Rottenmann

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Rottenmann
Wappen Österreichkarte
Wappen von Rottenmann
Rottenmann (Österreich)
Rottenmann
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Hauptort: Stadt Rottenmann
Fläche: 205,33 km²
Koordinaten: 47° 32′ N, 14° 21′ OKoordinaten: 47° 31′ 36″ N, 14° 21′ 21″ O
Höhe: 681 m ü. A.
Einwohner: 5.250 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8786
Vorwahl: 03614
Gemeindekennziffer: 6 12 63
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 56
8786 Rottenmann
Website: www.rottenmann.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Bernhard (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
7
1
1
11 
Insgesamt 20 Sitze
Lage der Stadt Rottenmann im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming)Gröbming (Expositur Gröbming)Haus (Expositur Gröbming)Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming)Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming)Öblarn (Expositur Gröbming)Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming)Schladming (Expositur Gröbming)Sölk (Expositur Gröbming)AdmontAigen im EnnstalAltausseeAltenmarkt bei Sankt GallenArdningBad AusseeBad MitterndorfGaishorn am SeeGrundlseeIrdning-DonnersbachtalLandlLassingLiezenRottenmannSankt Gallen (Steiermark)SelzthalStainach-PürggTriebenWildalpenWörschachSteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
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Das Rottenmanner Burgtor mit der Kirche
Das Rottenmanner Burgtor mit der Kirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Rottenmann ist eine Bergstadt mit 5250 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bundesland Steiermark (Österreich). Die Stadt liegt in den Rottenmanner Tauern und im Paltental, von welchem Rottenmann der Hauptort ist. Auch ist Rottenmann die älteste Stadt des Bezirks und eine der ältesten Österreichs.

Die Stadt ist unter anderem für ihren historischen Altstadtkern, das Krankenhaus (LKH Rottenmann), den Hauptfirmensitz der AHT (Austria Haustechnik), und ehemals für das Universitätszentrum Rottenmann und JoWooD Productions bekannt. Weitere Besonderheiten stellen die auf einem monumentalen Felsen thronende Burg Strechau im Gemeindegebiet von Lassing im Westen der Stadt, das Schloss Grünbühel im Norden der Stadt, Schloss Thalhof, sowie „Das Schloss“ (ehemaliges Augustiner Chorherrenstift) in der Altstadt dar, in dem die Caritas-Lehranstalt für Sozialberufe untergebracht ist. Der Kirchturm der Stadtpfarrkirche Rottenmann war eine Zeit lang der höchste der Steiermark.

Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist Rottenmann seit 2015 mit der Gemeinde Oppenberg zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde führt den Namen Stadtgemeinde Rottenmann weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (Bevölkerung am 1. Jänner 2017 nach Ortschaften (Gebietsstand 1. Jänner 2017)[3]):

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche 2016[4]):

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtkern von Rottenmann liegt auf 681 m. Durch den Ort fließt die Palten. Im Norden grenzt Rottenmann an Selzthal und Admont, im Osten an Trieben, in Südosten an Hohentauern, im Süden an Pölstal, im Südwesten an Irdning-Donnersbachtal und Aigen im Ennstal und im Westen an Lassing. Rottenmann ist Namensgeber der Rottenmanner Tauern und der Hauptort des Paltentals. Im Rottenmanner Gemeindegebiet liegende Gipfel sind der Hausberg Stein am Mandl, Hochhaide, Moserspitz, Diewaldgupf, Seegupf, Dreistecken, Plannereck und einige weitere in den Rottenmanner Tauern und das Dürrenschöberl in den nördlich gelegenen Eisenerzer Alpen. Die Stadt liegt am westlichen Ende des Palten-Liesing-Tals und ist einer der drei Hauptorte.

Im Gemeindegebiet von Rottenmann entspringen zwei Flüsse: die Gulling, welche über das Gullingtal in die Enns fließt, und der Strechenbach, einer der größeren Nebenflüsse der Palten, welcher über das Tal der Strechen und die Rottenmanner Klamm ins Paltental fließt.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 205,33 km² und ist somit die flächenmäßig zehntgrößte Gemeinde der Steiermark und die fünftgrößte des Bezirks Liezen. Das Gemeindegebiet von Rottenmann liegt in einer Seehöhe zwischen 681 (Strechau) und 2363 m ü. A. (Hochhaide).[5]

Rottenmann ist etwa zehn Kilometer von der Bezirkshauptstadt Liezen entfernt und nach Einwohnern die drittgrößte Stadt des Bezirks (nach Liezen und Schladming).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lassing Selzthal Admont
Aigen im Ennstal Nachbargemeinden Trieben
Irdning-Donnersbachtal Pölstal Hohentauern

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund einer jahrtausendlangen Geschichte trägt Rottenmann den Beinamen „Tausendjährige Bergstadt“.

