Hans-Werner Fabarius

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Heimatforscher vor seinem Privatarchiv (2007)

Hans-Werner Fabarius (* 13. Juli 1929 in Berlin-Lichtenberg) ist ein deutscher Heimatforscher.

Seit 1949 ist er aktives Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Marienfelde. Als ehrenamtlicher Archivar der Gemeinde und als Heimatforscher erschloss er durch mehrere Publikationen viele Aspekte der Geschichte des Ortsteils Marienfelde im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin. Er erhielt für seine Tätigkeiten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fabarius begann 1944 seine Berufsausbildung bei der Reichspost. Diese wurde Anfang 1945 unterbrochen, als er zur Verteidigung der Festung Berlin eingezogen wurde. Im September 1945 kam er zum Postamt Berlin-Marienfelde. Ab etwa 1960 war er beim Postamt Berlin-Tempelhof und später beim Postamt Berlin 11 tätig. Nach 43 Dienstjahren ging er 1987 in den Ruhestand.

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949 begann sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement in der Kirchengemeinde Marienfelde. Er beteiligte sich zunächst an der Jugendarbeit, später an den Kirchentagen, in der Redaktion des Gemeindebriefes, im Gemeindebeirat und zuletzt über viele Jahre im Gemeindekirchenrat.

Ehrenamtlich nahm er seit 1971 die Pflichten des Archivars der Kirchengemeinde wahr. Die Aufarbeitung des Kirchenarchivs lieferte ihm die Themen für seine Publikationen: die Dorfkirche, die Kirchengemeinde, der Ort oder Stadtteil, der Architekt Bruno Möhring.

So beschäftigte ihn das Schicksal jüdischer Menschen im Ortsteil Marienfelde während des Hitler-Regimes. Auf seine Initiative wurde vor dem Haus des jüdischen Arztes Moritz Jakobsohn 1989 ein Gedenkstein gesetzt und 1991 ein Weg nach dem verdienten Marienfelder Arzt benannt.

2001 gab die Kirchengemeinde nach umfangreicher Recherchearbeit seine 200 Seiten starke Marienfelder Chronik Marienfelde – Vom Dorf zum Stadtteil Berlins heraus. Dieses Werk machte ihn zum führenden Heimatforscher des Ortsteils. Dieses Buch wurde 2006 durch den Bildband 100 Jahre Berlin-Marienfelde in 333 Bildern ergänzt.

Sein 2004 veröffentlichtes Werk über Bruno Möhring beschäftigt sich mit der Person des bekannten Architekten, der für die Marienfelder Kirchengemeinde durch die von ihm geleitete Renovierung der Dorfkirche 1920 und den Bau der Friedhofskapelle eine besondere Bedeutung hat.

Im März 2010 wurde der Arbeitskreis Historisches Marienfelde ins Leben gerufen mit dem Anliegen, das umfangreiche Archiv von Hans-Werner Fabarius zu übernehmen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Titel sind vom Gemeindekirchenrat der evangelischen Gemeinde Berlin-Marienfelde herausgegeben worden.

  • 1984: Aus der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Marienfelde 1930-1952
  • 1990: Juden in Marienfelde - Schicksale im Dritten Reich
  • 1995: Marienfelde in zwei Weltkriegen
  • 2001: Marienfelde - vom Dorf zum Stadtteil Berlins
  • 2004: Bruno Möhring Baukünstler - Designer - Stadtplaner
  • 2006: 100 Jahre Berlin-Marienfelde in 333 Bildern

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 überreichte der Bezirksbürgermeister Ekkehard Band Hans-Werner Fabarius die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]