Hans-Wolfgang Romberg

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Romberg während der Nürnberger Prozesse

Hans-Wolfgang Romberg (* 15. Mai 1911 in Berlin; † 6. September 1981 in Weil am Rhein) war promovierter deutscher Luftfahrtmediziner. Wegen seiner Experimente an Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus wurde er im Nürnberger Ärzteprozess angeklagt, am 20. August 1947 aber freigesprochen.

Biografie[Bearbeiten]

Wolfgang Romberg studierte ab 1929 Medizin an den Universitäten in Berlin und Innsbruck und schloss das Studium 1935 ab. Von April 1936 bis 1938 war er als Assistenzarzt in einem Krankenhaus in Berlin-Friedrichshain tätig.[1] Romberg trat im Mai 1933 in die NSDAP ein und war Mitglied der Marine-SA, deren Mitglieder hauptsächlich aus Seeleuten der Handelsmarine, Kaiserliche Marine oder Reichsmarine bestanden. Außerdem war er Mitglied der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Im Jahr 1938 wurde er zuerst Assistent und später Abteilungsleiter am Institut für Flugmedizin der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof unter Siegfried Ruff. Zusammen mit Sigmund Rascher und Ruff führte er im KZ Dachau 1942 Höhenversuche an Häftlingen durch, die zum Teil auch tödlich ausgingen. Romberg wurde 1947 im Nürnberger Ärzteprozess freigesprochen. Später führte er eine Arztpraxis in Düsseldorf. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft des Landgerichts München II gegen Romberg, Georg August Weltz und Siegfried Ruff wurden 1959 eingestellt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 3. Aufl. Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 2011, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 506.
  • Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 2001, ISBN 3-596-14906-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aussage Hans-Wolfgang Romberg vom 10. Dezember 1946 auf Nuremberg trials Project
  2. (Ausstellung Dachau als pdf; 387 kB)