10. bis 15. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 927 wurde Rottenmann bereits in einem Tauschdokument, abgeschlossen zwischen dem Erzbischof von Salzburg und seinem Chorbischof Cotabert, erstmals urkundlich erwähnt.

Das ursprüngliche Rottenmann befand sich rund einen Kilometer weiter östlich im heutigen Ortsteil St. Georgen. Da dort auf Grund der geologischen Gegebenheiten (starke Versumpfung) eine weitere Ausdehnung der Siedlung nicht möglich war, wurde der heutige Ort von einem deutschen Städtebauer auf den Schuttabhängen des im Süden der Stadt gelegenen Hausberges „Stein am Mandl“ geplant. Zum Schutze der Handelskaufleute, welche die stark frequentierte Salz- und Handelsstraße – früher Römerstraße – befuhren, wurde spätestens zu Anfang des 12. Jahrhunderts die Burg Rottenmann erbaut und mit Mauern und Gräben umgeben. Daraus entwickelte sich über die Jahre das heutige Rottenmann mit einer breiten Marktstraße (Marktplatz), von der rechtwinkelig schmale Gassen abzweigen.

Um 1266 wird die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus zum ersten Mal erwähnt. Bis dahin nur als Filialkirche von Lassing. Am 25. Oktober 1279 hielt sich König Rudolf von Habsburg zum ersten Mal in Rottenmann auf und dürfte bei seinem Besuch die Stadterhebung durchgeführt haben, da ja in den Folgejahren Rottenmann in verschiedenen Urkunden immer wieder als Stadt bezeichnet wurde. Damit ist Rottenmann eine der ältesten Städte Österreichs. 1296 ist die älteste Nennung eines Stadtrichters vermerkt.

Rund um Rottenmann werden die heutigen Ortsteile Singsdorf und Strechau um 1080, Büschendorf um 1135, Bärndorf um 1150, Grünbühel um 1190, Villmannsdorf im Jahre 1296 und Goldbühel im 15. Jahrhundert erstmals genannt.

Nachdem Rottenmann schon im Jahre 1251 von salzburgischen Truppen besetzt worden war, passierte dies nochmals 1292, als sich der steirische Adelsbund – mit Salzburg und Bayern verbündet – gegen Herzog Albrecht I. empörte. Bald darauf – 1320 – wurde für die dem Landesfürsten bewiesene Treue das Stadtrecht bestätigt und gleichzeitig erhielt Rottenmann auch überaus wichtige und einträgliche Handels-, Markt- und Gerichtsfreiheiten; besonders das Recht der Eisen- und Salzniederlage und die hohen Einkünfte aus den nahen Silbergruben von Oppenberg und am Dietmannsberg machten die Rottenmanner Bürger rasch wohlhabend.[6]

Stift Rottenmann,
Kupferstich M. Vischer um 1680

Im Jahre 1453 stiftete der Rottenmanner Bürger Wolfgang Dietz Geld für die Errichtung eines Klosters, nach Genehmigung durch Papst Calixt III. wurden Augustiner-Chorherren aus Wien nach Rottenmann gerufen. Dem Stift war jedoch keine wirklich große Zukunft beschert, vor allem in der Reformationszeit hatte es schwer zu leiden. Kaiser Joseph II. hob das Stift schließlich 1785 auf. Die Stiftsherrschaft Rottenmann wurde später von den Eisengewerken Pesendorfer erworben, später durch Max Ritter von Gutmann, der sie im Zuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich an den Industriellen Flick weiterveräußerte.

