hamburg. 1972 hatte er eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Münster inne und 1973 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 1973 erhielt er an der Universität Münster eine „H3-Professur“.[2] 1976 wurde er mit der Leitung des neu eingerichteten Lehrstuhls für Psychologische Diagnostik an der Universität Münster betraut.[3] Sein Nachfolger wurde 2008 Stefan Schmukle.[4] Bommert lebt in Hamburg, ist verheiratet. Er arbeitet als Autor und Medientrainer.

Forschung und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bommert wandte sich während der 1970er Jahre zunächst den Themenbereichen Psychotherapie und Psychodiagnostik zu. Hier lag sein Forschungsschwerpunkt auf der Identifikation und empirischen Erfassung von Wirkfaktoren der Gesprächspsychotherapie, deren Entwicklung, Fundierung und Verbreitung er auch als Ausbilder und zeitweiliger 1. Vorsitzender der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie maßgeblich beeinflusste[5][6]. Ab Mitte der 1980er Jahre fokussierte Bommert seine Tätigkeit sodann auf den Bereich der Medienpsychologie. Im Rahmen der Zuschauerforschung belegte er auf der Basis empirischer Untersuchungen zur Informationsvermittlung im Fernsehen, dass auch hier die Einbeziehung von Erkenntnissen, Daten und Erfahrungen der empirischen Psychologie unverzichtbar ist, etwa wenn es um eine fundierte Programmplanung geht (z. B. Attraktivität, Informationsgehalt, Verständlichkeit von Programminhalten für spezifische Zielgruppen)[7] oder darum, die praktische Arbeit von Journalisten in Bereichen wie Moderation, Interview, Talkshow, Recherche etc. durch Einbeziehung psychologischer Aspekte zu optimieren. Hierbei fungierte Bommert auch als Ausbilder, Moderator und Coach für TV-Journalisten[8]. Zu seinen Schülern zählt der WDR-Moderator Jürgen Domian, der die Grundlagen der für seine Live-Interviewsendung Domian verwendeten Fragetechnik im Rahmen seiner WDR-Ausbildung bei Bommert erlernte.[9]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor:

  • Die Prozessvariablen SE und VEE in ihrer Bedeutung für die klienten-zentrierte Gesprächspsychotherapie. 1971 (Dissertation, Universität Hamburg, 1971).
  • Grundlagen der Gesprächspsychotherapie: Theorie, Praxis, Forschung. Kohlhammer, Stuttgart 1977; 4. Auflage 1987. ISBN 3-17-009790-3.
  • mit Ulf Plessen: Psychologische Erziehungsberatung. Kohlhammer, Stuttgart 1978. ISBN 3-17-004890-2.
  • mit Thomas Henning, Dieter Wälte: Indikation zur Familientherapie. Kohlhammer, Stuttgart 1990. ISBN 3-17-011035-7.
  • mit Karl W. Weich, Christel Dirksmeier: Rezipientenpersönlichkeit und Medienwirkung: Der persönlichkeits-orientierte Ansatz der Medienwirkungsforschung. Lit, Münster 1995. 2. Auflage 2000. ISBN 3-8258-2109-9.
  • mit Christel Dirksmeier, Ralf Kleyböcker: Differentielle Medienrezeption. Lit, Münster 2000. ISBN 3-8258-4897-3.
  • mit Ralf Kleyböcker, Andrea Voß-Frick: TV-Interviews im Urteil der Zuschauer. Lit, Münster 2002. ISBN 3-8258-6073-6.
  • mit Andrea Voß-Frick: Fakten und Images: Interviews im dualen System des deutschen Fernsehens. Lit, Münster 2005. ISBN 3-8258-8366-3.

Als Herausgeber:

  • mit Stefan Schmidtchen: Reihe Verhaltensmodifikation. Kohlhammer, Stuttgart 1978 ff.
  • mit Hans-Dieter Dahlhoff: Das Selbsterleben (Experiencing) in der Psychotherapie. Urban und Schwarzenberg, München 1978. ISBN 3-541-08491-X.
  • mit Michael Hockel: Therapie-orientierte Diagnostik. Kohlhammer, Stuttgart 1981. ISBN 3-17-005638-7.
  • mit Franz Petermann: Diagnostik und Praxiskontrolle in der klinischen Psychologie. GwG, Tübingen 1982.
  • Reihe Medienpsychologie. Lit, Münster 1995 ff. (5 Bände erschienen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Who’s who in Germany. 1992, S. 187.
  2. Prof. Dr. Hanko Bommert (Memento vom 10. Juni 2007 im Internet Archive); abgerufen am 29. Juni 2014
  3. Lilly Kemmler, Heinz Heckhausen: Die Psychologie an der Universität Münster (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-muenster.de; abgerufen am 28. Juni 2014
  4. Universität Münster: Pressemitteilung vom 23. Dez. 2008; abgerufen am 28. Juni 2014
  5. GwG (Hrsg.) Die kientenzentrierte Gesprächspsychotherapie, 1975, Kindler Verlag, München
  6. Speierer/Barg (Hrsg.) Personenzentrierte Psychotherapie und Beratung, 2010, GwG Verlag, Köln
  7. Presse- und Informationsstelle Westfälische Wilhelms-Universität: Jeder Zuschauer sein eigener Programmdirektor, 8. Februar 2000
  8. Archivlink (Memento des Originals vom 25. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abzv.de abgerufen am 1. Februar 2016
  9. Tim Farin: WDR-Kult-Interviewer Domian über Handwerk und Verantwortung. (Nicht mehr online verfügbar.) ABZV, 14. Dezember 2015, archiviert vom Original am 3. Dezember 2016; abgerufen am 28. November 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abzv.de