Hans Hofmann von Grünbühel

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Hans Hofmann Freiherr zu Grünbühel und Strechau (* um 1492; † 18. Juli 1564 auf der Styraburg) war ein österreichischer Adliger und Hofbeamter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Hofmann von Grünbühel wurde um 1492 als Sohn des Friedrich Hofmann, landesfürstlicher Pfleger und Landtrichter, geboren. Seine Mutter Margarethe Püchler war Erbin der landtagsfähigen Herrschaft Grünbühel (auch Grünbüchel), bei Rottenmann in der Steiermark. Nach dem Tod Kaiser Maximilians I. 1519 reiste er als einer der ständischen Abgeordneten der Steiermark zur Huldigung Kaiser Karls V. nach Spanien.

Er erlangte die Gunst des Erzherzogs und späteren Kaisers Ferdinand I. Unter diesem diente er zunächst 1522 als erzherzoglicher Kommissar und wurde 1526 als Nachfolger des Gabriel de Salamanca zu seinem Schatzmeister ernannt. Zudem war er spätestens 1527 dessen Geheimer Rat sowie Hauptmann von Wiener Neustadt und später Burggraf von Steyr. 1528 erwarb er als Familiensitz die Burg Strechau, die er erheblich ausbauen ließ. Mit Diplom vom 14. April 1535[1] oder 22. März 1540[2] erhob ihn Ferdinand I. als Freiherr zu Grünbühel und Strechau in den erblichen Adelsstand. Zudem verlieh ihm Ferdinand I. 1540 das Erbamt des Obersten Landhofmeisters der Steiermark und 1559 das Erbamt des Obersten Landmarschalls von Österreich und Steiermark. Hofmann erwarb ein beachtliches Vermögen, dass er insbesondere durch Investitionen im Bergbau vermehrte, er besaß schließlich 24 Herrschaften und Schlösser in Österreich und der Steiermark.

Vermutlich wirkte er mit Leonhard von Fels und Wilhelm von Roggendorf auf eine Schwächung des päpstlichen und des spanischen Einflusses hin. Hofmann wirkte auch in Verhandlungen mit den protestantischen Fürsten. Zu Lebzeiten wurde er als Lutheraner verdächtigt. 1556 legte er seine öffentlichen Ämter nieder und zog sich ins Privatleben zurück. In seinen letzten Lebensjahren konvertierte er zum Protestantismus. Er verstarb 1564 auf der Burg in Steyr.[2]

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erster Ehe heiratete er Potentiana, Tochter des Wolfgang von Oberburg und der Agnes Burggräfin von Lueg und Lienz. Mit ihr hatte er einen Sohn.

  • Adam (* 1523; † 1573), Burggraf von Steyr, Hauptmann von Wiener Neustadt, Oberster Landhofmeister in Steiermark, Oberster Erblandmarschall in Österreich und Steiermark.

In zweiter Ehe heiratete er um 1530 Clara von Rogendorf, Tochter des Wolfgang Freiherr von Rogendorf und Mollenburg, Burggraf von Steyr, und der Elisabeth von Liechtenstein und Nicolsburg. Mit ihr hatte er zwei Söhne:

  • Hans Friedrich (* vor 1535; † 1589), Rat der innerösterrischen Regierung, Oberster Erblandhofmeister in Steiermark, Landesverweser in Steiermark;
  • Ferdinand (* 1540; † 1607), Oberster Erblandhofmeister in Steiermark, Oberster Erblandmarschall in Österreich und Steiermark, Burggraf von Steyr, Hauptmann von Wiener Neustadt, kaiserlicher Hofkammerpräsident und Geheimrat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BLKÖ
  2. a b ADB

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht der Gienger von Grünbühl (Grienpichel), benannt nach (Schloss Grünbühel bei Kilb) stammt von Ulmer Patriziern ab, und ist nicht verwandt mit den Hofmann von Grünbühel.