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 16. Jahrhundert war geprägt von der Ausbreitung des Luthertums und den daraus resultierenden Auseinandersetzungen und Unruhen. Die Freiherren Hoffmann erwiesen sich als maßgebliche Förderer des neuen Glaubens und beherrschten bald das gesamte Paltental und Gebiete darüber hinaus. Im Zuge der nachfolgenden Gegenreformation wurde über Anweisung des Landesfürsten am 15. November 1599 eine Reformkommission nach Rottenmann entsandt – zwei Tage später war die erst vor 20 Jahren erbaute evangelische Salvatorkirche in Schutt und Asche gelegt. Durch die Abwanderung lutherisch gesinnter zählte Rottenmann im Jahr 1612 nur mehr 116 Bürger, wobei man in dieser Zeit nur jene Bewohner als Bürger bezeichnete, die innerhalb der Stadtmauern einen Hausbesitz nachweisen konnten.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rottenmann, S. Kölbl, lith. 1830

Nach der zweimaligen Besetzung der Stadt durch französische Truppen, die zu Hungersnöten und katastrophalen Zuständen führten, trat durch die Übernahme der Eisenverarbeitung durch Josef Pesendorfer im Jahre 1815 eine Besserung ein.

1892 übernahmen die Gebrüder Lapp die Eisenwerke in Rottenmann und modernisierten den Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk als Paltenstahlwerk Rottenmann weitergeführt und schließlich vom deutschen Industriellen Bauknecht gekauft. Heute werden in Rottenmann Kühlgeräte durch die AHT gefertigt.

Seit 1849 gibt es, nachdem Rottenmann durch Jahrhunderte eine eigene Gerichtsbarkeit hatte, das Bezirksgericht. 1850 erfolgte die Eingemeindung von St. Georgen, Strechau/Strechen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912 bis 1914 wurde der auffällige Rathausbau errichtet.

In den Jahren von 1912 bis 1914 wurde das Rathaus vom Architekten Josef Hofbauer erbaut. 1943 erfolgte die Eingemeindung der Ortsteile Villmannsdorf und Büschendorf. Am 1. Jänner 1974 wurde die Gemeinde Palten mit den Ortsteilen Bärndorf, Edlach und Singsdorf mit der Stadtgemeinde Rottenmann vereinigt.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 2000 und 2017 befand sich hier mit dem Universitätszentrum Rottenmann eine Außenstelle der TU Graz und der Johannes-Kepler-Universität in Linz. 2017 wurde beschlossen, das UZR zu schließen. Die Räumlichkeiten werden von der Caritas-Lehranstalt für Sozialberufe übernommen. Der derzeitige Standort der Caritasschule in der Altstadt wird jedoch weiterhin geführt.

Rottenmann von der Burg Strechau gesehen

Am 1. Juli 2002 wurde der Gerichtsbezirk Rottenmann, bestehend aus den Gemeinden Rottenmann, Lassing, Trieben, Oppenberg, Selzthal, Treglwang und Gaishorn am See, aufgelöst und dem Gerichtsbezirk Liezen eingeordnet.

Im Sommer 2013 wurde ein Haus in der Innenstadt abgerissen, woraufhin einige Tage darauf die anliegende Wand des direkt angebauten Nachbarhauses Lindmayer teils einbrach. Seitdem klafft mitten in der Innenstadt ein Loch neben dem Rathaus. Am 3. Juli 2017 wurde nach fast 4 Jahren eine Entscheidung getroffen, wie man das „Loch“ wieder richten würde. Das Lindmayerhaus soll abgerissen werden und 2018 sollen die Bauarbeiten für die beiden Nachfolgehäuser beginnen.

Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist Rottenmann seit 2015 mit der Gemeinde Oppenberg zusammengeschlossen,[7] die neue Gemeinde führt den Namen Stadtgemeinde Rottenmann weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Rottenmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Rottenmann hatte ursprünglich vier Namen. An der Wand des Beratungssaales des Rathauses stehen vier Namen: Tartusana, Stiriate, Castra Montana und Cirminah.

Der eigentliche Name „Rottenmann“ hat viele Bedeutungen und viele Sagen. Eine Erzählung besagt, dass es einen Drachentöter gab, der durch das Blut des Drachen „Roter Mann“ genannt wurde. Wahrscheinlicher ist aber die Möglichkeit, dass der Name „Rottenmann“ nicht auf diese Sage zurückzuführen ist, sondern die Sage auf dem Ortsnamen basiert. Viel glaubwürdiger klingt die Erklärung, dass „Rottenmann“ normalerweise „Rotenman“ heißen sollte. Die Doppelschreibweise ist auf verschiedene Dichter und Schreiber zurückzuführen, die die Namen einfach mit Doppelbuchstaben verzierten. „Rotenman“ würde nämlich so viel wie „Die Grenze am Sumpf“ heißen. (Rot bedeutete damals Sumpf, man die Grenze.) Eine ziemlich glaubwürdige Erklärung, wenn man bedenkt, dass das gesamte Paltental nach dem Abschmelzen des Ennstaler Gletschers ein reines Sumpfgebiet war.

