Har Nof

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Har Nof

Har Nof (hebräisch הר נוף, deutsch Aussichtsberg) ist ein Stadtteil von Jerusalem auf einem Hügel an der westlichen Grenze mit über 20.000 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treppenaufgang in Har Nof

Har Nof ist eine Terrassensiedlung an den Flanken eines 813 Meter hohen Berges. Aufgrund der Hanglage haben viele der mehrstöckigen Apartmentgebäude zwei Eingänge, einen für die unteren und einen für die oberen Stockwerke an der gegenüberliegenden Seite. Einige der Straßen sind durch lange Treppenaufgänge miteinander verbunden. Unterhalb des Berges liegt der Yaar Jerushalayim, ein 1200 km² großer Wald, der in den 1950er Jahren angepflanzt wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In talmudischen Zeiten war Har Nof eine landwirtschaftliche Siedlung. So wurden Reste antiker Weinpressen, Bauernhäuser und Weinterrassen aus der Zeit vor 1500 Jahren am Stadtrand von Har Nof ausgegraben. Die ersten Häuser im modernen Har Nof wurden in den frühen 1980er Jahren gebaut.[2]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Bewohner besteht aus orthodoxen Juden, aus Charedim und Dati'im. Viele Bewohner sind erst vor kurzem eingewandert. Es sind englisch-, französisch- und spanischsprachige Einwanderer. Auch Chassidim aus den polnischen Städten Góra Kalwaria (Ger) und Wyschnyzja leben dort, darunter auch Sephardim und Misrachim. Der ehemalige sephardische Oberrabbiner und Führer der Schas-Partei, Rabbi Owadja Josef, lebte auch in Har Nof.

Geistlicher der aschkenasischen Charedim in Har Nof ist Rabbi Moishe Sternbuch (משה שטרנבוך), während der Bostoner Rabbiner Mayer Alter Horowitz (הרב מאיר אלתר הורוביץ) Geistlicher der Givat Pinchas (The Boston Shul) ist.

Rabbiner Beryl Gershenfeld ist der Leiter der Jeschiwa Machon Yaakov und Machon Shlomo in Har Nof. Rabbiner Yitzchak Mordechai Rubin ist Geistlicher der Kehilat Bnei Tora.

Synagogen und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orot Ha-Tschuwa Studienhalle in Har Nof

Har Nof hat viele Synagogen, Jeschiwot und Einrichtungen zwecks Studium der Tora, wie:

  • Central Synagogue Imrei Shefer
  • Heichal Hatorah
  • Yeshiva Pachad Yitzchok
  • Machon Shlomo
  • Yeshivat Lev Aharon
  • Machon Yaakov
  • Campus der Neve Yerushalayim
  • Campus der She'arim College of Jewish Studies für Frauen und Mädchen[3]

Anschlag am 18. November 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. November 2014 drangen zwei miteinander verwandte palästinensische Jugendliche[4] während des Gottesdienstes in die Kehilat-Bnei-Torah-Synagoge in der Shimon Agassi Street ein.[5] Sie waren mit Äxten, Messern und Pistolen bewaffnet und töteten vier Juden beim Morgengebet (Schacharit). Acht weitere Juden, darunter auch zwei israelische Polizisten, wurden verletzt.[6][7][5] Die Toten hatten alle doppelte Staatsangehörigkeiten; außer der israelischen hatten drei der Getöteten die US-amerikanische und einer die britische Staatsangehörigkeit. Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nannte den Anschlag eine „[…] Grenzüberschreitung in einer ohnehin extrem angespannten Lage […]“[8] Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verurteilte den Anschlag umgehend. Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) hingegen übernahm die Verantwortung für den Angriff und pries ihn als „eine Form des Widerstands, der verstärkt werden sollte“, und man müsse „gemeinsam Widerstand gegen die [israelische] Besatzung“ leisten.[8] Der Hamas-Sprecher Muschir al-Masri nannte die Tat einen „heroischen Akt“[8] und sprach von einer „natürlichen Reaktion“.[9] Die Tat sei die Rache[9] für die „Hinrichtung“[9] eines arabischen Busfahrers, der einige Tage zuvor in einem Omnibus erhängt aufgefunden worden war.[9] Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, „mit harter Hand auf den grausamen Mord an Juden reagieren“ zu wollen,[9] und warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vor, für den Anschlag mitverantwortlich zu sein.[9] Er nannte den Anschlag „das direkte Ergebnis der Hetze von Hamas und Abu Masen“.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yaar Yerushalayim – the Jerusalem Forest
  2. Parshat Vayaqhel-P'kudei 5764 – Aloh Na'aleh. (Memento vom 17. Februar 2012 im Internet Archive) ou.org
  3. Neve Yerushalayim College (Memento des Originals vom 28. Juli 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nevey.org
  4. timesofisrael.com
  5. a b haaretz.com
  6. jpost.com
  7. ynetnews.com
  8. a b c Anschlag auf Synagoge in Jerusalem: Angreifer töten vier Betende, Euronews. 18. November 2014. 
  9. a b c d e f g Sorge vor neuen Gewaltexzessen in Nahost, Handelsblatt. 18. November 2014. 

Koordinaten: 31° 47′ N, 35° 10′ O