Franz Petermann

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Franz Petermann (* 28. September 1953 in Weinheim/Bergstraße, Kreis Mannheim) ist Professor für Klinische Psychologie an der Universität Bremen und arbeitet auf den Gebieten der Klinischen Psychologie und Psychologischen Diagnostik sowie der Entwicklungspsychologie und Rehabilitationspsychologie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Petermann studierte von 1972 bis 1975 Mathematik und Psychologie an der Universität Heidelberg. 1977 erwarb er in Bonn den Dr. phil. Von 1975 bis 1980 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg (bis 1976) und der Universität Bonn (1976–1980). 1980/1981 lehrte er als Professor an der TU Berlin, von 1982 bis 1985 an der RWTH Aachen und 1985 bis 1991 wiederum an der Universität Bonn. In den 1980er und Anfang der 1990er Jahre begründete er im deutschen Sprachraum das Fach Klinische Kinderpsychologie. 1991 übernahm er den neu geschaffenen Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Diagnostik an der Universität Bremen.

Franz Petermann ist mit der Kinderpsychologin Ulrike Petermann verheiratet.

Er gründete gemeinsam mit Vertretern der Medizinischen Hochschule Hannover den Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbund Niedersachsen-Bremen und leitet diesen seit 1998.

Zusammen mit seiner Ehefrau baute er 2008 eine Ambulanz für Kinder und Jugendliche auf, um schwerpunktmäßig auf dem Gebiet der Angststörungen und depressiven Störungen zu forschen und zu arbeiten.[1]

Petermann war Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (2008–2010) und Kongresspräsident 2010.

Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 gründete er das interdisziplinäre Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation (ZKPR), das er seitdem als Direktor leitet. Er und seine Mitarbeiter engagieren sich auf dem Gebiet der Entwicklung und Evaluation von Trainingsverfahren, sowie psychologischen Testverfahren für Kinder, Jugendliche und Eltern. Unter seiner Federführung sind zahlreiche Interventions- und Testverfahren entstanden, die fortlaufend evaluiert und optimiert werden. Bekannt sind Gewaltpräventionsprogramme im Bereich der Aggressionsbehandlung, zum Beispiel Training mit Jugendlichen,[2] und Training mit aggressiven Kindern,[3] die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Veröffentlichungen des ZKPR erscheinen in der Zeitschrift Kindheit und Entwicklung, die von Gerhard Neuhäuser, Franz Petermann und Martin H. Schmidt 1992 gegründet wurde.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petermann ist auf dem Gebiet der psychologischen Testentwicklung tätig. Auf der Basis des Intelligenzkonzepts von David Wechsler war er ab 2007 an der Weiterentwicklung des Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder (HAWIK-IV), der Wechsler Intelligence Scale for Children (WISC-IV),[4] der Wechsler Memory Scale (WMS-IV) sowie dem Entwicklungstest sechs Monate bis sechs Jahre (ET 6-6)[5] beteiligt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit U. Petermann: Training mit aggressiven Kindern. 13. Auflage. Beltz, Weinheim 2012, ISBN 978-3-621-27817-1. (bulgarische, englische, kroatische, rumänische Übersetzungen)
  • als Hrsg.: Einzelfallanalyse. 3. Auflage. Oldenbourg. München 1996, ISBN 3-486-21385-7.
  • mit R. S. Jäger (Hrsg.): Psychologische Diagnostik – ein Lehrbuch. 4. Auflage. Beltz, Weinheim 1999, ISBN 3-621-27459-6.
  • Einzelfalldiagnostik in der klinischen Praxis. 3. Auflage. Beltz, Weinheim 1996, ISBN 3-621-27316-6.
  • mit U. Petermann: Training mit sozial unsicheren Kindern. 10. Auflage. Beltz, Weinheim 2010, ISBN 978-3-621-27709-9. (holländische Übersetzung)
  • Psychologie des Vertrauens. 4. Auflage. Hogrefe, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8017-2415-3. (spanische Übersetzung)
  • mit U. Petermann: Training mit Jugendlichen. Förderung von Arbeits- und Sozialverhalten. 9. Auflage. Hogrefe, Göttingen 2010, ISBN 978-3-621-27199-8.
  • mit D. Vaitl: Entspannungsverfahren. 4. Auflage. Beltz. Weinheim 2009, ISBN 978-3-621-27642-9.
  • als Hrsg.: Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie. 7. Auflage. Hogrefe, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8017-2447-4.
  • mit J. M. Müller: Clinical Psychology and Single-case Evidence. Wiley, New York/ Chichester 2001, ISBN 0-471-49156-X.
  • mit M. Kusch und K. Niebank: Entwicklungspsychopathologie. Beltz, Weinheim 1999, ISBN 3-621-27288-7.
  • Wechsler Preschool and Primary Scale – Third edition (WPPSI-III, deutsche Version). 2. Auflage. Pearson Assessment, Frankfurt 2011.
  • Movement – ABC 2. 3. Auflage. Pearson Assessment, Frankfurt 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Psychologische Hilfe für Kinder. In: Verdener Nachrichten. 24. Juni 2013, S. 18.
  2. F. Petermann, U. Petermann: Training mit Jugendlichen. Förderung von Arbeits- und Sozialverhalten. 9. Auflage. Hogrefe, Göttingen 2010.
  3. F. Petermann, U. Petermann: Training mit aggressiven Kindern. 13. Auflage. Beltz, Weinheim 2012.
  4. F. Petermann, U. Petermann (Hrsg.): Wechsler Intelligence Scale for Children – Fourth Edition (WISC-IV). Pearson Assessment, Frankfurt 2011.
  5. F. Petermann, T. Macha: Entwicklungstest sechs Monate bis sechs Jahre. ET 6-6 – Revision. Pearson Assessment, Frankfurt 2013.