Der Name Rottenmann hat eben viele Bedeutungen. Einige sind auf mystische Weise zurückzuführen, andere auf rein sprachlicher oder geschichtlicher Basis oder einfach auf „Verzierungen“ beziehungsweise damaliger Schreibweisen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
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40
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20
10
0
41,31 %
(-0,56 %p)
29,61 %
(+8,41 %p)
20,25 %
(-2,10 %p)
4,46 %
(-1,92 %p)
4,36 %
(-0,07 %p)
n. k.
(-3,78 %p)
2010

2015


Dem Gemeinderat der Stadtgemeinde Rottenmann besteht aus 25 Mitgliedern. Nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahlen vom Jahr 2015 haben:

Die Oppenberger Volksliste (OVL) hat 2015 nicht mehr kandidiert.

Bürgermeister
  • bis 2010 Ludwig Kopf (SPÖ)
  • 2010–2013 Ewald Persch (SPÖ)
  • seit 2013 Alfred Bernhard (ÖVP)

Bezirksgericht Rottenmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Gerichtsbezirk Rottenmann

Bis zum Jahr 2002 gab es in Rottenmann das Bezirksgericht. Es wurde durch die Schaffung des Gerichtsbezirks Rottenmann im Jahr 1849 in Kraft gesetzt. Bis zu diesem Inkrafttreten hatte Rottenmann über Jahrhunderte hinweg eine eigene Gerichtsbarkeit. Der Gerichtsbezirk Rottenmann umfasste ursprünglich die 13 Gemeinden Au bei Gaishorn, Bärndorf, Dietmannsdorf bei Trieben, Edlach, Gaishorn am See, Lassing (Schattseite), Lassing (Sonnseite), Oppenberg, Rottenmann, St. Lorenzen, Treglwang, Trieben und Versbichl.[9][10] Ab 1868 bildete der Gerichtsbezirk Rottenmann gemeinsam mit den Gerichtsbezirken Aussee, Gröbming, Irdning, Liezen, Schladming und Sankt Gallen den Bezirk Liezen.[11]

Im Juli 2002 wurde der Gerichtsbezirk aufgelöst und dem Gerichtsbezirk Liezen zugeteilt.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rottenmann
  • Kirche in St. Georgen in Alt-Rottenmann: Die Kirche von St. Georgen wurde 1042 als erste Rottenmanner Pfarrkirche (deshalb auch die Bezeichnung Alt-Rottenmann) im romanischen Stil errichtet. Neuerliche Weihe 1313 durch Bischof Heinrich von Gurk, nachdem sie von Türken und Tataren zerstört worden war. Weitgehende neuerliche Zerstörung im August 1480 durch die Türken, dann wieder aufgebaut. Gotisch vielleicht schon 1414, ein Fenster erinnert noch an den einst romanischen Stil. Am 13. Juni 1513 vom Chiemseer Bischof Berthold Pürstinger, der zu dieser Zeit unter anderem auch die Kirchen von Lassing und Gaishorn am See weihte, neuerlich geweiht. Der spätgotische Hochaltar wurde um 1520 von der Werkstätte des Lienhart Astl (Leonhard Aist) aus Gmunden geschaffen. Erwähnenswert ist auch das Orgelpositiv von 1722. Bis in die 1950er Jahre war St. Georgen Ziel von Wallfahrern aus den Nachbarpfarren (belegt ist Lassing), die am Georgstag nach Rottenmann eine Prozession abhielten.
  • Stadtpfarrkirche St. Nikolaus: Errichtet wurde die erste Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Stadt, finanziert aus den Einnahmen der Straßenmaut. Zu dieser Zeit noch als Filialkirche von Lassing genannt. 1439 wurde durch den Rottenmanner Bürger Wolfgang Dietz „viel Geld“ für einen Neubau der Kirche gespendet. 1480 wurde St. Nikolaus Propsteikirche des neu gestifteten Augustiner Chorherren Stiftes. Die heute Kirche wurde vom Kirchenbaumeister Christoff Marl gebaut. Die ältesten Fresken in der Pfarrkirche stammen aus den Jahren 1509–1513. Alle Fresken wurden spätestens bei der Renovierung 1884 (Jahreszahl auf der Kanzel) übertüncht, bei der Renovierung 1953 wieder frei gelegt. Wie viele Kirchen des Enns- und Paltentales weihte der Chiemseer Bischof Berthold Pürstinger als Suffraganbischof für die Erzdiözese Salzburg tätig – am 12. Juni 1513 im Chorraum vier Altäre. Alles diese Altäre wurden in der Barockzeit durch zeitgenössische ersetzt.: Bemerkenswert ist auch die Kanzel aus Salzburger Rotmarmor, darauf das Propsteiwappen mit den drei Nikolauskugeln. Der barocke Schalldeckel wurde 1953 entfernt. Erwähnenswert ist auch der spätgotische Betstuhl, der Kaiser Friedrich III. († 1493) und dessen Gemahlin Eleonore von Portugal, den Eltern von Kaiser Maximilian I., der oft in Rottenmann weilte, gewidmet ist. An Grabsteinen finden sich in der Kirche unter anderem zwei von Angehörigen der Familie Hofmann von Grünbühel. Der linke Grabstein ist der eines Hofmann, der rechte jener der 1577 gestorbenen Rosina Hofmann, geb. von Polheim, zweite Gemahlin des Adam Hofmann. An der Außenmauer findet sich ein Grabstein der Familie Mosheim aus der Reformationszeit. Beim großen Stadtbrand im April 1881 brannte auch der Kirchturm, der bis dahin ein zeltartiges Dach, etwa 65 Meter hoch, hatte, durch den neugotischen Aufbau erreichte er danach eine Gesamthöhe von 87,8 Metern – gemessen vom Straßenniveau bis zur Kreuzspitze – und wurde so für kurze Zeit zum Höchsten der Steiermark. Allerdings nur für zehn Jahre, 1891 wurde er durch die Grazer Herz-Jesu Kirche mit 109,6 Meter abgelöst.
  • Bürgerspitalskirche Maria am Rain: Erbaut zum 1536 von Johann Christoph von Rappach gestifteten Bürgerspital in der sogenannten „Salzburger Vorstadt“. Ende des 19. Jahrhunderts mit einem neogotischen Turmhelm versehen.
Schloss Grünbühel,
Kupferstich M. Vischer, um 1680
Thalhof mit Schloss bei Rottenmann, Kupferstich M. Vischer, um 1680
  • Schloss Grünbühel: Das Schloss Grünbühel, auch Schloss Grünbichl, liegt nördlich der Stadt Rottenmann im Ortsteil Villmannsdorf. Das Schloss ist ein düsterer langgestreckter Bau mit Eckrisaliten. Es gibt Räume mit Stuckdecken aus dem 17. Jahrhundert. Die Kapelle wurde am Ende des 17. Jahrhunderts erneuert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Pfau: 1000 Jahre Rottenmann. Festschrift zur Jahrtausendfeier der Stadt. Hrsg. Stadtgemeinde Rottenmann 1952.
  • Ingrid Schubert: Rottenmann. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3046-5.
  • Franz Wohlgemuth: Geschichte der Pfarre Gaishorn und des Paltentales. Röm.-kath. Pfarramt Gaishorn, Gaishorn 1955.
  • Karl Weiß: Rottenmann: Von der ersten Besiedlung bis zum zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke. Hrsg. Stadtgemeinde Rottenmann 1995.
  • Karl Weiß: Universitätsstadt Rottenmann, Aufbruch ins 3. Jahrtausend, Tradition Leistung Fortschritt. Hrsg. Stadtgemeinde Rottenmann 2000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rottenmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 6 Z 3 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften (Excel-Datei, 835 KB); abgerufen am 15. Juni 2017
  4. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen 19. Februar 2017
  5. siehe http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Rottenmann
  6. Franz Brauner, Steirische Heimathefte, Heft 9, Leykam, Graz 1952
  7. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  8. § 3 Abs. 6 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  9. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.
  10. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Bruck)
  11. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  12. BGBl. II Nr. 82/2002: „Verordnung der Bundesregierung über die Zusammenlegung von Bezirksgerichten und über die Sprengel der verbleibenden Bezirksgerichte in der Steiermark (Bezirksgerichte-Verordnung Steiermark)“